23.09.2011, 11:49 Uhr | dpa-AFX
Mit Milliardeninvestitionen in neue Stromtrassen wollen vier deutsche Netzbetreiber laut einem Zeitungsbericht die Energiewende vorantreiben. Tennet, 50 Hertz, Amprion - Ex-Töchter der Energieversorger E.ON, Vattenfall und RWE - sowie die Transportnetzsparte von EnBW planten dazu drei riesige Leitungen quer durch Deutschland, berichtet die "Financial Times Deutschland". 50 Hertz habe bereits eine erste Genehmigung bei der Bundesnetzagentur beantragt.
Tennet plant laut dem Bericht eine 900 Kilometer lange Trasse von Nord- nach Süddeutschland, die mehrere Milliarden Euro kosten soll. Im kommenden Frühjahr würden genauere Pläne veröffentlicht, zitierte die Zeitung eine Sprecherin. Im Juni müssen die Unternehmen der Bundesnetzagentur ihren Entwurf des sogenannten Netzentwicklungsplans vorlegen, in dem die Stromautobahnen eine zentrale Rolle spielen.
50 Hertz plant laut dem Bericht mit Investitionen von rund einer Milliarde Euro für eine 600 Kilometer lange Leitung aus dem Raum Magdeburg ins Rhein-Main-Gebiet. Ab Januar würden in einer Machbarkeitsstudie die genauen Kosten, den Verlauf der Ost-West-Trasse und die beste Technik ermittelt. Bis alle Genehmigungen vorlägen und gebaut werden könne, vergingen aber noch gut acht Jahre, zitierte das Blatt einen Sprecher.
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Amprion und EnBW wollen laut "FTD" eine dritte Leitung aus dem Rheinland in den Raum Stuttgart errichten. Die Rede sei von bis zu einer Milliarde Euro Investitionen. Technik und Trassenführung seien noch offen, sagte ein Amprion-Sprecher, man arbeite aber intensiv an dem Projekt, "um die Folgen der Energiewende abzuwickeln".
Die neuen Leitungen sollen unterbrechungsfrei verlegt und teils auf bestehende Masten montiert werden, um Kosten zu sparen und Bürgerproteste gegen Neubauten zu reduzieren, wie es in dem Bericht weiter heißt. Langfristig sollten die Leitungen ins Ausland fortgesetzt werden. So könne Solarstrom aus Südeuropa oder Nordafrika zu den Industriezentren in Süddeutschland transportiert werden, Norwegens Wasserkraftwerke könnten norddeutschen Windstrom speichern.
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Quelle: dpa-AFX
Logik schrieb:
am 25. September 2011 um 21:55:50
(3)
(0)
@ B.L. Transportwege
Ihre Überlegung ist völlig richtig. Eben deshalb errichten deutsche Firmen
Zweigwerke im Ausland falls dort Energie
oder/und Personal billiger sind. Manche Firmen werden sogar gezwungen in jenem Land Fabriken zu bauen, wo sie ihre Produkte absetzen wollen (z.B. in China) und dieser Zwang
kostet deutsche Arbeitsplätze.
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dummer Bürger schrieb:
am 25. September 2011 um 21:25:38
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@DKW 23.09.
Inzwischen entfallen 48% der Stromrechnung auf staatlich festgesetzte
Zusatzkosten, landen also nicht beim Stromlieferanten. Mit
den verbliebenen
52% der Einnahmen muß gewirtschaftet werden. Da die vier Konzerne mit Fremdkapital in Form einer Aktiengesellschaft arbeiten, muß dieses Kapital
der Geldgeber / Aktionäre (vornehmer Investoren ) verzinst werden. Und
das ist vorrangig, sonst wird das Geld entzogen. Mit geringen Kenntnissen
in Betriebswirtschaft ist das (selbst-)verständlich.
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HTL schrieb:
am 25. September 2011 um 11:54:47
(6)
(1)
Risikoinvestition
Mich wundert, dass in diesem Land von Technikgegnern sich überhaupt noch Investoren finden, die elektrische
Transportleitungen (= Höchstspannungs-leitungen ) bauen wollen. Es besteht doch das Risiko, dass der Bau gerichtlich gestoppt und damit das Geld in den Sand gesetzt wird. Der gerichtlich gestoppte Weiterbau des Kohlekraftwerkes Datteln 4 (NRW) lässt grüßen.
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