
24.05.2011, 12:39 Uhr | Financial Times Deutschland
Nicht nur Autohersteller überweisen ihren Mitarbeitern freiwillig zusätzliches Geld. Im Aufschwung werden viele Konzerne hierzulande großzügig. Ein Überblick über Sonderzahlungen großer deutscher Firmen. Die deutsche Wirtschaft ist mitten im Aufschwung. Dieses Jahr könnten noch einmal drei Prozent Wachstum drin sein, schätzt der Internationale Währungsfonds. Unternehmen wie BMW, Audi oder Lufthansa suchen Tausende neue Mitarbeiter. Und die Beschäftigten, die schon dort arbeiten, bekommen zum Teil üppige Sonderzahlungen.
Variable Bestandteile des Gehalts gibt es schon länger bei vielen Firmen. Je höher jemand in der Hierarchie ist, desto wichtiger werden sie. Börsennotierte Unternehmen gewähren ihren Angestellten zudem Aktien des Unternehmens zu günstigen Konditionen. Und schließlich wurde bei vielen Industriebetrieben in diesem Jahr die Tariferhöhung vorgezogen - so etwa bei Siemens, Schaeffler, Daimler, Porsche.
Manch ein Unternehmen legte aber noch eins drauf und schüttete zusätzlich Geld aus - sei es als Dankeschön fürs Durchhalten in der Krise oder einfach nur, weil das Auto Geburtstag feierte.
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Weil das Geschäftsjahr mit einem Umsatzrekord und einem verdoppelten Ergebnis endete, bekamen auch die Mitarbeiter von Adidas mehr Extra-Geld als sonst. Die Sonderzahlung ist laut Adidas die höchste in der Unternehmensgeschichte. Alle Beschäftigten in Deutschland, die nicht durch das Bonusprogramm oder eine Provision ohnehin am Erfolg teil hätten, erhielten mit dem Märzgehalt bis zu 2000 Euro brutto zusätzlich.
Der Chemiekonzern hob angesichts des Rekordgewinns die Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter der Gruppe an - auf 137 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren noch 72 Millionen Euro verteilt worden. Zwischen rund 3800 und knapp 6700 Euro gab es zusätzlich aufs Konto, abhängig von der Gehaltsgruppe - und von der Beurteilung der Leistungen. Zusätzlich schüttete BASF 50 Millionen Euro als Belohnung für die Bewältigung der Wirtschaftskrise aus: Das bedeutete 100 Euro mehr für Azubis und für andere Mitarbeiter zwischen 350 und 650 Euro.
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Der Konzern mit Stammsitz in Leverkusen verteilte für 2010 an seine Mitarbeiter weltweit mehr als 500 Millionen Euro. Hinzu kämen in vielen Ländern und Sparten weitere Ausschüttungen aus lokalen Bonusprogrammen, sagte eine Bayer-Sprecherin FTD.de. An die Mitarbeiter der deutschen Standorte seien mehr als 250 Millionen Euro gegangen. Für die einzelnen Beschäftigten bedeutete das im Schnitt ein zusätzliches Gehalt, für manche sogar das 1,3-Fache eines Monats-Salärs. Ende April ging das Geld auf den Konten der Mitarbeiter ein.
Nach zwei Jahren ohne Erfolgsbeteiligung gibt es eine Rekordprämie. Für 2010 bekommen die Tarifmitarbeiter bei BMW fast 1,6 Monatsgehälter - im Schnitt 5840 Euro. Bereits Mitte des vergangenen Jahres hatte der Konzern seine Mitarbeiter mit einer einmaligen Sonderzahlung belohnt.
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Nach seinem fulminanten Comeback aus der Verlustzone und einem glänzenden Jahr 2010 beteiligt der Stuttgarter Autokonzern seine Mitarbeiter an den steigenden Gewinnen: Mit einer Erfolgsbeteiligung von 3150 Euro belohnt Daimler etwa 135.000 Beschäftigte. Insgesamt werden nach Unternehmensangaben 425 Millionen Euro ausgeschüttet. Außerdem gibt es eine Sonderzahlung von 125 Millionen Euro an die 260.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt - das Geld gibt es als Geschenk zum 125. Geburtstags des Autos. Je nachdem, wie lange ein Mitarbeiter schon bei Daimler beschäftigt ist, gibt es bis zu 1000 Euro extra aufs Konto.
Bei der Post sind alle gleich - zumindest was die Sonderausschüttung für das vergangene Jahr angeht. 100 Euro netto habe es für jeden Mitarbeiter des Logistikkonzerns extra aufs Konto gegeben, sagte ein Sprecher. Für das Bonner Unternehmen sei die Sonderzahlung ein Novum. In früheren Jahren habe es so etwas nicht gegeben.
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Der DAX-Konzern ist kein Fan von einmaligen Sonderzahlungen. Bei K+S gebe es Erfolgsbeteiligungen "in guten wie in schlechten Zeiten", sagte ein Sprecher. Zuletzt hätten dieser Zuschlag mehr als ein Monatsgehalt ausgemacht. Das Unternehmen, das unter anderem Dünger und Streusalz herstellt, zahlte seinen Mitarbeitern für das vergangene Jahr Aufschläge aufs Monatsgehalt von 123 und 225 Prozent. Besonders üppig seien die Mitarbeiter der Düngersparte bedacht worden.
Deutschlands größte Fluglinie beteiligt ihre Mitarbeiter mit einer Sonderzahlung am Gewinn des Jahres 2010. Im Schnitt summierte sich das Dankeschön für die Arbeit zur Bewältigung der Luftfahrtkrise auf 700 Euro pro Arbeitnehmer. Von den weltweit rund 117.000 Mitarbeitern im Lufthansa-Konzern ging die Sonderzahlung an rund 80.000 Beschäftigte. Pech hatte, wer bei Töchtern wie Swiss oder Austrian Airlines arbeitet. Sie erhielten keine Erfolgsprämie. Ungefähr 50 Millionen Euro dürfte die Sonderzahlung die Lufthansa gekostet haben.
Hier gab es zwar keine einmalige Sonderzahlung, jedoch wurde die seit 2003 übliche Erfolgsbeteiligung deutlich aufgestockt: Die rund 8900 Merck -Mitarbeiter in Darmstadt und Gernsheim bekamen nach Unternehmensangaben im April mindestens ein zusätzliches Gehalt. Insgesamt seien rund 63 Millionen Euro als persönliche Erfolgsbeteiligung ausbezahlt worden, so das Unternehmen. Im Vergleich zum Vorjahr seien damit 28 Millionen Euro mehr ausgeschüttet worden - das Rekordergebnis für 2010 habe es möglich gemacht. Die Gratifikation sei bei den Tarifmitarbeitern eine freiwillige Zusatzleistung, so das Unternehmen. Außertarifliche Mitarbeiter werden bei Merck - wie in vielen anderen Firmen auch - nach einem anderen Schlüssel entlohnt. Für ihr Gehalt spielen variable Bestandteile eine stärkere Rolle. Bei Merck ist das ein Unternehmensbonus und einen individueller Bonus.
Siemens schüttete für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr an seine Beschäftigten weltweit eine Prämie von 310 Millionen Euro aus. "Jeder Mitarbeiter in Deutschland bekam 1000 Euro", sagte ein Sprecher. Die Sonderprämie sei Anfang des Jahres zusammen mit dem Gehalt überwiesen worden. Der Bonus sei als Anerkennung dafür gedacht gewesen, dass alle bei Siemens gemeinsam die Wirtschaftskrise gemeistert hätten. Insgesamt beschäftigt der Konzern mit Hauptsitz in München 405.000 Menschen rund um den Globus. 130.000 Mitarbeiter von ihnen nutzten zudem das Mitarbeiter-Aktienprogramm, bei dem Beschäftigte vergleichsweise günstig an Papiere des Konzerns kommen. Auch Firmen wie ThyssenKrupp, Fraport, E.ON oder Henkel gewähren ihren Beschäftigten einen solchen Zusatzlohn.
Für die Beschäftigten in den sechs westdeutschen Volkswagen-Werken gab es "für ihren besonderen Einsatz im vergangenen Jahr" einen Bonus von 4000 Euro. Vorstand und Gesamtbetriebsrat handelten diese Summe aus.
Aber auch bei den Töchtern gab es einen Zuschlag außer der Reihe: Der Sportwagenbauer Porsche überwies seinen Mitarbeitern einen Bonus von 1700 Euro. Was sich vergleichsweise niedrig anhört, war laut Porsche extrem hoch. Denn die Zahlung bezog sich auf das nur fünf Monate dauernde Rumpfgeschäftsjahr von August bis Dezember 2010. Im Zuge der Integration in den VW-Konzern hatte der Stuttgarter Autobauer sein Geschäftsjahr an das von VW angepasst.
Volkswagens Ingolstädter Premium-Tochter Audi schließlich beteiligte ihre Mitarbeiter mit einer Prämie von durchschnittlich 6513 Euro am Gewinn. Die Summe entspreche etwa eineinhalb Monatslöhnen und sei die höchste Erfolgsbeteiligung, die der bayerische Autobauer je an seine Mitarbeiter gezahlt habe, so das Unternehmen.
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Quelle: Financial Times Deutschland
Hansdampf schrieb:
am 24. Juni 2011 um 06:52:53
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Ausschüttungen
In guten Jahren wie 2010 immer schön die Kohle rausschmeißen, und ja nix für schlechte Zeiten zurücklegen, weil
wenn's mal nicht so läuft, kann man ja den Staat und damit all diejenigen, die keine Prämien bekommen (ca. 80 % der arbeitenden Bevölkerung) anzapfen und damit dieses Land in den Ruin treiben. Ich würde Unternehmen die Prämien ausschütten und ihren Vorständen mehr als je 100.000 p.a. bezahlen für 20 Jahre jegliche staatliche Unterstützung verwehren.
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Prima schrieb:
am 24. Juni 2011 um 01:20:07
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so kommts
Finde ich gut von BMW... leider wird fast kein Urlaubsgeld bzw. Weihnachtsgeld mehr gezahlt. Ich fahre trozdem aus Prinzip dicke
Ami Schlitten. Deutsche Autos sind für mich nach meinem letzten VW nichtmehr interessant!
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aus MV schrieb:
am 23. Juni 2011 um 23:45:35
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Sonderzahlungen
Der Kommentar von Opel Opa zeigt mir deutlich, warum ich kein Auto aus
deutscher Produktion kaufe. Ein Stundenlohn von 24,50
€ (eigener bei ca 15,50 € als Facharbeiter ) treibt den Kaufpreis eines Autos in die Höhe, so dass das Preis- Leistungsverhältnis nicht mehr stimmt. Bei japanischen Auto`s bekomme ich viel mehr "Auto" für weniger Geld. Bin seit 1995
Mazda-Fahrer und absolut mit der Qualität zufrieden. Mein Mazda 5 kennt die
Werkstatt nur von den jährlichen Durchsichten oder Radwe
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