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Die Zeit läuft: Experten rechnen in den kommenden Jahren mit steigender Inflation (Foto: imago)
Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) brachen 2010 ein Tabu und kauften erstmals in der Geschichte der Währungsunion Staatsanleihen. Der Schritt sollte den Druck von kriselnden Ländern wie Portugal oder Griechenland nehmen. De facto warf die EZB damit die Notenpresse an und schürte durch Geldvermehrung die Ängste vor Inflation. Wir sagen, wie Sie sich vor Inflation schützen können und stellen Chancen und Risiken in Frage kommender Anlageklassen vor.
Berücksichtigt man fällige Steuerzahlungen auf Zinseinnahmen, dann reichen selbst die besten Tagesgeld-Offerten der Banken derzeit gerade so aus, um den Realwert der Anlagegelder zu schützen. Attraktive Angebote, die dieses Kriterium erfüllen, finden Verbraucher in unserem Tagesgeldvergleich. Bei Festgeld empfiehlt sich zur Zeit nicht zu lange Laufzeiten beizumischen, um eine optimale Verzinsung zu erreichen. Lange Laufzeiten verbieten sich für Anleger, die mit steigenden Inflationsraten rechnen. Denn die EZB wird die drohende Geldentwertung früher oder später mit höheren Leitzinsen bekämpfen. Sparer, die ihr Pulver auf dem Tagesgeldkonto oder mit kurzlaufenden Festgeldern trocken halten, können ihr Vermögen dann in höherverzinsliche Anlagen umschichten.
Aber nicht nur hohe Tagesgeld-Renditen schützen vor Inflation. Anleger können sich auch mit Sachwerten vor der Geldentwertung wappnen. Wichtig hierbei: Sie sollten nicht beliebig vermehrbar sein. Hierzu zählen etwa Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin. Gold als sicherer Hafen profitiert deshalb von den Turbulenzen an den Märkten und schwingt sich von einem Allzeithoch zum nächsten. In einem Inflationsszenario könnte das Edelmetall noch weiter an Attraktivität gewinnen. Zwar bleiben Gold und Finanzprodukte mit Gold als Basiswert ein spekulatives Investment. Fünf bis zehn Prozent Depotanteil halten viele Vermögensberater aber durchaus für sinnvoll. (Hier finden Sie mehr Information zum Anlegen in Gold)
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Sorgen um die Geldwertstabilität lassen Anleger aber auch vermehrt nach Immobilien Ausschau halten. Je nach Lage und Art des Objekts kann die Rechnung aufgehen (Mit unserer Suche finden Sie die passende Immobilie in Ihrer Nähe). Denn Trends wie die Alterung der Gesellschaft könnten die Nachfrage nach Immobilien in Deutschland – und damit ihren Wert – in Zukunft negativ beeinflussen. Manche Experten sagen deshalb für Eigenheime in den kommenden Jahrzehnten deutliche Wertverluste voraus, weil die für die Nachfrage relevante Bevölkerungsgruppe der 30- bis 45-Jährigen deutlich schrumpfen wird. Andere Fachleute verweisen dagegen auf die wachsende Zahl an Singlehaushalten und die geringe Zahl an Neubauvorhaben. Sie rechnen deshalb sogar mit einem Wohnungsmangel und in der Folge steigenden Immobilienpreisen.
Beileibe nicht jede Betongoldanlage erfüllt somit den Schutz gegen Preisauftrieb in gleichem Maße. Experten raten zu Mehrparteienwohnhäusern in wirtschaftlich starken Regionen wie Hamburg, München oder Stuttgart, die eine gute Mieterstruktur aufweisen. Im Idealfall passt Immobilienkauf oder Hausbau zur Lebensplanung und dient nicht ausschließlich als renditeträchtiges oder steueroptimiertes Investment. Wer aber ohnehin einen Immobilienkauf plant oder eine Anschlussfinanzierung für ein bestehendes Darlehen benötigt, findet derzeit sehr attraktive Angebote. Interessenten sollten sich diese Konditionen mit möglichst langen Laufzeiten sichern.
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Bei Aktien ist ein Inflationsschutz empirisch nicht nachweisbar. Es gibt zwar Phasen, in denen Aktien die Inflation gut auffangen, aber der Aktienmarkt ist deutlich volatiler als die Entwicklung des Geldwertes und wird von vielen anderen Faktoren beeinflusst, als dass sich ein direkter Zusammenhang belegen ließe. In den 70er Jahren, als die Inflationsraten in Deutschland zwischen fünf und acht Prozent lagen, haben Aktien den Anlegern keine Freude gemacht. Denn die Inflation macht nicht nur den Konsumenten zu schaffen, sondern auch den Unternehmen, die hohe Zinsen für Kredite bezahlen müssen. Zudem schrumpften die Margen der Firmen, weil sie höhere Einkaufspreise nicht an ihre Kunden weitergeben konnten.
Aktien gehören somit als zwar renditestarke, aber risikoreiche Anlage auch zu Inflationszeiten ins Depot, jedoch sollten keineswegs alle Ersparnisse in Aktien investiert werden. Als Faustregel für Risikofreudige gilt eine maximale Aktienquote von 100 Prozent minus Lebensalter. Ab acht bis zehn Prozent ist dann empirisch sehr wohl eine Korrelation mit der Geldentwertung feststellbar gewesen.
Um das von Entwertung bedrohte Vermögen zu schützen, empfehlen einige Experten auch inflationsgeschützte Anleihen. Anfang März 2006 hatte die Bundesrepublik Deutschland erstmals seit der Weimarer Republik wieder eine an die Preissteigerung gekoppelte Anleihe (inflationsindexierte Bundesanleihe) aufgelegt. Mit solchen Realzinsbonds erzielen Anleger also auch dann noch eine reale Verzinsung, wenn aufgrund hoher Inflationsraten andere Anleihen bereits real an Wert verlieren. Bei einer niedrigen Inflationsrate sind die Zinserträge solcher Inflationsgeschützten Anleihen zwar nicht sonderlich attraktiv, aber sie erhalten jederzeit den realen Wert der Geldanlage. Anlegern, denen das genügt, fahren gut mit solchen Produkten.
Ob eine inflationsgeschützte Anleihe jedoch wirklich die beste Wahl ist, hängt von der Inflationserwartung ab. Dazu muss die Verzinsung eines solchen Realzinsbonds mit der einer vergleichbaren fest verzinsten Anleihe verglichen werden. Ist der Zinsunterschied zwischen inflationsgeschützter Anleihe und fest verzinster Anleihe kleiner als die erwartete Inflation, bringt der Realzinsbonds eine höhere Rendite als die normale Anleihe – und umgekehrt. Ein Realzinsbond ist also eine Wette mit dem Emittenten auf künftige Teuerungsraten.
Bei fünfjährigen Bundesanleihen mit Inflationsschutz ist derzeit eine Inflationserwartung von rund 1,45 Prozent pro Jahr eingepreist. Wie realistisch diese ist, muss jeder Anleger selbst entscheiden. In jedem Fall ist die Sorge vor der Rückkehr der Inflation derzeit durchaus messbar: Die Bewertung der fünfjährigen Bundesanleihen lag im Vorjahr noch deutlich unter 1,0 Prozent. Wer sich für diese Anlageklasse entscheidet, sollte neben der Bewertung vor allem die Bonität des Emittenten und die Laufzeit beachten.
Agrarrohstoffe (etwa Weizen, Soja oder Rindfleisch), Metalle (wie Kupfer oder Blei) und Erdöl gelten als eigene Anlageklasse, die man als bedingt resistent gegen Inflation bezeichnen könnte. Rohstoffe bewegen sich mitunter parallel zur Inflation, weil sie selbst – wie etwa die Energieträger Gas und Öl – zu einem bedeutenden Preistreiber geworden sind. Die Rohstoffmärkte sind aber ähnlich den Aktienmärkten einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt, die die Preise beeinflussen. Ein Investment in diese Anlageklasse ist deshalb meist spekulativ und für Otto-Normal-Anleger eher nicht geeignet.
Wer mit dem Gedanken spielt, einen Konsumentenkredit aufzunehmen, für den ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt: Noch sind die Zinsen niedrig. Das könnte sich jedoch schnell ändern, wenn steigende Inflationsraten Realität werden. Ein solches Szenario hätte für Verbraucher den Vorteil, dass sie sich günstig mit Geld eindecken können und sich gleichzeitig der reale Wert des Kredits verringert und damit schneller zurückgezahlt werden kann.
"Keine Anlageklasse bietet hundertprozentigen Schutz vor Inflation und ist gleichzeitig frei von Verlustrisiken", resümiert Errit Schlossberger, Geschäftsführer von FinanceScout24. "Absolute Sicherheit wird gewöhnlich mit Realzinsverlusten bestraft. Die einzig sinnvolle Strategie besteht deshalb darin, das Vermögen breit zu streuen und auf verschiedene, ab Inflationsraten von mehr als fünf Prozent sehr sachwertnahe Anlageklassen zu verteilen. Grundsätzlich sollten Investoren mit Ruhe vorgehen und sich nicht von der Angst vor Inflation zu unüberlegten Entscheidungen hinreißen lassen. Denn höhere Teuerungsraten werden sich nicht über Nacht einstellen", so Schlossberger. Etwas anders gestalte sich die Situation für potenzielle Schuldner: "Das Fenster für günstige Konditionen bei Ratenkrediten und Immobiliendarlehen beginnt sich zu schließen. Wer ein solches Produkt benötigt, sollte mit dem Abschluss nicht mehr lange warten."
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Quelle: t-online.de , FinanceScout 24
Friede Freude Eierkuchen schrieb:
am 1. März 2012 um 18:52:03
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Wie Reiche ihr Geld bunkern
Die haben sich schon abgesichert genau wie vor der Währungsreform 1945
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Systemunternehmer schrieb:
am 29. November 2011 um 09:27:53
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Zweifelhaft...
Was soll das bitte bringen wenn das Geld zu Hause gebunkert wird??? Es verliert trotzdem an Wert. Eine sinnvolle und mehrfach
bewiesene Alternative ist das Investieren in Dachfonds die sich über Jahrzehnte bewiesen haben und trotz Krise Renditen gefahren haben und zwar deutlich über dem Durchschnitt! Es ist die sicherste Anlage überhaupt in Sachwerte zu investieren...man muss sich nur mit unabhängigen Experten zusammen setzen und nicht mit Bankern!
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Sparer schrieb:
am 28. November 2011 um 15:14:19
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Heimischer Tresor
@mc: du hast ja so recht. Habe das schon vor Jahren gemacht. Fonds und Versicherungen gekündigt. Werbeverträge,
Glücksspiele abgeschafft. Alles Geld ins Haus gesteckt. Ab Mitte nächsten Jahres bin ich schuldenfrei!!!!
Mein Erspartes liegt in Silbermünzen bereit. Übrigens, der Bundesdeutsche Staat kann sich kein Silber mehr leisten!! 10 Eus werden in CuNi geprägt!!!
Da weiste Bescheid, was los ist.
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