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Geständnis in US-Insideraffäre
18.02.2010, 13:17 Uhr | dpa-AFX
Ein FBI-Agent führt den Hauptverdächtigen Rajaratnam ab (Foto: Reuters)In der Insideraffäre an der New Yorker Börse hat einer der Beschuldigten ein Geständnis abgelegt. Der frühere McKinsey-Berater Anil Kumar gab laut Medienberichten vor einem Gericht in Manhattan zu, den im Fokus der Ermittlungen stehenden Hedge-Fonds-Gründer Raj Rajaratnam illegalerweise mit geheimen Informationen versorgt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Rajaratnam vor, mit seinem Wissensvorsprung 36 Millionen Dollar Gewinn bei Börsengeschäften eingestrichen zu haben.
"Anil, Du bist ein Held"
Kumar verriet Rajaratnam nach diesen Angaben frühzeitig, dass der Chipkonzern AMD den kleineren Grafikchip-Produzenten ATI schlucken will. Und das noch, bevor erste Spekulationen über das Geschäft in der Presse auftauchten. Kumar war in der Zeit als Berater bei AMD tätig. Rajaratnam habe ihm daraufhin gesagt: "Anil, Du bist ein Held." Laut den Ermittlern soll alleine dieses Geschäft Rajaratnam 19 Millionen Dollar eingebracht haben.
Tippgeber verdiente 2,6 Millionen Dollar
Insgesamt kassierte Tippgeber Kumar nach eigenen Angaben von 2004 bis 2009 bis zu zwei Millionen Dollar. Da er das Geld wiederum in den Hedge-Fonds Galleon von Rajaratnam investierte, seien daraus 2,6 Millionen Dollar geworden.
Haupt-Tatverdächtiger bestreitet Schuld
Kumar ist laut "New York Times" einer von sieben Beschuldigten, die einen Deal mit der Staatsanwaltschaft getroffen haben, um mildere Strafen zu bekommen. Rajaratnam indes bestreitet die Vorwürfe vehement. Er verlangte jüngst, seine Kaution von 100 Millionen auf 20 Millionen Dollar abzusenken. Ermittler fürchten allerdings eine erhöhte Fluchtgefahr. Der in Sri Lanka geborene Finanzjongleur besitzt in seinem Heimatland noch großes Vermögen, das dem Zugriff der US-Justiz entzogen ist.
Große internationale Konzerne betroffen
Gegen Rajaratnam war Mitte Dezember Anklage erhoben worden. Er und insgesamt 21 Komplizen sollen mit Hilfe von Insider-Informationen aus verschiedenen Unternehmen hohe Gewinne eingestrichen haben. Von dem Skandal betroffen sind auch US-Topkonzerne wie der I
T-Gigant IBM sowie neben AMD auch dessen größerer Rivale Intel. Zudem sollen Aktien des Internet-Konzerns Google illegal gehandelt worden sein. Erste ranghohe Mitarbeiter einiger der genannten Unternehmen mussten bereits gehen und müssen sich nun vor Gericht verantworten.
Skandal erschüttert Wall Street Durch den Fall Rajaratnam war ein ganzes Netzwerk von Insiderhandel aufgeflogen. Neben Staatsanwaltschaft und FBI ist die US-Börsenaufsicht SEC an den Ermittlungen beteiligt. Sie spricht von illegalen Gewinnen von 53 Millionen Dollar. Der Skandal erschüttert die Wall Street seit Wochen.
Insider-Handel ist illegal
Das Handeln mit Aktien aufgrund geheimer Vorab-Informationen (Insiderwissen) ist verboten, weil es andere Anleger benachteiligt. Mit dem Wissensvorsprung kann abgeschätzt werden, wie sich Kurse entwickeln. Auf diesem Weg lässt sich auf Kosten anderer Aktionäre viel Geld verdienen.
Quelle: t-online.de
, dpa-AFX