10.11.2011, 10:41 Uhr | dpa
Für die ehemalige Wall-Street-Größe Raj Rajaratnam kommt es knüppeldick: Nachdem ein Richter ihn bereits wegen Insiderhandel zu elf Jahren Haft und einer saftigen Geldstrafe verurteilt hatte, brummte ihm nun ein anderer Richter eine weitere Strafe in Rekordhöhe auf.
Der wegen Insiderhandels verurteilte Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam muss für seine Verfehlungen noch schwerer büßen. Ein Richter in Manhattan verhängte am Dienstag in einem Zivilverfahren eine zusätzliche Strafe von 92,8 Millionen Dollar (67 Millionen Euro) gegen die einstige Wall-Street-Größe. Bereits zuvor hatte ein anderer Richter ihn in einem Strafverfahren zur Zahlung von insgesamt 63,8 Millionen Dollar sowie zu elf Jahren Haft verurteilt.
Der Hedge Fonds-Manager war von den Geschworenen für schuldig befunden worden, im großen Stil illegale Aktiengeschäfte getätigt zu haben. Demnach hatten Tippgeber ihm mehrfach Interna aus börsennotierten Unternehmen verraten. Mit diesem Wissen, so befand die Jury, habe Rajaratnam dann an der Börse spekuliert und Millionenprofite eingestrichen oder Verluste vermieden.
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Die US-Börsenaufsicht SEC hatte Rajaratnam in dem Zivilverfahren verklagt. Ihren Ermittlungen zufolge hatten er und gut zwei Dutzend Komplizen mehr als 52 Millionen Dollar ergaunert. Richter Jed Rakoff schloss sich nun der Meinung der SEC an, dass Rajaratnam in dem Strafverfahren zu billig weggekommen sei. Rakoff schrieb in seiner Urteilsbegründung, Rajaratnam müsse die Schwere seiner Taten merklich an seinem Vermögen spüren.
Nach Angaben der SEC sind die 92,8 Millionen Dollar die höchste Strafe, die jemals gegen einen Einzelnen in einem Verfahren der Börsenaufsicht verhängt wurde. "Die heute verhängte Strafe spiegelt die historischen Dimensionen von Raj Rajaratnams illegalem Gebaren und den Einfluss seiner Handlungen auf die Integrität der Märkte wider", sagt SEC-Chefankläger Robert Khuzami in Washington.
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Mit Rajaratnam war im Jahr 2009 ein ganzes Insider-Netzwerk aufgeflogen - die Wall Street war geschockt. Erst jüngst hatte die New Yorker Staatsanwaltschaft auch Anklage gegen Rajat Gupta erhoben, einem der bekanntesten Männer in der US-Unternehmenswelt. Das ehemalige Verwaltungsratsmitglied von Goldman Sachs und Procter & Gamble soll seinem Freund Rajaratnam mehrfach Firmengeheimnisse verraten haben. Beide Männer streiten ihre Schuld ab.
Der Fall Rajaratnam hatte dazu geführt, dass Insiderhandel schärfer verfolgt wurde. Bislang hatte sich die Justiz bei komplizierten Finanzdelikten schwergetan, den Verantwortlichen ihre Taten nachzuweisen. Zudem galten Wirtschaftskriminelle als wenig gefährlich für die Gesellschaft. Das hat sich spätestens seit der Finanzkrise geändert.
Rajaratnam hatte zu Spitzenzeiten sieben Milliarden Dollar an Vermögen verwaltet - damit war sein Hedgefonds Galleon einer der größten überhaupt. Sein Privatvermögen taxierte das Magazin "Forbes" 2009 auf 1,5 Milliarden Dollar - damit belegte Rajaratnam Platz 236 auf der Liste der reichsten Amerikaner. In der aktuellen Forbes-Liste taucht er nicht mehr auf.
Der Handel mit Aktien auf der Grundlage geheimer Informationen ist verboten, weil es andere Anleger benachteiligt. Mit dem Wissensvorsprung kann abgeschätzt werden, wie sich Kurse entwickeln - enorme Gewinne können die Folge sein. Oder man kann Verluste vermeiden oder minimieren, indem man seine Aktien rechtzeitig verkauft.
Rajaratnam muss nun insgesamt 156,6 Millionen Dollar zahlen. Seine Haftstrafe wird er Anfang Dezember antreten, nachdem ihm ein Richter einen Aufschub gewährt hatte. Anders als zwischenzeitlich spekuliert, soll Rajaratnam allerdings nicht im selben Gefängnis landen, in dem Milliardenbetrüger Bernard Madoff seine Rekordstrafe von 150 Jahren absitzt. Madoff hatte Anleger mit einem Schneeballsystem um fast 20 Milliarden Dollar gebracht hatte.
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Quelle: dpa
armer Mann schrieb:
am 10. November 2011 um 09:58:36
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Geldstrafe für Zocker
Also wenn ich über 1 Milliarde Knete hätte, würde mir die Strafe von 100 Mios glatt am A..... vorbeigehen, ohne
spürbaren Verlust an Kaufkraft. Knast würde mich schon mehr berühren, aber nur wenn er nicht mit Champus und Sexorgien gewürzt wäre, mit der Aussicht nach 2 Jahren mit Bewährung wieder raus zu kommen.
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Zumwinkel schrieb:
am 10. November 2011 um 08:34:06
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wie ich
Der Mann muß aber sehr fleißig in sein Leben gewesen sein das er locker
93 Millionen Strafgelder aus der Portokasse zahlen kann.
Na da wird er doch
sich auch noch die Haftverschonung leisten können.
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walter schrieb:
am 9. November 2011 um 22:35:18
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und in der BRD ??
Das Urteil ist noch sehr günstig ausgefallen. Wie wäre es, wenn man mal die Zocker und "Bankster" in Deutschland
anklagen und verurteilen würde ?? Siehe BayernLB, WestLB, NordLB, usw. usw. ?? Aber bei uns geschieht nichts !! Armes Deutschland, arme Justiz !!!
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