Insolvente Traditionsunternehmen
24.03.2011, 14:08 Uhr
Oktober 2010: Der Automobilzulieferer Honsel AG aus dem sauerländischen Meschede meldet Insolvenz an. Die Leichtmetallgießerei war bereits seit geraumer Zeit trotz gutlaufender Geschäfte in finanziellen Schwierigkeiten. Im Jahr 2004 hatte die RJH International in Brüssel, eine Tochter des US-Finanzinvestors Ripplewood, die Honsel AG übernommen. Weil die Übernahme größtenteils kreditfinanziert war, litt Honsel unter einer immensen Schuldenlast.
April 2010: Springer & Jacoby: Die Agentur wurde 1979 gegründet und zählte zu den kreativsten Werbeschaffenden Deutschlands. Die Macher wurden mit einschlägigen Preisen überschüttet, lange prägte die Agentur den Werbemarkt - jetzt kam das Aus.
April 2009: Der Cabrio-Spezialist Karmann meldet Insolvenz an. Karmann ist ein Opfer des Zusammenbruchs des Automobilmarkts im Zuge der Wirtschaftskrise. Der Umsatzrückgang war drastischer als erwartet, die finanziellen Verpflichtungen waren zu hoch. International bekannt geworden war das Automobilunternehmen ab den 50er Jahren durch den Bau des legendären Fahrzeugs VW Karmann Ghia.
Februar 2009: Schiesser: Der 1875 gegründete Produzent von Unter-, Nacht- und Sportwäsche musste im Februar 2009 Insolvenz anmelden, weil ein Schuldenberg von rund 80 Millionen Euro aufgelaufen war. Drei Monate später wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Die finanzielle Schieflage war vor allem durch unrentable Lizenzfertigung für Marken wie Puma oder Tommy Hilfiger entstanden. Inzwischen ist Schiesser aus den meisten dieser Lizenzverträge ausgestiegen und hat seine Belegschaft deutlich verkleinert.
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