Mehr Verbraucher- und Firmeninsolvenzen im Dezember
09.03.2009, 13:10 Uhr | sky
Zahl der Insolvenzen im Dezember gestiegen (Foto: imago)Die Zahl der Insolvenzen von Verbrauchern und Unternehmen ist Ende vergangenen Jahres deutlich angestiegen. Im Dezember nahm die Zahl der Privatinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,9 Prozent zu, die der Unternehmensinsolvenzen um 13,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Gesamtjahr 2008 gab es dagegen noch einen deutlichen Rückgang.
Im Dezember meldeten die Amtsgerichte dem Statistischen Bundesamt zufolge 8131 Bürger, die ihre Schulden nicht mehr zahlen konnten und deshalb private Insolvenz anmeldeten. Bei den Unternehmen gab es demnach 2237 Insolvenzen. Die Entwicklung der vorhergehenden Monate war uneinheitlich. Während die Verbraucherinsolvenzen im November und Oktober zurückgegangen waren, hatte es im September einen Anstieg gegeben. Die weitere Entwicklung ist noch ungewiss. Grundsätzlich dürfte die Wirtschaftskrise Einfluss auf die Zahl der Insolvenzen haben, allerdings tritt dieser Effekt meist erst verzögert ein.
Weniger Insolvenzen 2008
Im Gesamtjahr 2008 erklärten laut Statistik 98.140 Verbraucher ihre private Insolvenz, das waren rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Dies war demnach der erste Rückgang der Verbraucherinsolvenzen seit Einführung der Insolvenzverordnung 1999. Auch die Unternehmensinsolvenzen nahmen aufs Jahr gerechnet ab: 2008 mussten laut Statistik 29.291 Firmen ihre Zahlungsunfähigkeit erklären. Das waren 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr, was den fünften Rückgang in Folge bedeutete. Die Vergleichszahlen beziehen sich auf 15 Bundesländer ohne Nordrhein-Westfalen. Für NRW gab es aus technischen Gründen für 2007 und Anfang 2008 keine exakten Daten.
Mehr als 120.000 Jobs fallen weg
Gestiegen sind binnen Jahresfrist die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger von 32 auf 33 Milliarden Euro, wie das Amt in Wiesbaden weiter berichtete. Von den Firmenpleiten betroffen waren auch mindestens 121.675 Beschäftigte. Rund 16 Prozent der insolventen Unternehmen haben aber keine Angaben zu ihren Belegschaften gemacht. Im Vorjahr hatte die Zahl der bekannten Arbeitnehmer bei insolventen Firmen noch höher bei 125.175 gelegen. Eine Insolvenz bedeutet nicht automatisch das Ende eines Unternehmens.
Creditreform rechnet mit mehr Pleiten
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet nach Einschätzungen vom Jahresanfang für 2009 einen sprunghaften Anstieg der Insolvenzen bei Unternehmen auf etwa 33.000 bis 35.000. Bei den Verbraucherinsolvenzen wird sogar mit einem Höchststand auf bis zu 145.000 neuen Anträgen gerechnet.