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Insolvenzen: Immer mehr deutsche Unternehmen betroffen

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Zahl der Pleiten steigt immer weiter

06.11.2009, 11:50 Uhr | AP, dpa

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland steigt immer weiter (Foto: imago) Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland steigt immer weiter (Foto: imago)Die Wirtschaftskrise reißt immer mehr deutsche Unternehmen in den Abgrund. So stieg die Zahl der Insolvenzen im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Demnach schlidderten 2619 Unternehmen in die Pleite. Vor allem die schlechte Zahlungsmoral macht den Firmen zu schaffen. Besser erging es da den Bürgern, die dank eines robusten Arbeitsmarktes die Folgen der Krise bislang noch nicht ganz zu spüren bekomme haben. Die Verbraucherinsolvenzen nahmen lediglich um 0,3 Prozent auf 7858 Fälle zu.

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Weiterer Anstieg der Pleiten erwartet

Trotz der leichten Erholung der Wirtschaft erwarten Konjunkturexperten in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg der Pleiten. Insolvenzverwalter wie der Verband VID warnen davor, dass eine große Zahl eigentlich gesunder Unternehmen Insolvenz anmelden müsse. Der Verband kritisiert die Kreditvergabe der Banken als zu vorsichtig.



Offene Forderungen verdoppeln sich

Zusammen mit den Insolvenzen anderer privater Schuldner und von Nachlässen registrierten die Statistiker im August nach eigenen Angaben 12.874 Pleiten. Das waren 3,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die offenen Forderungen der Gläubiger bezifferten die Gerichte für den August 2009 auf voraussichtlich 4,3 Milliarden Euro - fast doppelt so viel wie die 2,2 Milliarden Euro im August des Vorjahres.

Bislang mehr als 100.000 Insolvenzen

Von Januar bis August 2009 zählte die Behörde 21.807 Unternehmenspleiten und 65.710 Verbraucherinsolvenzen. Insgesamt registrierten die deutschen Amtsgerichte in diesem Zeitraum 106.907 Insolvenzen. Ein Vergleich dieser Zahlen mit dem Vorjahreszeitraum ist nach Angaben der Statistiker nicht möglich, da von nordrhein-westfälischen Gerichten im ersten Quartal 2008 Insolvenzfälle des Jahres 2007 nachgemeldet wurden.



Verbraucherinsolvenzen sogar rückläufig

Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre lässt sich aber die Entwicklung für Deutschland insgesamt auch anhand der Ergebnisse der übrigen 15 Bundesländer darstellen. Die Gesamtzahl der Insolvenzen lag in den Monaten Januar bis August 2009 ohne Nordrhein-Westfalen um 2,2 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg um 15,5 Prozent, die Verbraucherinsolvenzen nahmen dagegen um 1,1 Prozent ab.

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Mehr Arbeitslose befürchtet

Der positiven Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen droht aber schon bald ein jähes Ende: Mit steigender Arbeitslosigkeit wächst nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform für viele Haushalte die Gefahr der Überschuldung. Die Experten gehen laut einer am Mittwoch vorgestellten Schätzung davon aus, dass 2010 rund 6,5 Millionen Verbraucher ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können. Dies wären 300.000 mehr als in diesem Jahr. Damit könnte fast jeder zehnte Bundesbürger über 18 Jahre in die Schuldenfalle geraten.

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Quelle: dpa , dapd , t-online.de

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