04.05.2011, 09:36 Uhr | dpa-tmn / t-online.de/business, sia
Chefs tun sich manchmal schwer, Entscheidungen zu treffen. (Foto: imago)
Ob ein Unternehmen oder ein Team Erfolg hat, das hängt vor allem von der Führungskraft ab. Wenn Chefs nicht führen können, wirkt sich das meist negativ auf die Leistung der Mitarbeiter aus. Von einer Umfrage des Personaldienstleisters Rundstedt können viele Firmen- und Abteilungslenker deshalb lernen: Denn die hat ergeben, dass mangelnde Entscheidungsfreude deutsche Arbeitnehmer an ihrem Chef am meisten stört.
Demnach ärgern sich 41 Prozent der Befragten darüber, wenn der Chef unfähig ist, Entscheidungen zu treffen. Befragt wurden 6800 Arbeitnehmer in elf Ländern, davon 529 in Deutschland.
Am zweithäufigsten kritisieren deutsche Arbeitnehmer es, wenn der Chef dauernd seine Meinung ändert - das bemängeln 40 Prozent der Befragten. Ähnlich stark stört es Mitarbeiter, wenn der Vorgesetzte nicht in der Lage ist, Teamarbeit zu organisieren, kein Taktgefühl hat und Untergebene nie für ihre Arbeit lobt (jeweils 39 Prozent).
Im internationalen Vergleich ergeben sich dabei deutliche Unterschiede: So stört es zum Beispiel mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Arbeitnehmer in Frankreich, wenn der Chef nicht grüßt - in Deutschland sagt das nur ein Drittel (32 Prozent). Und in Russland ärgert sich fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent), wenn der Chef seine Gefühle nicht im Griff hat. Hierzulande kritisiert das ebenfalls nur ein Drittel (34 Prozent).
Doch was können Chefs tun, damit die Zusammenarbeit klappt? Der perfekte Führungsstil ist auf keinen Fall autoritär. Wer nach dem Motto „Ober sticht Unter“ Anweisungen gebe, stoße seine Mitarbeiter damit nur vor den Kopf, schreibt Unternehmensberaterin Maren Lehky in ihrem Buch "Die 10 größten Führungsfehler". Autorität zeigt Chefs nicht durch „Basta“-Machtworte, sondern durch einen souveränen Auftritt.
Die Zusammenarbeit kann auch nicht funktionieren, wenn der Chef weder klare Ziele noch einen verbindlichen Zeitplan vorgibt, warnt Lehky. Erfolgreich kann demnach nur ein Team arbeiten, in dem jeder weiß, was genau von ihm erwartet wird.
Dazu stellen gute Führungskräfte außerdem klare Regeln für den Informationsfluss und die Kommunikation auf. Bei Sitzungen verhindern etwa für alle verbindliche Spielregeln, dass ein Meeting aus dem Ruder läuft - etwa die Vereinbarung, dass persönliche Schuldzuweisungen, Unsachliches oder pauschale Kritik tabu sind.
Und gutes Benehmen ist unverzichtbar. Chefs, die schon mal heftig werden im Gespräch mit Mitarbeitern, dürfen sicher sein, dass Ihre Botschaften nicht ankommen, erläutert Lehky in ihrem Ratgeber. Führungskräfte sollten demnach lernen, angemessen zu kommunizieren - und zuzuhören. Im Zweifelsfall empfiehlt die Expertin ein Training mit Profis.
Maren Lehkys Buch "Die 10 größten Führungsfehler - und wie Sie sie vermeiden" ist im Campus Verlag erschienen und kostet 22,90 Euro.
Quelle: dpa-tmn
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