12.01.2012, 12:15 Uhr | dpa-AFX
Die Douglas-Gründer wollen ihren Handelskonzern wieder komplett übernehmen. Gemeinsam mit Finanzinvestoren wolle sich die Familie Kreke den vollen Zugriff auf das Unternehmen sichern, sagte Vorstandschef Henning Kreke. "Die Familie Kreke steht voll und ganz hinter der Douglas-Gruppe und erwägt, Anteile zusammen mit Finanzinvestoren aufzustocken." Nach Angaben des Unternehmens wäre ein öffentliches Übernahmeangebot an alle Aktionäre möglich. Die Aktie reagierte auf die Nachricht mit einem Kursanstieg von bis zu 30 Prozent.
Die Familie Kreke hält nach jüngsten Angaben 12,6 Prozent der Douglas-Aktien. Henning Kreke ist Vorstandschef des Unternehmens, Vater Jörn führt den Aufsichtsrat. Größter Aktionär ist die Oetker-Gruppe mit 25,8 Prozent, mit der die Krekes seit vielen Jahren im Einvernehmen agieren. Für Wirbel sorgte im vergangenen Jahr der Einstieg des Drogerie-Händlers Erwin Müller mit gut zehn Prozent der Anteile. Weitere kleinere Aktienpakete liegen bei Banken und Fonds. Etwa ein Drittel der Aktien ist im Streubesitz.
Laut einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" hat die Familie Kreke zum Ziel, das Hagener Unternehmen von der Börse zu nehmen. Dies ist aktienrechtlich aber nur möglich, wenn sie mindestens 95 Prozent der Anteile besitzt. Aus Sicht von DZ-Bank-Analyst Holger Schwesig gäbe es einige Vorteile, sollte das Unternehmen zurück in private Hand gehen. Der Wert der Parfümerie-Kette sei für sich genommen wertvoller als die gesamte Gruppe zusammen, schreibt er. Douglas-Chef Kreke bestätigte auf Nachfrage zudem, unzufrieden mit dem Aktienkurs des Unternehmens zu sein. "Wir haben derzeit das Gefühl, dass der Aktienkurs nicht unseren wahren Unternehmenswert widerspiegelt."
An der Börse ist Douglas etwa eine Milliarde Euro wert. Der Schlusskurs der Aktie am Donnerstag, bevor die Gerüchte bekannt wurden, lag bei 25,38 Euro. Bei einem öffentlichen Übernahmeangebot wird üblicherweise ein Aufschlag gewährt.
Douglas hat rund 2000 Fachgeschäfte und weltweit etwa 25.000 Mitarbeiter. Zum Konzern gehören neben den Parfümerien, die Buchgruppe Thalia, der Juwelier Christ, die Modehäuser AppelrathCüpper und die Süßwarengeschäfte Hussel. Am Mittwoch hatte der Konzern seine Bilanz präsentiert und einen eher düsteren Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gegeben. Wegen der schwächelnden Buchsparte Thalia, die an Amazon und weitere Wettbewerber Kunden verliert, wird der Gewinn zurückgehen.
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Quelle: dpa-AFX , dapd
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