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Iraks Ölreserven sind deutlich gestiegen

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Iraks Ölreserven sind deutlich gestiegen

04.10.2010, 16:06 Uhr | AFP, dpa, t-online.de - mmr

Irakisches Ölfeld nahe Basra (Foto: Reuters)Irakisches Ölfeld nahe Basra (Foto: Reuters) Mit Schätzungen ist das so eine Sache. Vor allem wenn es um tief in der Erde verborgene Rohstoffe wie Erdöl geht. Jedenfalls hat der Irak in den vergangenen Monaten erstmals seit den 70er Jahren seine Erdöl-Reserven erkundet und dabei festgestellt, dass diese um rund 25 Prozent über der bisher bekannten Menge liegen. Das Öl lagere in 66 bekannten Ölfeldern. Es seien noch weitere Regionen zu erforschen, so dass die Reserven sogar noch größer sein könnten. Den neuen Schätzungen zufolge verfügt der Irak nun über die drittgrößten Ölreserven der Welt. Sein Land verfüge über Vorkommen von 143,1 Milliarden Barrel Öl, sagte der irakische Ölminister Hussein al-Schahristani in Bagdad. Damit wurde der Iran auf den vierten Platz verdrängt.

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Nur Saudi-Arabien und Venezuela haben mehr Öl

Den neuen Zahlen zufolge haben nur Saudi-Arabien und Venezuela größere Ölvorräte. Saudi-Arabien verfügt über bewiesene Ölvorkommen von 264,5 Milliarden Barrel, Venezuela über 211,1 Milliarden Barrel. Bislang hatte in der Statistik der Organisation der Erdölexportierenden Länder (OPEC) der Iran den dritten Platz belegt. Iraks Nachbarstaat verfügt über nachgewiesene Ölvorkommen von 137 Milliarden Barrel. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

Nach Angaben des irakischen Öl-Ministers geht der Anstieg der bekannten Ölreserven vor allem auf Untersuchungen der internationalen Energiekonzerne zurück, die seit einigen Monaten in den großen Ölfeldern West-Al-Kurna und Al-Subair in der Nähe der Stadt Basra arbeiten. Exxon Mobil und Shell hatten den Zuschlag für einen Teil der West-Al-Kurna-Ölvorkommen erhalten, den anderen Teil gewannen die russische Lukoil im Verbund mit der norwegischen Statoil ASA. Ein Konsortium unter der Führung des italienischen Konzerns ENI hatte im vergangenen Januar den Vertrag für Al-Subair unterschrieben.

Ölpreise geben vorübergehend leicht nach

Wohl auch wegen der gestiegenen Reserven rutschten die Ölpreise am Montag nach dem Höhenflug in der Vorwoche zunächst leicht ab. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der weltweit am meisten beachteten Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im November sank wieder auf unter 81 US-Dollar. Am Nachmittag notierte WTI dann über der 82-Dollar-Marke. Seit vergangenem Mittwoch war der US-Ölpreis um über fünf Dollar gestiegen. Gründe für den Preisanstieg waren ein schwacher Dollar (siehe EURUSD) sowie überraschend starke Konjunkturdaten aus China. Ein schwächerer Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger. Rohöl der Nordseesorte Brent kostete zuletzt gut 84 Dollar pro Fass.

CoBank erwartet sinkende Ölpreise

Die Ölpreise dürften jedoch laut Commerzbank bald wieder unter 80 Dollar je Barrel fallen. Der Ölmarkt sei aktuell überversorgt, heißt es in einem aktuellen Kommentar. So sei die Ölproduktion in Russland und die irakischen Ölexporte zuletzt deutlich gestiegen. Die gegenwärtig hohen Ölpreise führen laut Commerzbank bei den Ölkonzernen zu einer verstärkten Investitionstätigkeit.

Ölpreise weiterhin im Aufwärtstrend

Auch die Experten der FXdirekt Bank sehen kurzfristig fallende Ölpreise voraus - vor allem wegen technischer Faktoren. Zu Wochenbeginn konsolidiertr der Preis knapp unterhalb des wichtigen Brent-Niveaus bei 63,61 Dollar, gestützt von der Hoffung, dass die US-Fed schon bald eine neue Runde mit weiteren Unterstützungsmaßnahmen einläutet. Wie schnell die Fed eingreift, wird nach Einschätzung der Marktteilnehmer vor allem von den Daten bis zum nächsten Fed-Meeting am 2. bis 3. November abhängen. Markttechnisch wird der Aufwärtstrend auf Tagesbasis aber weiterhin bestätigt. Dennoch sollten Kaufpositionen, welche mit Blick auf die Überwindung der Signallinie bei 79,90 Dollar eingegangen wurden, nun engmaschig abgesichert oder aufgelöst werden.

US-Arbeitsmarkt-Bericht im Fokus

Im Mittelpunkt der Berichtswoche dürfte der US-Arbeitsmarkt am Freitag stehen. Die Lage am Arbeitsmarkt ist für den Konsum entscheidend, der rund zwei Drittel zur US-Wirtschaftsleistung beiträgt. Ein gedämpftes Wachstum hätte auch eine geringere Ölnachfrage zur Folge.


Quelle: AFP , dpa , t-online.de

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