28.11.2011, 10:28 Uhr | AFP, dpa-AFX
Der Internationale Währungsfonds (IWF) bereitet laut einem Medienbericht ein Hilfsprogramm für das hoch verschuldete Italien vor. Demnach soll das Paket ein Volumen von bis zu 600 Milliarden Euro haben, berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa" unter Berufung auf IWF-Vertreter. Mittlerweile dementierte der IWF aber den Bericht.
"La Stampa" hatte berichtet, entsprechende Kredite könnten mit einer Laufzeit von zwölf bis 18 Monaten vergeben werden, um die Finanzlage des Landes zu stabilisieren. Mit Zinsen zwischen vier und sechs Prozent sollten sie wesentlich günstiger sein als derzeitige Zwei- und Fünfjahresanleihen mit Zinssätzen von mehr als sieben Prozent. Nun hieß es vom IWF, er befinde "sich nicht in Diskussionen mit der italienischen Regierung über ein Finanzierungsprogramm".
Dem Bericht zufolge könnte der IWF jedoch nicht in der Lage sein, die Hilfskredite aus seinen aktuellen Mitteln zu bewältigen, weshalb verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung geprüft würden. Demnach sind beispielsweise Zahlungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Gespräch, für die der IWF garantieren könnte.
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Mit einer Unterstellung der EZB-Hilfen unter die Kontrolle des IWF solle auch Deutschland beruhigt werden, das eine stärkere Einbindung der EZB in die Eurorettung ablehnt und auf eine möglichst große Unabhängigkeit der Notenbank dringt, zitierte die Zeitung einen IWF-Vertreter.
Europäische Union und EZB hatten kürzlich bereits Experten zur Prüfung der italienischen Staatsfinanzen nach Rom entsandt. Auch der IWF will eigene Prüfer schicken.
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Auf Italien lasten Schulden in Höhe von rund 1,9 Billionen Euro. Zudem leidet das Land derzeit unter einem schwachen Wirtschaftswachstum. Dies ließ an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen die Sorge aufkommen, dass Italien ebenso wie bereits Griechenland, Irland und Portugal Finanzhilfen brauchen könnte. Der neue Ministerpräsident Mario Monti steht unter starken Spardruck, um Versäumnisse seines zurückgetretenen Vorgängers Silvio Berlusconi aufzuholen.
Gleichzeitig berichtete der "Spiegel", dass der Versuch, die verbliebenen Mittel des Euro-Rettungsfonds EFSF auf rund eine Billion Euro zu hebeln, vor dem Scheitern steht. Grund dafür sei die Zurückhaltung potenzieller Geldgeber, berichtete das Magazin vorab aus seiner neuen Ausgabe. Beim Treffen der Euro-Gruppe Anfang kommender Woche wolle EFSF-Chef Klaus Regling den Finanzministern Varianten vorlegen, die nur noch auf eine Verdoppelung und allenfalls auf eine Verdreifachung der EFSF-Restmittel von 250 Milliarden Euro hinauslaufen, berichtete der "Spiegel" ohne Angabe von Quellen.
Der Euro-Rettungsfonds ist das wichtigste Werkzeug der Eurozone gegen eine Ausbreitung des Schuldenproblems. Daher soll die Schlagkraft des Fonds erhöht werden - allerdings ohne weiteres Geld bereitzustellen. Ursprünglich wollten die Euro-Retter die noch nicht verplanten 250 Milliarden Euro mit Beteiligung privater Investoren vor allem aus Asien, etwa über ein Versicherungsmodell, auf das Vier- bis Fünffache steigern. Um seine Finanzkonstrukte für Anleger attraktiver zu machen, müsse sich der Rettungsschirm nun mit mehr Eigenmitteln engagieren, was den Hebel kleiner ausfallen lasse, hieß es in dem "Spiegel"-Bericht weiter.
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Quelle: dpa-AFX , AFP , t-online.de
Gusataf schrieb:
am 27. November 2011 um 18:59:49
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(21)
Italien
Wenn eine grosse Volkswirtschaft wie Italien kippt, ist der Euro am Ende.
Raus aus dem Euro und mit den stabilen Ländern im Norden
eine neue Währungsunion gegründet.
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Wolfi 24.110 schrieb:
am 27. November 2011 um 18:58:59
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(11)
"Presse: IWF bereitet Italienrettung vor"
...Währungsreform. Wer was über Währungsreformen wissen will... Ich schweige lieber über die Folgen.
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Zyniker schrieb:
am 27. November 2011 um 18:58:40
(258)
(13)
Analyse
Ich bin kein Feind der EU, ich habe sie fast immer geschätzt. Nicht das bürokratische Monster, sondern die praktischen Vorteile.
Allem voran die offenen Grenzen, auch der Euro war, seinem Ruf zum Trotz, eigentlich ein Segen. Doch die einstigen Nachteile, wie die Verschwendung von Subventionen und die massive Bürokratie, rücken nun in den Hintergrund. Die neuen Probleme (Italien etc.) sind existenzbedrohend. Die EU wird sich komplett verändern müssen oder untergehen.
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