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Jobsuche: Falsche Stellenanzeigen lassen Bewerbungen ins Leere laufen

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Falsche Stellenanzeigen: von wegen Jobangebot

10.03.2011, 16:08 Uhr | sia

Nicht hinter jeder Stellenanzeige steckt tatsächlich ein Job. (Foto: imago)

Nicht hinter jeder Stellenanzeige steckt tatsächlich ein Job. (Foto: imago)

Wer ein paar Wochen lang nach einem Job sucht, dem ist beim Durchforsten der Jobbörsen bestimmt schon eines aufgefallen: Da sucht eine Firma scheinbar ständig neue Mitarbeiter. Wer nun glaubt, dass es sich dabei um ein blühendes Unternehmen handelt, und sich schnell bewirbt, kann eine herbe Enttäuschung erleben. Denn nicht immer hat der inserierende Betrieb tatsächlich im Sinn, weiteres Personal einzustellen. Wir erklären Ihnen, was hinter solchen falschen Stellenanzeigen steckt und wie Sie sie erkennen.

Anzeige, um Bewerberdaten zu sammeln

Experten schätzen: Etwa 20 Prozent der Stellenanzeigen werden geschaltet, ohne dass das annoncierende Unternehmen wirklich einen Job vergeben will. Manche Firma wolle sich nur ein Bild von der "aktuellen Marktsituation" machen, erläuterte Ruedi Winkler von der gleichnamigen Personal- und Organisationsentwicklungsfirma aus der Schweiz gegenüber cash.ch. Ziel der Aktion sei es dann häufig, möglichst viele Daten von Personen zu sammeln.

Jobangebote als Imagekampagne

"Stellenausschreibungen wirken in dem Fall als Markterkundungs- und Personalplanungstools", betonte Winkler. Dem Personalprofi zufolge wäre es auch möglich, dass der Betrieb in einer ersten Anzeige nicht den passenden Bewerber fand und nun nachhakt. Krasser sieht Karrierecoach Martin Wehrle das Spiel mit den falschen Anzeigen. Manche Firmen nutzten derartige Scheinstellenangebote schlicht als Imagekampagne, erklärte Wehrle im Gespräch mit bild.de.

Die freien Stellen signalisierten ein gut laufendes Geschäft - und nur darauf zielten sie ab. Ein Trick, den Unternehmen gerne auch anwenden, um die Konkurrenz zu beeindrucken und Geld zu sparen. Immerhin kostet eine Stellenannonce deutlich weniger als eine Werbeanzeige.

Fiktive Ausschreibungen erkennen

Die meisten fiktiven Jobofferten seien jedoch leicht daran zu erkennen, dass die Beschreibung des Stellenprofils äußerst unpräzise bei gleichzeitig geforderter hoher Qualifikation ist, so Winkler. Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn die Selbstdarstellung des Unternehmens sehr ausführlich ausfällt, jedoch nur knapp oder gar nicht gesagt wird, über welche Voraussetzungen der zukünftige Mitarbeiter verfügen sollte. Dahinter verbirgt sich womöglich ein schlichter Fall von Eigenwerbung der Firma.

Arbeitgeber sollte genannt werden

Zwielichtig wirken auch Annoncen, in denen überhaupt kein Arbeitgeber genannt wird. Die Agenturen für Arbeit werden zudem wachsam, wenn eine vakante Arbeitsstelle vom Arbeitgeber und parallel dazu von einem privaten Arbeitsvermittler gemeldet wird.

Zeitarbeitsfirmen bilden Ausnahme

Einen anderen Grund, Stellen ohne ein aktuelles Jobangebot zu annoncieren, haben Zeitarbeitsfirmen. In diesem Bereich wird, wenn ein Kunde einen Mitarbeiter angefordert hat, das Stellenprofil gespeichert und die Anzeige erneut herausgegeben - ohne tatsächlichen Bedarf.

In Vorstellungsgesprächen oder Telefoninterviews machen sich die Zeitarbeitsvermittler dann ein erstes Bild vom Bewerber - und katalogisieren im positiven Fall die Bewerbung. Fordert ein Unternehmen einen Mitarbeiter an, greift man auf den katalogisierten Jobkandidaten zurück. Auf diese Weise stellen die Personalverleiher sicher, die Anforderungen ihrer Kunden erfüllen zu können.


sia  

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