22.05.2012, 14:01 Uhr | t-online.de/business
Persönliche Empfehlungen helfen bei der Jobsuche weiter. (Foto: Imago)
Tagelang Online-Jobbörsen durchforsten, immer wieder die Wochenendausgaben der Zeitungen wälzen - alles nur für einen neuen Job. Nicht unbedingt nötig, sagen Experten. Denn die Mund-zu-Mund-Propaganda bringt Jobsuchende unter Umständen viel schneller und einfacher zu einem Vorstellungsgespräch. Wir verraten Ihnen, wie ganz ohne viel Sucherei eine neue Stelle finden können.
Mundpropaganda ist bei einer Stellensuche oft entscheidend. Denn ein Großteil aller Jobs werde auf dem "verdeckten Stellenmarkt" vergeben, erläuterte die Karriereberaterin Madeleine Leitner aus München. Bevor eine Stelle ausgeschrieben wird, hörten sich viele Arbeitgeber zunächst einmal um, ob jemand im Unternehmen einen passenden Kandidaten kennt. Bewerber müssten daher versuchen, sich bereits in dieser Phase ins Gespräch zu bringen.
Eine aktuelle Studie „Top Arbeitgeber Deutschland 2009" des CRF Institute bestätigt, dass persönliche Empfehlungen ein guter Einstieg in den Job sein können. 63 Prozent der befragten Unternehmen setzen demnach bei der Gewinnung von neuem Personal auf persönliche Empfehlungen von Mitarbeitern oder installieren gezielte Employee Referral Programme, durch die eigene Mitarbeiter motiviert werden, aktiv neue Kollegen anzuwerben.
Um so an einen neuen Job zu kommen, sollten die Bewerber all ihren Bekannten Bescheid geben, dass sie eine Stelle suchen. Das trauten sich einige aber nicht: "Viele schämen sich und erzählen lieber nichts davon." Wichtig sei es aber, die eigene Stellensuche offenzulegen, empfahl Leitner. Nur so können andere einen bei ihrem Chef empfehlen, wenn eine Stelle zu besetzen ist.
Wie Bewerber andere am besten dazu bringen, hängt aber davon ab, wie gut sie diese kennen. "Bei Freunden kann ich ganz offen sagen, dass ich eine Stelle suche", erläuterte Leitner. Denn sie dürften in der Regel gerne ihre Mithilfe anbieten. Ihnen sollten Bewerber auch möglichst genau erklären, welche Stelle sie suchen und welche Qualifikationen sie dafür zu bieten haben. "Je klarer ich das beschreibe, umso besser kann der andere mir helfen."
Ist die Beziehung weniger eng, fallen Bewerber lieber nicht gleich mit der Tür ins Haus. Denn wer zum Beispiel einen früheren Kollegen kontaktiert, vergrätzt ihn leicht, wenn er sich sofort als Bittsteller an ihn wendet. "Man darf nicht als ersten Eindruck vermitteln: 'Ich bin ein Problemfall.' Da geht die Klappe beim anderen gleich runter", erklärte Leitner.
Bewerber brauchen in solchen Fällen also einen anderen Grund als ihre Stellensuche für die Kontaktaufnahme. Denn sie bringt wenig, wenn sie offensichtlich nur zum Netzwerken dient. "Leute hassen es, wenn sie benutzt werden", sagte Leitner. "Solches 'Networking' klappt nur, wenn man zeigt, dass man sich für den Menschen interessiert."
Mitunter muss ein Gefallen dabei gar nicht groß sein, um Bewerbern einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Manchmal reiche es dafür schon, wenn ein Bekannter im Betrieb es für Bewerber übernimmt, ihre Unterlagen persönlich in die Personalabteilung zu bringen oder dem Chef auf den Tisch zu legen - dann dürften sie zumindest nicht gleich im Stapel der Bewerbungsmappen verschwinden.
t-online.de/business
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