16.06.2009, 15:18 Uhr | Commerzbank AG
Kaffetasse (Foto: dpa)Kaffee ist nach Wasser das am häufigsten konsumierte Getränk der Welt und der Anbau verschafft weltweit rund 125 Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt. Der Aufbau einer Kaffeeplantage ist langwierig und kostenintensiv, sodass die Produzenten nur eingeschränkt auf Preisverwerfungen reagieren können. Unterschieden werden zwei Hauptsorten von Kaffee. Die vor allem in Mittel- und Südamerika angebaute Sorte Arabica ist milder und wird in der Regel mit einem Preisaufschlag gehandelt. Robusta wächst dagegen überwiegend in sehr heißen Regionen in Afrika und Asien.
Aktueller Kurs - Kaffee
Übersicht - Alle Rohstoffe auf einen BlickHandelsplatz von Kaffee
Der wichtigste Handelsplatz für Kaffee ist das New York Board of Trade (NYBOT), wo ausschließlich Arabica-Kaffee gehandelt wird. Die gehandelten Kontrakte notieren in US-Cent pro amerikanischem Pfund (lb) und umfassen 37.500 lbs. Das entspricht etwa 260 Säcken a 60 Kilogramm (1 lb = 0,45359 kg). Markttrend des Kaffees
In den 70er Jahren wurden in der Spitze Preise von mehr als 4,50 Dollar pro amerikanischen Pfund bezahlt. Seitdem entwickelt sich der Preis unter starken zwischenzeitigen Schwankungen nach unten und fiel 2001 bis auf ein Tief von 45 Cent zurück. Hauptgrund für die Kaffee-Krise waren eine übermäßige Ausweitung der Produktion, die über viele Jahre doppelt so stark wuchs wie die Nachfrage. Verschärft wurde die Situation in der Saison 2001/2002 durch eine Rekordernte in Brasilien, dem mit Abstand wichtigsten Erzeugerland. In Reaktion auf den Preisverfall, der in vielen stark vom Kaffee-Export abhängigen Ländern schwere Folgeprobleme auslöste, wurde ein internationaler Notfall-Plan entwickelt, um den Kaffeepreis zu stabilisieren. Die Bemühungen zeigen offenbar erste Erfolge, denn seit dem Tief hat sich der Weltmarktpreis spürbar erholt.Angebot und Nachfrage von Kaffee
Der wichtigste Kaffee-Produzent ist Brasilien, auf das runde 30 Prozent der jährlichen Kaffee-Produktion und des Export-Angebots entfallen. Stark aufgeholt hat in den letzten zehn Jahren Vietnam, die inzwischen drittgrößter Produzent und bereits zweitwichtigster Exporteur sind. Platz drei behauptet Kolumbien. Die größten Kaffee-Importeure sind die USA (20 Prozent) und Deutschland (14 Prozent). Die übrigen EU-15-Staaten (ohne Deutschland) kommen zusammen auf weitere 30 Prozent.
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