Das Gezerre um Opel geht weiterIm Übernahmekampf um Opel sieht der Finanzinvestor RHJ International (RHJI) gute Chancen für sein Konzept. "Wir denken, dass unser Angebot äußerst attraktiv ist", sagte ein Sprecher von RHJI. Nach einem Zeitungsbericht gilt RHJI im Bundeswirtschaftsministerium inzwischen als Favorit, die Regierung selbst dementierte diesen Bericht jedoch. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt indes weiter auf Magna.
RHJI hatte sein Konzept am Mittwoch im Wirtschaftsministerium der Opel-Arbeitsgruppe aus Vertretern verschiedener Ministerien vorgestellt. Diese Gespräche seien in "sehr konstruktiver Weise" verlaufen, zitierte die "Bild"-Zeitung aus Verhandlungskreisen. Im Umfeld von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) würden diesem Angebot mehr Chancen eingeräumt als dem Konzept von Magna. Eine Ministeriumssprecherin wies dies allerdings zurück: Es gebe keinen Favoriten im Bieterkampf um Opel.
Beck: "Eine Zumutung"
Auf wenig Gegenliebe stieß das Konzept in den Ländern. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), nannte das Angebot am Donnerstag eine "Zumutung". "Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt, das ist kein akzeptables Konzept", erklärte er am Donnerstag. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte schon am Mittwoch die Staatshilfen von Bund und Ländern für den Fall in Frage gestellt, dass RHJI in den Verhandlungen mit der Konzernmutter General Motors (GM) den Zuschlag erhalte.
Merkel setzt auf Magna
Im Rennen ist neben RHJI auch noch der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna, der sich zum Favoriten von Bundeskanzlerin Merkel entwickelt. "Magna bietet ausgezeichnete Ansatzpunkte", betonte Merkel nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. Diese Lösung würde zum einen Opel Chancen eröffnen und andererseits auch eine strategische Kooperation mit Russland ermöglichen.
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Medwedew sagt Unterstützung zu
Merkel räumte zugleich ein, dass es noch "etliche Fragen zu klären" gebe: "Wir setzen aber alles daran, hier die offenen Fragen in den nächsten Tagen zu lösen. " Dabei sei aber wichtig, dass auch der Investor Magna "seine Beiträge leisten kann". Medwedew sicherte seine Unterstützung zu. "Wir werden alles dafür tun, dass dieses Projekt realisiert werden kann", sagte er. Partner Magnas bei den Opel-Plänen ist die halbstaatliche russische Sberbank.
RHJI zuversichtlich
RHJI zeigte sich dennoch zuversichtlich. Die Beteiligungsgesellschaft habe die notwendigen Finanzmittel, um Opel zu übernehmen, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Das Angebot sieht Branchenkreisen zufolge vor, keinen der deutschen und britischen Standorte des angeschlagenen Autobauers zu schließen. Zudem benötige die Beteiligungsgesellschaft weniger Staatshilfen als Magna bei seinem Angebot. Stellen will RHJI den Angaben zufolge aber trotzdem abbauen.