
29.04.2011, 08:29 Uhr | Financial Times Deutschland
Möglicher Gewinner der Kampfjet-Ausschreibung Indiens: Der Eurofighter (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Es ist der wahrscheinlich größte Auftrag für Kampfjets in diesem Jahrzehnt. Indien will 126 Maschinen bestellen. Nun sickern Details durch, wer in die Endauswahl kommt. Die Branche ist überrascht: Denn es sind nicht die Amerikaner.
In den Kampf um einen milliardenschweren Rüstungsauftrag aus Indien kommt Bewegung. Nachdem bislang sechs Modelle aus den USA, Europa und Russland auf der Bewerberliste standen, fiel jetzt eine Vorentscheidung: Es kämen nur die beiden europäischen Modelle Eurofighter und Rafale in die Schlussrunde, sagte ein Sprecher des indischen Verteidigungsministeriums.
Offiziell bestätigt wurde diese Entscheidung bislang nicht. Allerdings trat am Donnerstag der US-Botschafter in Indien zurück, was in der Branche im Zusammenhang mit dem Gerangel um den Auftrag gesehen wird.
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Für die Rüstungsbranche hängt viel von dem Auftrag ab, denn er ist riesig: Indien will 126 Kampfjets im Wert von rund zehn Milliarden Dollar bestellen.
Für die USA wäre ein Ausscheiden aus dem Milliarden-Poker in politischer als auch rüstungstechnologischer Hinsicht ein enormer Rückschlag. Noch nie verloren die Vereinigten Staaten eine direkte Kampfflugzeugausschreibung gegen das von Deutschland, Spanien, Großbritannien und Italien gestützte Modell Eurofighter oder gegen das französische Modell Rafale.
Bei Kampfflugzeugaufträgen ist die politische Komponente mindestens so wichtig wie die technische Leistung des Jets, heißt es in der Branche. Vermutet wird daher, dass die Amerikaner alle Hebel in Bewegung setzen, um vielleicht doch noch an den Auftrag zu kommen.
Mehrere indische Medien berichten übereinstimmend, dass es jetzt auf einen rein europäischen Wettbewerb zwischen dem vor allem vom EADS-Konzern gebauten Eurofighter sowie dem vom französischen Hersteller Dassault produzierten Rafale hinausläuft.
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Von den unterlegenen Herstellern teilte bislang nur der schwedische Rüstungskonzern Saab mit, dass er vom indischen Verteidigungsministerium mit seinem Modell Gripen aussortiert wurde. Dem Gripen-Jet hatten Beobachter geringe Chancen eingeräumt. Um den Auftrag hatte sich eine Reihe von Anbietern mit ihren Kampfflugzeugen formal beworben: von Lockheed Martin das Modell F-16, von Boeing die F/A-18 E/F Super Hornet, die MIG-35 von RSK-MiG - und eben die französische Rafale (Dassault), der Eurofighter (EADS, BAE Systems, Alenia) sowie das schwedische Modell Gripen von Saab.
Die Inder fordern vom Gewinner, dass er eine Endmontage für den Kampfjet auf dem Subkontinent einrichtet. Damit würde praktisch eine Lizenzfertigung in dem asiatischen Land entstehen. Zunächst sollen etwa 2015 gut ein Dutzend Flugzeuge vom Hersteller nach Indien geliefert werden, bevor dann dort die Eigenmontage beginnt.
EADS verliert einen Tankerauftrag mit einem Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar. zum Video
Neu-Delhi verlangt auch einen detaillierten Einblick in die Technologie des Fliegers. Eine Auflage ist zudem, dass 50 Prozent des Auftragswertes von der Gewinnerfirma in indische Rüstungsunternehmen investiert werden müssen.
Alle Bewerber haben ihre Vorschläge für die Zusammenarbeit und die Zusatzinvestitionen bereits eingereicht. Die Details sind aber geheim. Unter Militärexperten heißt es, der Eurofighter und das Rafale-Modell überzeugten vor allem durch ihre technische Leitungsfähigkeit. Das Eurofighter-Konsortium bot den Indern auch eine direkte Mitarbeit an einem elektronischen Super-Radar für das Flugzeug an.
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Quelle: Financial Times Deutschland
ppl schrieb:
am 5. Januar 2012 um 11:54:03
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Eurofighter an Indien
Bei diesen Rahmenbedingungen ist das kein Geschäft. Zu diesen Bedingungen wird Rußland auch keine MIG-35 liefern.
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xicht schrieb:
am 11. Oktober 2011 um 10:04:29
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(1)
Sehr kurzsichtig Ole
so was wie dich nennt man üblicherweise eine Krämerseele. Viele sehr gute Studenten aus China bleiben im Westen, sehr
gute Leute haben uns noch nie geschadet. Noch wichtiger sind die Heimkehrer, die den Westen mit seinen Idealen kennen und somit helfen, Kriege gegen uns zu vermeiden. Seit Jahrzehnten klappt das wunderbar. Übrigens: Wettbewerb belebt das Geschäft, Konkurrenzdruck schafft Fortschritt und damit Wohlstand, Kriege sind unglaublich teuer, das wollen wir nicht haben.
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N. ter Beil schrieb:
am 29. April 2011 um 12:54:31
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Kampfjets
Es muß nicht heute oder morgen zutreffen für die großen JUÄSÄI, aber auch dort geht der Krug nur solange zum Brummen bis er
bricht. Jedes Imperium hat seine Zeit und dann zerbricht es. Inka, Rom, Khmer Commonwelth, UdSSR um nur einige zu nenne. Alles hat seine Zeit und nichts ist ewig in der Welt. Für manche Zeitgenossen nur schwer zu verstehen, Macht erzeugt eben auch Gier, leider keinen humanen Charakter.
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