18.11.2009, 10:31 Uhr | Tobias Schormann, dpa
Bei einer Weiterbildung sollte man sich realistische Ziele stecken. (Foto: Imago)
Mit ihrem Job unzufriedene Arbeitnehmer können sich mit einer Weiterbildung neue Perspektiven eröffnen. Dabei stecken sich Beschäftigte aber besser keine zu hohen Ziele - sonst sind sie beim Lernen schnell gefrustet.
"Man darf sich nicht überfordern", sagte der Glücksforscher und Ökonom Prof. Karlheinz Ruckriegel von der Fachhochschule Nürnberg in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst. "Das ist wie im Sport: Wenn ich im 100-Meter-Lauf gleich bei Olympia mitmachen will, ist der Frust programmiert."
Laut einer Untersuchung der Studiengemeinschaft Darmstadt und von TNS-Infratest können Weiterbildungen ein Sprungbrett sein, um im Beruf aufzusteigen. Dieses Ziel haben 85 Prozent von rund 200 befragten Absolventen nach eigenen Angaben ganz oder zumindest teilweise erreicht. Dafür müssten Berufstätige häufig aber ihren Feierabend opfern, sagte Ruckriegel. "Diese Belastung darf man nicht unterschätzen." Denn sonst bestehe die Gefahr, dass Teilnehmer ihre Weiterbildung abbrechen.
Allerdings dürften Beschäftigte sich dabei nicht zu sehr unter Druck setzen. Erfolgserlebnisse ließen sich vielmehr erreichen, indem Berufstätige sich selbst herausfordern, ohne sich zu überfordern, erläuterte Ruckriegel. Dabei kann es dem Glücksforscher zufolge helfen, Weiterbildungsziele in kleine Etappen einzuteilen. Wenn zum Beispiel eine Sekretärin in die Buchhaltung aufsteigen will, kann sie sich zunächst nur zum Thema Steuerabrechnung fortbilden und muss nicht sofort ein BWL-Studium beginnen.
Tobias Schormann, dpa
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