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Karriere: Zurück zum ehemaligen Arbeitgeber?

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Comeback beim alten Arbeitgeber?

14.02.2011, 16:02 Uhr | t-online.de/business

Zurück zum alten Arbeitgeber: Das ist für die meisten Chefs kein Problem. (Foto: Imago)

Zurück zum alten Arbeitgeber: Das ist für die meisten Chefs kein Problem. (Foto: Imago)

Vor einem Jahr erst hat Müller sein altes Unternehmen verlassen, um in einer anderen Firma Karriere zu machen. Doch seine Hoffnungen haben sich nur zum Teil erfüllt, und jetzt hat er gehört, dass der Ex-Arbeitgeber eine Stelle anbietet, die wie geschaffen für ihn wäre. Aber ein zweiter Anlauf im ehemaligen Betrieb - das funktioniert doch nicht! Falsch, sagt eine Studie der Personalberatung Robert Half. Demnach kann es sich durchaus lohnen, ein Comeback zu versuchen.

Bedenken sind meist unbegründet

Das Ergebnis der Half-Studie Workplace Survey: Die Mehrheit der Chefs würde Ex-Mitarbeitern eine neue Chance einräumen. Wer also für alle Möglichkeiten offen ist und auch eine Rückkehr zum früheren Arbeitgeber nicht kategorisch ausschließt, macht alles richtig, so die Experten. Bedenken, sich erneut bei der alten Firma zu bewerben, sind oftmals unbegründet. Im Gegenteil: Gut drei Viertel der Führungskräfte in Deutschland und Österreich sowie gut zwei Drittel ihrer Kollegen in der Schweiz gaben an, sich darüber zu freuen ehemalige Beschäftigte wieder im Team zu haben.

Erfolgsmodell Gegenangebot

Etwa zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte in Deutschland und Österreich sowie mehr als die Hälfte der Befragten in der Schweiz sind laut der Umfrage sogar der Meinung, dass ein Unternehmen Leistungsträger gar nicht erst ziehen lassen und Wechselwilligen ein Gegenangebot unterbreiten sollte. Die Chancen, dass dieses angenommen wird, liegen gut. Knapp drei Viertel der Studienteilnehmer würde ihre Kündigung eventuell zurückziehen, wenn ihnen ihr bisheriges Unternehmen bessere Konditionen anbieten würde.

Mehr Geld für Rückkehrer

Bei einem "Comeback" kann sich dieser Wunsch erfüllen: In der Regel steigt der Rückkehrer mit besseren Konditionen in sein ehemaliges Unternehmen ein. Meist geht es schließlich nicht darum, den alten Job wieder aufzunehmen, sondern eine höhere Position auszufüllen. Business-Trainerin Barbara Schneider aus Hamburg rät Jobwechslern, etwa 25 Prozent mehr zu verlangen. Andere Experten geben an, man könne mit einem Aufschlag von etwa 15 bis 20 Prozent auf den aktuellen Verdienst rechnen. Natürlich hängt das außerdem von der jeweiligen Branche und dem Arbeitsort ab. Der Ex-Mitarbeiter kennt gewöhnlich das Gehaltsgefüge der Firma - und kann daher wahrscheinlich gut einschätzen, in welchem Rahmen ein höherer Verdienst verhandelbar ist.

Professioneller Abgang ist wichtig

"Ein Wechsel von einem Unternehmen in ein anderes ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden“, erläutert Sven Hennige, Managing Director Central Europe von Robert Half International. Von daher sei es für Arbeitnehmer, die zögern, den Schritt ins Unbekannte zu wagen, gut zu wissen, dass es häufig einen Weg zurück gibt. "Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Kündigung professionell und sachlich erfolgt und auf keiner Seite schlechte Gefühle übrig bleiben“, betont Hennige.

Drei goldene Regeln

Wer sich die Tür beim alten Chef offen halten möchte, sollte aber einige Regeln beachten. Das fängt schon mit der Kündigung an. Wer den Job lediglich wechselt, um neue Erfahrungen zu sammeln oder eine neue Herausforderung anzunehmen, sollte das beim Abgang deutlich machen, raten die Experten von Robert Half. Dass der Mitarbeiter mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehe, sei ein Lob für die bisherige Firma - und werde positiv aufgenommen.

In Kontakt bleiben

Regel Nummer zwei lautet demnach: in Kontakt bleiben. Gerade über Social-Media-Seiten sei es leicht, sich online mit ehemaligen Kollegen und Vorgesetzen weiter auszutauschen - und etwa frühzeitig von interessanten Jobangeboten zu erfahren. Gleichzeitig habe der ehemalige Chef die Möglichkeit, sich bei einer offenen Stelle direkt an den Ex-Mitarbeiter zu wenden.

Stolpersteine aus dem Weg räumen

Steht eine Rückkehr dann tatsächlich zur Debatte, sollten im Vorfeld mögliche Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden, meinen die Berater. Sowohl der Mitarbeiter als auch das Unternehmen hätten sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt – die Vorstellungen und Erwartungen von beiden Seiten sollten daher detailliert besprochen werden, um ein böses Erwachen zu vermeiden. Für die Studie Workplace Survey 2010 befragte der Personaldienstleister Robert Half mehr als 3000 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern. Die Analyse wird drei Mal jährlich zu Trends auf dem Arbeitsmarkt durchgeführt.


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