03.06.2011, 13:44 Uhr | FTD, Sabine Meinert
Apple, Google und Co. sind beliebte Unternehmen bei Studenten. (Foto: imago, dpa)
Die Jobchancen in Deutschland haben sich verbessert. International sieht es dagegen anders aus: Der Berufsstart ist derzeit in Europa nicht überall leicht zu meistern. Die Vorlieben für Arbeitgeber sind aber weitgehend gleich.
Rund 20.000 Studenten von den besten Hochschulen Europas befragte das Beratungsunternehmen Universum, wie sie ihre Jobchancen bewerten und welche Arbeitgeber sie bevorzugen. Unter den 135 vertretenen Nationalitäten waren die Deutschen am optimistischsten - mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab an, sich ziemlich sicher zu sein, bei ihrem Lieblingsarbeitgeber tatsächlich punkten zu können.
In Großbritannien, Irland, Italien oder Griechenland sieht das dagegen anders aus. Mehr als zwei Drittel der Studenten sieht hier seine Felle davon schwimmen. In Spanien ist nicht einmal jeder Fünfte überzeugt, er könne beim bevorzugten Unternehmen eine Stelle ergattern.
Attraktiv ist für die Nachwuchskräfte vor allem ein Unternehmen, das einen guten Ruf hat, sich auf dem Markt behaupten kann und sein Prestige ausbaut. Werte wie eine gute CSR oder hohe ethische Standards spielen dagegen weniger stark eine Rolle. Den Experten von Universum zufolge ist das ein Hinweis darauf, dass die Studenten inzwischen ihre Karriere strategisch planen und mehr auf den Aufbau der Ich-Marke achten als darauf, ein verantwortungsbewusstes und nachhaltig arbeitendes Unternehmen zu wählen.
Worauf achten Sie bei einem Arbeitgeber?
Wert | Nennung |
guter Ruf | 72 Prozent |
Markterfolg | 70 Prozent |
Prestige | 66 Prozent |
Corporate Social Responsibility | 33 Prozent |
hohe ethische Standards | 30 Prozent |
Befragt nach den Arbeitgebern, die sie in ihrer persönlichen Beliebtheitsliste nach ganz oben wählen würden, nannten die befragten Studenten Google und Apple. Dieses Ergebnis ist nicht wirklich überraschend - die beiden Unternehmen finden sich seit Jahren unter den Favoriten der Berufseinsteiger. Sie punkten mit herausfordernden, spannenden Arbeitsaufgaben, modernen Produkten, flexiblen Arbeitszeiten und Markenimage. Google konnte zudem in den vergangenen Jahren die Nachwuchskräfte auch durch neuartige Work-Life-Balance-Modelle überzeugen.
Bei Wirtschaftswissenschaftlern ebenso gefragt bleiben die Unternehmensberatungen und Kosmetikproduzent L'Oréal. Die Ingenieure bevorzugen dagegen Google und den Luftfahrt-Riesen EADS. Auch deutsche Unternehmen konnten ihre Anziehungskraft auf Elitestudenten ausbauen: Audi schaffte es 2011 im Ingenieursranking auf Platz 2. BMW, Porsche und Siemens fielen in den Top-Rängen nur leicht zurück.
Naturwissenschaftler, IT-ler und Geisteswissenschaftler wählten nach den obligatorischen Top-Arbeitgebern Google und Apple vor allem branchenspezifische "Lieblinge". So ist bei den IT-Studenten Microsoft ganz vorn dabei, dazu Nokia, IBM und Oracle. Bei den Naturwissenschaftlern gehören Roche, Novartis und Bayer zu den Favoriten. Die Geisteswissenschaftler würden zudem gern bei Nonprofit-Organisationen oder im internationalen Organisationen wie der Zentralbank oder der EZB arbeiten.
Karriereziele definierten die Umfrageteilnehmer vor allem genderspezifisch: Während Männer stärker nach Führungsverantwortung und Expertise in technischen und fachspezifischen Fragen streben, liegen bei Frauen das Gemeinwohl und ethische Standards stärker in Front. Prestige ist den weiblichen Berufseinsteigern dagegen nicht so wichtig. Auch beim Gehalt würden sie zugunsten der Jobsicherheit um bis zu 8600 Euro brutto pro Jahr zurückstecken. Damit liegen die Gehaltserwartungen der weiblichen Jobstarter um rund ein Fünftel unter denen der Männer. Allen wichtig ist dagegen eine ausgewogene Work-Life-Balance.
Die Studie des auf Employer Branding spezialisierten Beratungsunternehmens Universum erfasst die Antworten von knapp 20.000 Studenten an Europas Top-Hochschulen zu Arbeitgeberpräferenzen und Karrierezielen - getrennt nach Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren, IT-Studenten, Geisteswissenschaftlern, Naturwissenschaftlern.
Quelle: Financial Times Deutschland
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