26.07.2010, 10:04 Uhr | afp, apn, dpa-AFX
Die Gläubiger haben den Weg zur Rettung von Karstadt durch Nicolas Berggruen freigemacht (Foto: ddp)
Karstadt ist nach der wochenlangen Zitterpartie offenbar vorerst gerettet. So ebnete der Vermieter der Karstadt-Immobilien Highstreet den Weg für eine Einigung mit dem Karstadt-Investor Nicolas Berggruen, wie Alexander Dibelius, Europachef der US-Investment-Bank Goldman Sachs, die 51 Prozent am Vermieter-Konsortium Highstreet hält, der "Bild am Sonntag". Highstreet habe "weitere" Zugeständnisse bei den Mietverträgen gemacht.
"Wir als Vermieter stellen uns damit unserer Verantwortung", sagte Dibelius. Er rechne mit einer Zustimmung bei der für Mittwoch einberufenen Gläubigerversammlung. Dort müssen alle Highstreet-Beteiligten einem Gesamtlösungspaket, das auch Mietminderungen beinhaltet, zustimmen. Nimmt auch Berggruen und der Karstadt-Gläubigerausschuss die Lösung an, kann das Insolvenzgericht am 10. August den Insolvenzplan annehmen. Karstadt mit allen 25.000 Mitarbeiter und 120 Häusern wäre dann gerettet. "Wir gehen von einer Zustimmung aller Gläubiger aus und hoffen, dass die Berggruen-Holding jetzt im Sinne aller Karstadt-Mitarbeiter handelt", sagte Dibelius.
Berggruen müsse nun beweisen, dass er Karstadt wie versprochen ohne Entlassungen und Filial-Schließungen in die Zukunft führen könne. "Es bleiben unsere Fragezeichen im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Unternehmenskonzepts der Berggruen-Holding bestehen", fügte Dibelius hinzu. Er hoffe, dass der konstruktive Einsatz von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und die Vorfestlegung von ver.di auf Berggruen sich auszahle.
Berggruen fordert günstigere Mietkonditionen. Ohne Einigung kann der Kaufvertrag nicht umgesetzt werden. Wie die Lösung aussieht, sagte Dibelius nicht. Berggruen begrüßte die Nachricht: "Wir freuen uns zu hören, Highstreet beabsichtige den Vertragsvorschlag zu akzeptieren, dem die Kreditgeber und weitere Gläubiger bereits zugestimmt haben." Berggruen-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy sagte: "Gerne erwarten wir die verbindliche Bestätigung und Unterschrift durch die zuständigen Verhandlungspartner von Highstreet."
Dem Highstreet-Konsortium, hinter dem auch die Deutsche Bank steht, gehören insgesamt 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser. Die Verhandlungen über die Mietbedingungen waren bei Detailfragen ins Stocken geraten. Berggruen hatte Anfang Juni den Zuschlag für Karstadt erhalten und dabei gegen Highstreet im Bieterwettstreit das Rennen gemacht.
Quelle: dpa-AFX , t-online.de , AFP , dapd
Bernd schrieb:
am 26. Juli 2010 um 11:22:21
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Unwissende Pessimisten
Neben allem Halbwissen vermise ich mal ein leichtes Frohlocken über die zumindest anstehende Rettung der Kaufhäuser,
in deren Ambiente ich immer gerne eingekauft habe! Ohne die Unfähigkeit v. Schickedanz u. Ihrer diversen Geschäftsführer (Ehemänner) hätten Finanzjongleure, Middelhoffs gar nicht eingreifen müssen bzw. Können! Berggruen könnte sich ja auch wie viele (nicht alle) Hartz 4-Jammerer auf hohem Niveau in dei Hängematte legen, als diese Kacke aus dem Dreck zu ziehen.
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ppl schrieb:
am 25. Juli 2010 um 20:11:14
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Karstadt
Kein Unternehmer verkauft seine Grundstücke und zahlt dann völlig überhöhte Mieten, um weiter arbeiten zu können.
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Emilie Roscher schrieb:
am 25. Juli 2010 um 17:36:46
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Unglauben
Ich glaube nicht an den Gutmenschen Bergström, sondern an den Geschäftemacher Bergström. Und so wird das Ganze schon in die Hose gehen.
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