Karstadt: 13 Filialen sollen geschlossen werden (Foto: dpa)Der insolvente Warenhauskonzern Karstadt wird im Frühjahr dreizehn seiner derzeit noch 130 Filialen schließen. Betroffen sind insgesamt etwa 1200 Mitarbeiter. Das teilte der Beauftragte des Arcandor-Insolvenzverwalters für den Warenhausbereich, Rolf Weidmann,in Essen mit. Die verbleibenden 120 Filialen mit mehr als 25.000 Beschäftigten sollen mit Hilfe eines Insolvenzplanverfahrens fortgeführt werden. Dabei handelt es sich um 86 Warenhäuser, 26 Sporthäuser und acht Schnäppchencenter.
Der Insolvenzverwalter hatte in den vergangenen Wochen mit allen Karstadt-Gläubigern über Sanierungsbeiträge verhandelt. Dabei hatten zuletzt auch die Vermieter deutliche Zugeständnisse gemacht. Weidmann betonte: "Durch die Sanierungsbeiträge der Gläubigergruppen können wir einige Filialen bundesweit weiterführen, die ursprünglich auf unserer Prüflisten standen. Diese Filialen beschäftigen über 1700 Mitarbeiter." Erhalten bleiben dabei auch die Premium-Häuser - das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und das Haus Oberpollinger in München.
Neuer Eigentümer schon im Frühjahr?
Nun soll Weidmann zufolge zügig ein Sanierungskonzept für die Warenhauskette erarbeitet und die Suche nach einem Investor aufgenommen werden. Beide Prozesse könnten bereits im Frühjahr 2010 erfolgreich abgeschlossen sein, prognostizierte er. Für die von der Schließung betroffenen Mitarbeiter werde neben dem Angebot einer Transfergesellschaft auch geprüft, ob sie vereinzelt von den verbleibenden Häusern übernommen werden könnten.
München und Hamburg betroffen
Geschlossen werden sollen die Sport- und Multimedia-Filiale in Celle, das Technikhaus in der Dortmunder Kampstraße, Karstadt im Hamburger Elbe-Zentrum, die Living-Filiale in Hannover, die Filiale "Alter Markt" in Kiel, das "Haus am Dom" in München, das Sporthaus in Recklinghausen, sowie die Karstadt-Häuser in Kaiserslautern, Ludwigsburg und Hanau am Freiheitsplatz. Drei der Schließungen hatte Karstadt bereits auf der Gläubigerversammlung am 10. November angekündigt. Damals war außerdem die Schließung der Multimedia-Fachmärkte in Berlin-Biesdorf, in Braunschweig und Stuttgart bekanntgegeben worden.
Ver.di zerknirscht, aber einverstanden
Die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane bezeichnete die Entscheidung als "außerordentlich bitter für die Beschäftigten". Es sei aber positiv, dass für die große Mehrheit der Mitarbeiter eine Perspektive gefunden wurde. Sie empfahl der Tarifkommission die Zustimmung zu den weiteren Arbeitnehmerbeiträgen zur Sanierung der insolventen Kaufhaus-Kette. Demnach werden die Beschäftigten bis Ende August 2012 auf Urlaubsgeld, tarifliche Vorsorgeleistungen und Teile des Weihnachtsgeldes im Gesamtwert von 150 Millionen Euro verzichten.