15.04.2010, 12:25 Uhr | dpa
Karstadt verkauft das Kunstwerk "Chromatische Scheiben" von Ernst Wilhelm Nay (Foto: dpa)
Es war vielleicht eines der besten Geschäfte, die die mittlerweile insolvente Warenhauskette Karstadt je gemacht hat: Über Jahrzehnte hinweg hing das großformatige Gemälde "Chromatische Scheiben" des Kölner Künstlers Ernst Wilhelm Nay an einer Wand im großen Sitzungszimmer der Essener Unternehmenszentrale. Nun soll das für damals 90.000 DM erworbene Werk unter den Hammer kommen. Experten rechnen nun mit einem Preis von 500.000 bis 800.000 Euro für das abstrakte Gemälde aus dem Jahr 1960.
Rechtzeitig vor dem in den nächsten Wochen geplanten Einstieg eines Investors oder auch vor der endgültigen Zerschlagung des Unternehmens will Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg das riesige Gemälde nun versteigern lassen, zusammen mit 471 weiteren Kunstwerken aus dem Besitz des Unternehmens. Darunter sind Werke von Emil Schumacher ("Gagaola"), Heinz Mack ("Silbermosaik-Wand"), Christian Rohlfs ("Tempera") oder auch ein weiteres Bild von Nay mit dem Titel "Blätter und schwarze Punkte". Insgesamt wird mit einem Versteigerungserlös "in Millionenhöhe" gerechnet, so Görg-Sprecher Thomas Schulz. Das Geld soll den Gläubigern zugutekommen.
Künstlerwitwe Elisabeth Nay-Scheibler zählt die "Chromatischen Scheiben" heute zu den Hauptwerken ihres 1968 gestorbenen Mannes. "Es ist ein wunderbares Bild. Ich würde mir wünschen, dass es in ein Museum kommt", sagt die Witwe in Köln. Das Bild, das seit fast 40 Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen war, zähle mit einer Größe von 1,90 Metern auf 3,40 Metern zu den insgesamt nur fünf Werken des Künstlers in diesem Großformat. Werke von Nay in diesem Format seien etwa im Museum Ludwig in Köln oder in der Deutschen Oper in Berlin zu sehen.
In der Essener Karstadt-Zentrale hing das Bild über Jahre hinweg mitten im "Zentrum der Macht". In dem Saal auf der mit dunklem Holz vertäfelten Vorstandsetage mussten gleich eine ganze Reihe von nicht immer glücklich agierenden Vorstandschefs ihre Berichte abliefern. Dort getroffene Entscheidungen endeten im Sommer 2009 schließlich in der spektakulären Insolvenz der Muttergesellschaft Arcandor mit ihren Töchtern Karstadt und Quelle. Nach dem Aus für Arcandor und Quelle kämpft derzeit noch Karstadt mit 120 Filialen und 26.000 Beschäftigten ums Überleben. Zur Rettung des Unternehmens hatten sich die Gläubiger erst in dieser Woche bereiterklärt, auf Forderungen in Milliardenhöhe zu verzichten.
dpa
Pfatzolisator schrieb:
am 15. April 2010 um 15:51:06
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Betrug...
...wie alles in dieser verfaulten Gesellschaft. Jeder mäßig begabte Zooaffe fabriziert solchen Sondermüll zwischen 2 Bananen.
Und keiner traut sich auszusprechen, das der Kaiser nackt ist.
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Hainchen schrieb:
am 15. April 2010 um 13:26:56
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Karstadt
Ist ja schön, dass sie so schöne Kustwerke verkaufen können. Die Millionen die Herr Middelhoff Sicherlich Übrig hat noch dazu,
könnte es reichen, oder???? Was ist aus den Guten Deutschen Firmen nur geworten?? Danke an den Ex Akantorchef, der sich für seine Zukunft keine Gedanken machen muß hat sein Geld im trocknen. Ein echter Topmanager!!!!!!!! Armes Deutschland und Ihre Freie Martwirtschaft!!
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Insolvenzverwalter schrieb:
am 15. April 2010 um 13:12:35
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Erlöse
Es wird wohl jeder potentielle Käufer versuchen, ein Schnäppchen zu machen !
Also Erwartungen runter und die Erlöse in Karstadt
investieren !
Gruß aus Berlin
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