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Kassen bezahlen Mediziner für geldbringende Diagnosen

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Kassen bezahlen Mediziner für geldbringende Diagnosen

22.01.2009, 12:56 Uhr | bv

Arzt und Patient - Druck von der Krankenkasse? (Foto: imago) Arzt und Patient - Druck von der Krankenkasse? (Foto: imago)Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Krankenkassen vorgeworfen, Mediziner für Diagnosen zu bezahlen, die ihnen mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds garantieren. Es gebe bereits Fälle, in denen gesetzliche Kassen dafür zehn Euro zahlten, sagte KBV-Chef Andreas Köhler am Donnerstag zu "Bild.de". "Kassenvertreter versuchen, Ärzte zu ködern, um Diagnosen zu korrigieren", sagte Köhler. Das könne Ärzte zu Fehldiagnosen verleiten.

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Patienten auf dem Papier kränker machen

Mahnungen von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zu korrektem Verhalten hätten nichts genutzt, ergänzte Köhler. "Das Problem ist bundesweit zu beobachten und wird immer größer." KBV-Sprecher Roland Stahl zufolge könnten Chroniker betroffen sein. "Wir warnen davor, dass Kassen gegen die Zahlung von Prämien versuchen, Ärzte zu bewegen, Patienten auf dem Papier kränker zu machen", sagte Stahl der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr Geld für chronisch Kranke

Hintergrund ist, dass gesetzliche Kassen für Versicherte mit einer oder mehreren von 80 Krankheiten höhere Zuweisungen aus dem Fonds bekommen. Dafür müssen Chroniker aber genau eine oder mehrere der vorgegebenen Diagnosen erfüllen. Schmidt hatte die Krankenkassen davor gewarnt, die Krankheiten ihrer Versicherten auf dem Papier zu übertreiben, um mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds zu bekommen.

Finanzausgleich soll Kassen mit vielen Kranken entlasten

"Das ist Betrug, und dagegen wird auch die Aufsicht vorgehen", sagte Schmidt. Der erweiterte Finanzausgleich zwischen den Kassen je nach Krankheitszustand ihrer Versicherten zählt zu den zentralen Veränderungen durch den Fonds. Früher waren Krankenkassen mit vielen Älteren und Kränkeren wegen hoher Ausgaben gegenüber Kassen mit vielen Gesunden benachteiligt.

Ähnliche Vorwürfe vom Ärztepräsidenten

Ganz neu sind die Vorwürfe an die Kassen nicht. Der Chef der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hatte bereits zum Start des Gesundheitsfonds Anfang Januar die Kassen verdächtigt, die Ärzte zu bestimmten Diagnosen zu drängen, um an die Sondervergütungen zu kommen.

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Quelle: dpa , t-online.de

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