08.06.2011, 08:48 Uhr | dpa,dapd
Die Krankenkassen warnen vor steigenden Kosten durch die Ärzte (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Krankenkassen warnen vor einem erneuten Anstieg der Ärztehonorare. Der Grund: Ein neues Ärztegesetz erlaubt es den Medizinern jährliche Honorarsteigerungen mit den Kassen auszuhandeln. Die zusätzlichen Kosten von etwa 2,7 Milliarden Euro müssten dann die Versicherten zahlen. Zudem kommen die Überschüsse des Gesundheitsfonds in diesem Jahr nicht bei den Krankenkassen an, sagte BKK-Bundesverband-Vorstand Kaltenbach. So seien auch im kommenden Jahr weitere Zusatzbeiträge daher nicht ausgeschlossen.
Das neue Ärztegesetzt erlaubt den niedergelassenen Ärzten erstmals ab 2013, sehr viel mehr Leistungen zu erbringen und abzurechnen als bisher, sagte der Vizechef des Verbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Johann-Magnus von Stackelberg. Heute gibt es für die Mediziner Abstriche beim Honorar, wenn sie viele Behandlungen in Rechnung stellen. Das neue Gesetz hebelt angeblich die Abschläge mittelfristig aus - nicht nur wie von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) angekündigt für die heftig umworbenen Landärzte, sondern generell.
Die Gesamtvergütung könnte damit um rund zehn Prozent steigen, also um etwa 2,4 Milliarden Euro. Weitere Effekte würden die Honorarsumme um noch einmal 300 bis 400 Millionen Euro steigern, sagte der Kassenmanager. Stackelberg sprach von einer "Gefahr" und verlangte von Bahr Änderungen an seinem Entwurf. Die Honorarsumme für niedergelassene Mediziner ist von 2007 bis 2011 nach Berechnungen der Krankenkassen bereits um rund 5,1 Milliarden auf etwa 33 Milliarden Euro angewachsen. Die Kassen sagen Bahr zudem ein Scheitern beim Versuch voraus, den drohenden Ärztemangel auf dem Land zu verhindern.
2,6% Zinsen p.a. auf Ihr Trading-Konto, Cash Back und keine Ordergebühren!
Jetzt im Demokonto testen
Ein Sprecher Bahrs nannte die Behauptungen der Kassen "falsch". "Durch das geplante Versorgungsgesetz kommen keine Milliarden-Belastungen auf die Krankenkassen zu." Künftig solle die Vergütung nicht mehr auf Bundesebene verhandelt werden, sondern in den Regionen. "Dabei ist selbstverständlich, dass es bei einer Begrenzung des Vergütungsvolumens bleibt."
Der FDP-Gesundheitsexperte Heinz Lanfermann warf den Kassen Verunsicherung vor. Laut bisherigen Aussagen des Ministeriums sollen die Abschläge nur für Landärzte abgeschafft werden, so dass mehr Ärzte in Mangelregionen gelockt werden.
Das Gesetz verfehlt nach Ansicht der Verbandschefin Doris Pfeiffer den aktuellen Plänen zufolge aber auch das Ziel, den drohenden Ärztemangel auf dem Land zu verhindern. So sollten nicht nur Ärzte in unterversorgten Gebieten höhere Honorare bekommen. Dringend müsse es in den Ballungsräumen Abschläge geben. Zudem sollten Arztsitze dort nur befristet besetzt werden. "Sonst verpufft das Ganze"; so Pfeiffer.
Zudem forderten die Kassen, nicht benötigte Milliarden-Überschüsse aus dem Gesundheitsfonds für Beitragssenkungen zu verwenden. Nach jetziger Gesetzeslage blieben diese Mittel im Fonds, kritisierte Doris Pfeiffer am Dienstag auf einer Veranstaltung in Berlin. Der Kassenverband forderte, nicht benötigte Mittel von über zwei Milliarden Euro zum Jahresende nicht in der Fonds-Reserve zu parken. Damit könnten etwa die Beiträge gesenkt werden. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, wies die Forderung zurück: Milliardenschwere Überschüsse müssten der Versorgung zugute kommen.
Die Bremer Handelskrankenkasse hkk warnte derweil vor dem Aus von weiteren 20 Kassen. Der Kassenverband solle eine existierende Liste gefährdeter Kasse veröffentlichen, forderte hkk-Chef Michael Lempe im "Weser-Kurier". "Versicherte müssen erkennen können, welche Krankenkasse länger überlebensfähig bleibt." Der Verband erstelle regelmäßig ein Rating, in dem die 155 gesetzlichen Kassen je nach finanzieller Lage in vier Ampelfarben eingeteilt würden. "20 Kassen haben den vierten Status Rot."
Aktuelle Stellenangebote für Kundenbetreuer, Referenten und Consultants finden.
Jobsuche starten
Quelle: dapd , dpa
Zahlender schrieb:
am 14. Juni 2011 um 17:33:11
(1)
(0)
AN Gesundheit kein AG Interesse wegen Beiträge mehr
Es werden die Kleinen angezockt, welche ein paar Cent verdienen. Millionäre zahlen
entsprechend ihren Einkommen nur den geringsten Anteil. Alles ist fürPrivilegien von Reiche gesetzlich festgelegt.Arbeitnehmer werden asgeplündert, ausgebeutet und wenn sie wegen der Belastungen in den Unternehmen erkranken bezahlen sie auch noch den Haupanteil. Der Gesundheitsminister hat die AG doch aus der Krankenversicherungspflicht bereits besonders entlastet. AG haben nun kein Interesse an AN Gesundheit
mehr
Kommentar melden
Prüfer schrieb:
am 10. Juni 2011 um 14:53:51
(1)
(0)
Verwendung der Beiträge
Wo bleiben die Beiträge zur Krankenversicherung der Versicherten . 32% werden davon für Bürokratie, Verwaltung,
Aufsicht und weitere Nebenleistungen verbraucht. 48% kommen den Krankenhäusern, Ärzten und medizinischen Personal und den medizinischen Geräten zu gute. Der Rest wird durch die Medikamente und den überhöhten Medikamentenpreise der Pharmaindustrie abgeschöpft. Herr Gesundheitsminister überprüfen sie den Verwendungszweck der eingezahlten Beiträge. Was ist da für ein Einsparpotential da.
mehr
Kommentar melden
paule schrieb:
am 9. Juni 2011 um 15:19:38
(0)
(0)
explosion teil2
es erschliessen sich daraus 2 möglichkeiten. 1. der za legt alles auf den patienten um. er verdient, und die gkv zahlt
nix.2. die wahrscheinlichere lösung ist aber: der za bekommt von mir geld für eine privatleistung, und kassiert noch von der gkv das geld für die zahnsteinentfernung. was die gkv davon hat erschliesst sich mir dabei allerdings nicht.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics
Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de
Gesundheitsminister Bahr fordert Konsequenzen. zum Video
Verpatzter Börsenstart ist der Grund für die Sammelklage. zum Video