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Kaufkraft-Analyse: Drei Minuten arbeiten für ein Bier

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Drei Minuten arbeiten für ein Bier

30.04.2010, 13:10 Uhr | Spiegel Online

Kaufkraft-Analyse: Für ein Glas Bier müssen die Deutschen immer weniger arbeiten (Foto: imago)

Alles kostet immer mehr? Von wegen: Für einen Fernseher muss der Durchschnittsdeutsche nicht mehr Wochen arbeiten, sondern nur noch anderthalb Tage. Wir zeigen, wie erstaunlich billig unser Alltag inzwischen ist - in 50 Jahren ist Forschern zufolge nur ein Lebensmittel teurer geworden.

Kaufkraft hat sich vervielfacht

In Deutschland wird häufig geklagt, dass alles ständig teurer wird. Man muss immer länger arbeiten, um sich das Leben leisten zu können - oder nicht? Eine Studie des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) beweist nun das Gegenteil: Ihr zufolge hat sich die Kaufkraft des Durchschnittsverdieners auf die Arbeitszeit gerechnet vervielfacht.

Durchschnittsnettolohn deutlich gestiegen

Basis der Berechnungen ist der Durchschnittsnettolohn, der 1960 geschätzt bei 1,27 Euro je Arbeitsstunde lag. 2009 waren es 14,05 Euro - die Deutschen verdienen also heute mehr als elfmal so viel wie vor fünf Jahrzehnten. Die Preise hätten sich im gleichen Zeitraum dagegen nur vervierfacht, sagt Christoph Schröder vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Deshalb seien fast alle vom IW untersuchten Produkte des Alltags günstiger geworden, wenn man ihre Preise ins Verhältnis zur Lohnentwicklung setzt.

Fernseher heute ein Allerweltsprodukt

Der Extremfall ist der Fernseher: 1960 musste der deutsche Durchschnittsverdiener noch mehr als zwei Wochen für ein Schwarzweißgerät arbeiten. Heute bekommt er einen einfachen Farbfernseher nach gerade mal anderthalb Tagen. Natürlich hinkt der Vergleich, weil mit der technischen Entwicklung Ansprüche wachsen - heute sind die Bedürfnisse andere als vor Jahrzehnten, ein einfacher Röhrenfernseher reicht in der Ära des 3-D-TV vielen nicht mehr. Doch der generelle Trend, dass die Kaufkraft trotz steigender Preise wächst, ist auch bei Produkten zu beobachten, die sich kaum verändert haben.

Lebensmittel immer günstiger

Einfache Lebensmittel wie Brot und Milch sind deutlich billiger geworden. Für ein halbes Pfund Butter musste der Durchschnittsverdiener 2009 nur noch vier Minuten arbeiten - vor fünf Jahrzehnten musste er dafür 39 Minuten seiner Arbeitskraft investieren. "Die Lebensmittelpreise sind im vergangenen Jahr teilweise deutlich gesunken", sagt Schröder. Daher sei die Entwicklung bei ihnen besonders extrem. Doch auch für Kleider, deren Preis eigentlich deutlich gestiegen ist, muss der Arbeitnehmer weniger arbeiten. Hochhackige Damen-Pumps kosteten laut der IW-Studie 1960 circa 18,50 Euro und 2009 rund 77,50 Euro. Trotzdem kann man sie sich heute nach 5,5 Stunden Arbeit leisten - seinerzeit waren es 14,5 Stunden. Einzige Ausnahme von der Regel: der Kabeljau. Um ein Exemplar der gefährdeten Fischart zu kaufen, musste man im vergangenen Jahr laut IW Köln 66 Minuten arbeiten. 1960 waren es zehn Minuten weniger.

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Quelle: Spiegel Online

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Kommentare (212)

zum Forum

Thema: "Kaufkraft-Analyse: Drei Minuten arbeiten für ein Bier"

Günther schrieb: am 8. Mai 2010 um 02:17:48
(0) (0) Preise
Mein Vater verdienete in den 50er Jahren 120 DM. Die Mite wahren 20 DM blieben sonstige Kosten 10 DM Holz zum Heizen selbst gesammelt.
Breze 5 pf Semmel 3 pf 1 Bier 46 pf Kinobesuch 30 pf später 50pf ein Fahrrad 300 DM so hab ich es ungefähr im Kopf. 90 DM = 3000 Semmeln 1800 Semmeln 195 Bier Heute 3000 Semmel 900 € 1800 Semmeln 900€ Miete ca. 600 bis 700 € Der Verdienst liegt heute meist bei 900 bis 1500 €. Wir haben damals n. alles bekommen aber es reichte 1 Person die z.Familienernärung
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Nur Ich schrieb: am 5. Mai 2010 um 14:50:01
(0) (0) Kaufkraft - Wenn was übrig bleibt...
Totaler Blödsinn, rechnet man vom heutigen möglichen Verdienst mal die im Vergleich zu damals
exorbitant gestiegenen Lebenshaltungskosten ab, dann bleibt kaum noch etwas von der vielbesagten Kaufkraft übrig. Energie, Mobilität, Wohnkosten...soetwas sollte in eine solche Studie doch dann ebenfalls mit einfließen !? Und wenn dann nach Abzug dieser Kosten nichts mehr übrig ist vom Gehalt, dann hab ich auch bei 14,05 € Netto keine Kaufkraft mehr !!!
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Merkste was ? schrieb: am 5. Mai 2010 um 14:43:12
(0) (0) irrational
Hab in meinem Leben ja mittlerweile schon einige Jobs gemacht, aber an einen Lohn von 14 € bin ich als absolut
durchschnittlicher Deutscher weder als Arbeiter noch als Angestellter herangekommen, wie kommt man den auf solch einen hohen Durchschnitt ? Wiedermal alles schöngerechnet, mehr kann man dazu eigentlich kaum sagen...der reale Nettoarbeitslohn in der breiten Masse sieht vermutlich heutzutage doch etwas anders aus und ich muß Mutmaßen aber denke er wird ca. zwischen 9 - 11 € liegen.
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