17.02.2010, 16:23 Uhr | dpa-AFX
Insolvente isländische Großbank Kaupthing (Quelle: AFP)Gläubiger aus 119 Ländern haben Forderungen gegen die im Oktober 2008 zusammengebrochene isländische Großbank Kaupthing geltend gemacht. Wie das Abwicklungskomitee der Bank bekanntgegeben hat, summieren sich die innerhalb der Anmeldefrist in Reykjavik eingegangenen Ansprüche auf 7,3 Trillionen Kronen. Das seien umgerechnet gut 40 Milliarden Euro, nach derzeitigem Wechselkurs mehr als das Vierfache des isländischen Bruttoinlandsprodukts. Isländische Medien berichten laut eines Presseberichts der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf die unveröffentlichte Liste der Forderungen, größter Einzelgläubiger von Kaupthing sei die Deutsche Bank.
Die Deutsche Bank habe insgesamt 50 Forderungen im Wert von zusammen 5,3 Milliarden Euro angemeldet. Das Frankfurter Geldinstitut selbst will diese Summe nicht kommentieren. Zitieren ließe sie sich aber damit, dass sie als Depotverwalterin auch die Ansprüche anderer Eigentümer gegenüber Kaupthing geltend gemacht haben könnte.
Vertreten ist auf der Gläubigerliste nach Zeitungsberichten auch der frühere Vorstandsvorsitzende der Kaupthing-Bank. Er mache nun Ansprüche in Höhe von 1,4 Millionen Euro geltend, weil ihm Gehaltszahlungen vorenthalten worden seien. Solche pikanten Meldungen schüren auf Island die Erwartungen an die im März eingesetzte Sonderermittlerin Eva Joly, die sich als Staatsanwältin und Korruptionsjägerin vor allem im Fall Elf-Aquitaine einen Namen gemacht hat. Auch das Schwarzbuch zur Krise wird mit Spannung erwartet.
Über den Fortgang des Insolvenzverfahrens soll am heutigen Freitag eine Gläubigerversammlung befinden. Deutsche Banken haben wiederholt über mangelnde Transparenz und zu wenig Mitspracherecht geklagt; die Deka-Bank hat sogar ein Verfahren gegen Landsbanki, die einst zweitgrößte isländische Bank, angestrengt. Deren Gläubiger fordern zusammen 6,9 Milliarden Euro. Dritter im Bunde ist die Glitnir-Bank, gegen sie liegen bisher nur Forderungen von umgerechnet 20 Millionen Euro vor. Alle drei einstigen Großbanken sind in abzuwickelnde und neue Institute aufgespalten worden, die als Arion Bank (Kaupthing), Nyr Landsbanki und Islandsbanki (Glitnir) nun auf das Inlandsgeschäft beschränkt sind.
Quelle: t-online.de , dpa-AFX
blinker schrieb:
am 1. Februar 2010 um 08:49:33
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Staatsbankrott
Island ist bankrott, oder besser gesagt, fass mal einen nackten Mann in die Tasche. Die Finanzwelt muss sich wohl oder übel
damit abfinden, das hier nichts mehr zu holen ist. Sollte man dennoch die Daumenschrauben anziehen, wird es wohl zum Verdruss der isländischen Bevölkerung kommen, denn wer arbeit schon gern für die Unfähigkeit und Korruptheit der Banken. Da sind alle menschen auf der Welt gleich und mit Recht.
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HS schrieb:
am 1. Februar 2010 um 08:24:19
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Geldauflösung
Also, Geld kann sich auflösen, weil wir mehrere Geldmengen kennen. Geld hat nichts damit zu tun, wieviel Bargeld vorhanden
ist. Jeder der einen Kredit aufnimmt schafft neues Geld, das in Wirklichkeit nicht vorhanden ist.
Zum anderen: Ich bin dagegen die Banken zu unterstützen. Das Argument der Strukturkrise lasse ich nicht gelten, weil wir auch Banken haben, die tatsächlich keine Probleme hatten. Außerdem war die Krise bereits Jahre vorher angekündigt und die Banken hat es nicht interessie
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Ch. Land schrieb:
am 30. Januar 2010 um 19:58:14
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BIP?
Ein BIP von 10 Mrd. Euro scheint mir auch für diesen kleinen Inselstaat etwas wenig. Deutschland hat ein BIP von 2 Billionen Euro, das
sind 2.000 Mrd. Euro... Da stimmt doch was nicht...
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