
04.08.2011, 13:45 Uhr | Financial Times Deutschland
Im außereuropäischen Ausland - hier Dubai - gibt's mit EC-Karten Probleme am Geldautomaten (Foto: imago)
Böse Überraschung für Urlauber: Mit den EC-Karten mancher Banken lässt sich außerhalb Europas an Geldautomaten kein Geld mehr abheben. Aber es gibt Alternativen für Auslandsreisende.
Die moderne Finanzwelt, so sehr man auf sie schimpfen mag, hat doch auch viele angenehme Seiten. Nur ein Beispiel: Wenn auf dem USA-Trip die Dollars knapp werden, dann geht man halt zum nächsten Automaten, zückt die EC-Karte, und schon ist die Reisekasse wieder prall gefüllt.
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So dachte sich das jedenfalls ein FTD-Leser und Deutsche-Bank-Kunde, dem neulich im New-York-Urlaub das Geld ausging. Der Automat in Greenwich Village allerdings verweigerte die erwünschten Dollar-Noten, und Grund dafür war mitnichten ein Defekt. Die Deutsche Bank nämlich hat sämtliche EC-Karten für Länder außerhalb Europas vor einigen Monaten gesperrt. Wer Geld abheben will, muss das sogenannte Null-Limit eigens aufheben lassen.
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Noch drastischer sieht es für Millionen von Bankkunden aus, die in diesen Monaten die sogenannte V-Pay-Card erhalten, also die neueste EC-Karten-Generation. Mit der lässt sich im außereuropäischen Ausland nämlich überhaupt kein Geld mehr ziehen. Warum ist das so? Die Kunden welcher Banken sind besonders betroffen? Und was sind die Alternativen? Die FTD gibt pünktlich zur Urlaubssaison einen Überblick.
Sogenanntes Skimming (also Geldautomatenbetrug) wird von den Banken gern kleingeredet, ist aber in Wirklichkeit schwer in den Griff zu kriegen. Das kann man etwa daran erkennen, dass die großen deutschen Privatbanken im vergangenen Jahr nach FTD-Informationen fast ein Drittel ihrer Geldautomaten austauschen mussten, weil diese zu leicht manipulierbar waren. Allein bei der Deutschen Bank waren davon 1200 Geräte betroffen.
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Das wichtigste Mittel zur Betrugsbekämpfung: Seit Anfang 2011 sind sämtliche EC-Karten in Europa mit dem sogenannten EMV-Chip ausgestattet. Dieser soll das Skimming eindämmen, weil er den betrugsanfälligen Magnetstreifen auf der Karte weitgehend überflüssig macht.
Bloß: Außerhalb Europas reagieren die meisten Geldautomaten (noch) nicht auf den EMV-Chip. Die Betrügerbanden sind darum dazu übergegangen, deutsche Konten einfach von Australien, Asien oder Amerika aus anzuzapfen. Darauf haben viele Banken wiederum reagiert, indem sie die Abhebelimits für diese Regionen deutlich oder gar - wie im Fall der Deutschen Bank - auf null senkten.
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Mit ihrer Nulllösung gehen die Deutsche Bank und ihre Töchter Berliner Bank und Norisbank deutlich weiter als die meisten Konkurrenten. Eigenen Angaben zufolge hat Deutschlands größtes Geldhaus sämtliche Kunden in den vergangenen Monaten über diesen Schritt informiert - etwa per Brief oder via Kontoauszug. Viele Kunden haben davon aber nichts mitbekommen.
Das Beispiel des FTD-Lesers in New York ist darum kein Einzelfall. Immerhin: Wer vergisst, die Kartensperre vor dem Urlaub aufzuheben, kann das vor Ort nachholen. Die Nummer der - kostenpflichtigen - Servicehotline findet sich auf der Rückseite der EC-Karte.
Die Postbank ist das erste deutsche Geldinstitut, das im großen Stil die V-Pay-Card einführt. Sie ist die neue EC-Karte von Visa, das Pendant zur herkömmlichen Maestro-EC-Karte des Konkurrenzanbieters Mastercard. Bis Mitte dieses Monats sollen sämtliche 6,5 Millionen Postbank-Kunden die V-Pay erhalten haben.
Deren Vorteil: Das System gilt als sicher. Der Nachteil: Außerhalb Europas kann man mit der Karte kein Geld mehr abheben. Auch in Österreich und Skandinavien sind viele Kassen noch nicht auf das neue System umgestellt. Die Postbank empfiehlt ihren Kunden daher, auf Reisen nach Asien oder Amerika zusätzlich eine Kreditkarte mitzunehmen.
Neben der Postbank setzt auch der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) auf das neue System. Allerdings haben erst wenige Institute vor Ort die Anregung bereits umgesetzt. Etwa vier Millionen Volksbank-Kunden besitzen bislang die neue V-Pay-Card - im Vergleich zu 21 Millionen Maestro-Karten.
Im Gegensatz zum BVR rät der deutsche Sparkassenverband DSGV seinen Mitgliedsinstituten, beim herkömmlichen System zu bleiben. Entsprechend haben auch bloß "eine Handvoll" der bundesweit mehr als 400 Sparkassen auf V-Pay umgestellt, heißt es beim DSGV.
Die meisten Sparkassen-Kunden können darum weiterhin auch außerhalb Europas Geld abheben. Die Verfügungsgrenzen variieren je nach Institut und Kunde, liegen in der Regel aber im niedrigen vierstelligen Bereich pro Tag.
Allerdings: Bei den Sparkassen gibt es Überlegungen, vielleicht schon im kommenden Jahr ähnliche Sperrregeln wie die Deutsche Bank einzuführen.
Die Commerzbank und ihre Direktbanktochter Comdirect sowie die ING Diba haben weder auf die V-Pay-Card umgestellt noch ihre Verfügungsgrenzen angetastet. Heißt: Geldabheben ist mit den EC-Karten dieser Banken auch außerhalb Europas weiterhin kein Problem.
Einige andere Institute haben die Limits hingegen zuletzt deutlich runtergeschraubt, zum Beispiel viele Sparda-Banken. Sie haben die Verfügungsgrenze fürs Geldabheben in Ländern wie den USA, Japan oder Australien auf umgerechnet 200 Euro pro Tag und Konto reduziert. Allerdings: Genau wie bei der Deutschen Banken können Kunden das Limit hinaufsetzen lassen.
Im sogenannten Sepa-Raum - auch Euro-Zahlungsverkehrsraum genannt - sollte das Geldabheben mit EC-Karte kein Problem sein; das gilt auch für die V-Pay-Card. Zum Sepa-Gebiet zählen nicht nur die Euro-Länder, sondern sämtliche EU-Staaten und darüber hinaus auch die Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und Monaco.
Die bequemste Alternative zur EC-Karte ist die Kreditkarte - also in der Regel die Visa- oder die Mastercard. Allerdings sind die Gebühren fürs Geldziehen meist höher, zudem weichen sie je nach Institut stark voneinander ab. Wer im Urlaub keine böse Überraschung erleben will, sollte sich also vorher bei seiner Bank über die Gebühren informieren (was natürlich genauso für die EC-Karte gilt).
Verbraucherschützer raten darüber hinaus, "die Zahlungsmittel zu diversifizieren", so Hjördis Christiansen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Soll heißen: Ein bisschen Bargeld dabeizuhaben schadet nie. Und auch der gute, alte Reisescheck kann helfen, der vor allem in den USA weiterhin sehr verbreitet ist.
Manche Banken bieten ihren Kunden zudem eine sogenannte Sparcard an, für die sie - abseits des Girokontos - allerdings ein eigenes Konto einrichten müssen. Mit der Sparcard der Postbank beispielsweise lässt sich zehnmal jährlich kostenlos Geld abheben, überall auf der Welt.
Verfügungsgrenzen für das Geldabheben im außereuropäischen Ausland (Tabelle: FTD)
Quelle: Financial Times Deutschland
Osiris schrieb:
am 5. Juli 2011 um 20:01:04
(4)
(2)
Bargeld
und in Amerika giltst du als Asi wenn du bar bezahhlst. Praktisch als nicht kreditwürdig. Es lebe der Tauschhandel. Wann hat die
endlose Globalisierung ein Ende?
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Postbankkunde schrieb:
am 5. Juli 2011 um 19:31:38
(4)
(1)
V-Pay ein Mist
Ich bin Kunde der Postbank. Ich kann bei einigen Geldautomaten in Österreich kein Geld abheben, das stimmt. Aber warum
schreibt den niemand hier, das es in Deutschland viele Supermärkte, Elektromärkte usw. gibt, bei denen das V-Pay System an der Kasse auch noch nicht eingestellt ist. Hier kann ich nämlich mit meiner V-Pay Karte auch nicht bezahlen.
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visa schrieb:
am 5. Juli 2011 um 19:18:07
(5)
(2)
abheben
is ja klasse wenn man bei der falschen bank ist und nicht im besitz einer kreditkarte ist entweder man bleibt zu hause oder nimmt
wie im mittelalter bares mit..wasn fortschritt
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