Kfz-Versicherung: Vor allem Peugeot-Fahrer müssen mit höheren Prämien rechnen (Foto: ddp)Wie hoch die Kfz-Versicherung eines Fahrzeugs ausfällt, hängt stark vom Typ ab. Bestimmte Autos sind häufiger an Unfällen beteiligt oder werden besonders oft gestohlen. Und das hat erhebliche Auswirkungen auf die Versicherungsbeiträge. So müssen etwa Peugeot-Fahrer in diesem Jahr deutlich tiefer in die Tasche greifen. Aber auch die Region bestimmt, wie viel ein Autofahrer für die Versicherungen zahlen muss. Wir zeigen Ihnen, wie sich die Typ- und Regionalklassen zum neuen Jahr ändern und wie Sie davon betroffen sind.
Autoversicherung angepasst
Auf Basis der aktuellen Daten zur Schadenentwicklung passen die Autoversicherungen jedes Jahr die Typklassen für alle Automodelle in Deutschland an. Neben der Unfallhäufigkeit sind auch Daten über den Fahrzeugtyp, die Fahrzeugstärke, den Fahrzeugwert und die jeweiligen Ausstattungsvarianten für die Berechnung entscheidend.
Versicherungsverband ermittelt die Typklassen
Einmal pro Jahr erfasst der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) all diese Daten und ermittelt daraus die Typklassen. Bei Neuwagen betrachten die Autoversicherer vornehmlich die Ergebnisse aus den Crashtests, da hier noch keine ausreichende Unfallstatistik vorliegt. Je weniger Teile bei einem Crashtest am Fahrzeug beschädigt werden und umso preiswerter eine mögliche Reparatur ausfällt, umso günstiger wird sich die Typklasse auf die Beitragshöhe auswirken.
Welche Fahrzeuge teurer werden
Insgesamt 37 Prozent der Fahrzeuge in der Vollkaskoversicherung erhalten dieses Jahr eine neue Typklasse, in der Teilkasko sind es 39 Prozent und in der Haftpflicht 25 Prozent der Fahrzeuge. Die neuen Typklassen sind ab sofort gültig - bei laufenden Verträgen erlangen sie in der Regel ab Januar 2010 Wirksamkeit. Doch welche Auswirkungen haben die neuen Einstufungen auf die Versicherungsbeiträge?
Böse Überraschung für Peugeot-Fahrer
Dem "Handelsblatt" zufolge müssen einige Autofahrer kommendes Jahr tiefer in den Geldbeutel greifen. Vor allem Peugeot-Fahrer dürften eine böse Überraschung erleben. Ein 34-jähriger Münchner mit Eigenheim, Garage und maximal 15.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr müsste nach aktueller Rechnung etwa 64 Prozent mehr zahlen. Im Beispiel wäre das ein Aufschlag von 273 Euro. Aber nicht nur Peugeot-Fahrer sind von den Verteuerungen betroffen: Die Prämien für den Fiat 500 in der Vollkasko steigen um knapp 48 Prozent, der VW Golf V steigt in der Teilkasko um 34 Prozent, beim Citroen C2 liegt der Aufschlag bei rund 31 Prozent. Weitere Verlierer sind der Renault Clio und der Citroen C1.
Neufahrzeuge werden teurer
Stark von Verteuerungen betroffen sind Nutzer der Abwrackprämie - vor allem Neufahrzeuge erhalten dieses Jahr eine höhere Risikoeinstufung. Von den Top 30 bei den Pkw-Neuzulassungen 2009 werden ganze 20 Modelle in der Teil- oder Vollkaskoversicherung höher eingestuft. Die Typklassen im Kaskobereich sind für jüngere Fahrzeuge stärker von Bedeutung, da Neuwagen fast immer im Verbund mit einer Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden.
Fiat Grande Punto hochgestuft
Am stärksten betroffen von der Hochstufung ist der gern gekaufte Fiat Grande Punto. Nach der neuen Klassifizierung zahlt beispielsweise eine Berliner Familie für dieses Modell beim Marktführer Allianz jährlich rund 1340 Euro für Kfz-Haftpflicht und Vollkaskoschutz im Standardtarif. Grundlage der Berechnungen sind sieben Jahre unfallfreies Fahren, das Abstellen des Autos auf der Straße und eine jährliche Fahrleistung von 25.000 Kilometern. Ohne die Hochstufung läge die Prämie des Fiats 90 Euro günstiger. Diese Preisunterschiede können bei Fahranfängern oder Versicherungsnehmern mit relativ niedrigen Schadenfreiheitsklassen sogar auf mehr als 200 Euro ansteigen
Mazda 2 und Audi A5 profitieren
Trotz allem: Nicht alle Autobesitzer sind im kommenden Jahr von einer Hochstufung ihrer Typklasse und damit von höheren Kosten betroffen. In der Kfz-Haftpflicht bleiben diese für 72,8 Prozent aller Halter konstant. In der Voll- und Teilkasko kommt der Kunde in der Mehrheit der Umstufungen sogar günstiger weg. Der BMW 525d wird beispielsweise deutlich niedriger eingestuft: Inhaber können im nächsten Jahr knapp 27 Prozent sparen. Die größten Profiteure der neuen Typklassen sind der Mazda 2 und der Audi A5.
Regionalstufen beeinflussen Kosten
Auch die Regionalklasse bewirkt unterschiedliche Kosten in der Kfz-Versicherung. In den Regionen, wo die Schadenhäufigkeit über dem Bundesdurchschnitt liegt, fallen die Kosten für die Kfz-Versicherung auch entsprechend höher aus. Eine Veränderung der Regionalklasse um eine Stufe kann Beitragsunterschiede von mehr als zehn Prozent verursachen.
Hier kracht es besonders häufig
Wie bei den Fahrzeugklassen ist auch hier die aktuelle Statistik die Grundlage für die Tarifberechnung: Der GDV wertet jedes Jahr aus, in welchen Regionen Deutschlands die meisten Unfälle passieren und teilt damit die unterschiedlichen Gebieten in die entsprechenden Klassen ein. Dabei haben Kaufbeuren, Passau und Berlin eine Menge gemeinsam. In diesen Städten gibt es mehr und größere Unfälle und damit auch mehr Haftpflichtfälle im Straßenverkehr als im deutschen Durchschnitt (Index 100,0). Kaufbeuren im Allgäu liegt mit einem Wert von 139,8 Punkten deutlich an der Spitze vor Passau (125,27) und Berlin (123,54). Viel besser schneiden die Kreise Elbe-Elster (69,01), Mecklenburg-Strelitz (71,95) und Oberspreewald-Lausitz (73,97) bei der Risikobewertung durch die Versicherer ab.
Regionalstufen bei Vollkasko und Teilkasko
Neben der Haftpflicht ist die Statistik auch in die Sparten Vollkasko und Teilkasko aufgeschlüsselt: Bei der Pkw-Vollkaskoversicherung kommt Oldenburg (74,09) am günstigsten davon. Dafür rutschen das Ostallgäu (132,71), Berlin (129,80) und Garmisch-Partenkirchen (127,44) auf die schlechtesten drei Plätze in der Schadenstatistik. Große Unterschiede gibt es bei der Teilkaskoversicherung. Hier lässt sich in Würzburg (56,47) besonders kostengünstig fahren. Die Spitze der meisten Teilkaskofälle bilden Uecker-Randow (213,19), Rottal/Inn (189,44) und Güstrow (185,15).
Anbieter vergleichen
Ob sich die Typ- und Regionalklassen ändern oder nicht – die Beiträge für identische Leistungen unterscheiden sich je nach Tarif und Gesellschaft zum Teil immer noch um das Dreifache. Bringt eine mögliche Umstufung teurere Prämien mit sich, so kann dies durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter schnell wieder wett gemacht werden. Ein objektiver Vergleich lohnt sich also auf jeden Fall. Nutzen Sie hierfür den Kfz-Vergleichsrechner von FinanceScout24 und verschaffen Sie sich einen Überblick.