
28.10.2011, 15:21 Uhr | Spiegel Online
Jahrelang unterboten sich Autoversicherer mit immer neuen Billigangeboten. Der Preiskampf ging so weit, dass etliche Unternehmen Verluste schrieben. Jetzt zieht die Branche die Notbremse: Viele Firmen erhöhen 2012 die Tarife - auch für bestehende Verträge.
Die Autoversicherer in Deutschland wollen zum Jahreswechsel ihre Tarife anheben. Generell ist das nichts Ungewöhnliches, in diesem Fall schon. Denn es geht nicht um die Preise von Neuverträgen, sondern vor allem um "Erhöhungen im Bestand", wie eine Sprecherin der HUK-Coburg, mit 8,4 Millionen Verträgen der größte deutsche Kfz-Versicherer, "Spiegel Online" sagte. Das durchschnittliche Beitragsniveau werde um "einen einstelligen Prozentbetrag" angehoben. Bei der Allianz ist laut Zeitungsberichten sogar von Erhöhungen um teilweise mehr als 30 Prozent die Rede.
Die Kfz-Versicherer reagieren damit auf eine seit Jahren schwelende Problematik: massive Verluste im Geschäft mit Auto-Assekuranzen. Im Durchschnitt bedeutete jeder Kfz-Versicherungsvertrag in Deutschland im vergangenen Jahr ein Minus von sieben Euro für die Versicherung. Auch schon in den Jahren davor herrschte ein aggressiver Preiskampf in der Branche. Im vergangenen August schließlich gingen erstmals zwei Online-Kfz-Versicherer pleite, die Firmen Ineas und Lady-Car-Online.
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Offenbar gab der vergangene Winter den Versicherern den Rest. "Den gab es ja aufgrund des sehr früh einsetzenden Schneefalls und der bis in den März andauernden Kälteperiode mit Schnee und Eis auf den Straßen ja praktisch zweimal", sagt HUK-Sprecherin Karin Benning. Nun also sollen Preiserhöhungen wieder Geld in die offenbar überstrapazierten Kassen der Firmen spülen.
Für Autofahrer ist es wichtig zu wissen, dass sie bei jeglicher Tarifänderung über ein Sonderkündigungsrecht verfügen. Sobald also die Versicherung mit einer Neukalkulation der Kfz-Police vorstellig wird, ist Aufmerksamkeit geboten. Das gilt umso mehr, als die Kfz-Versicherung ein komplexes Metier ist. Typklassen, Regionalklassen, Schadensfreiheitsrabatt - nur wenige Autofahrer blicken da wirklich durch. Zumal es auch in den Verträgen von Einschränkungen, Sonderkonditionen oder Zusatzvereinbarungen nur so wimmelt.
Dazu kommt, dass seit einiger Zeit die Rabattstaffel für die Zahl der schadensfreien Jahre nicht mehr einheitlich gilt, sondern einige Versicherungen die Rabattstaffel verlängert haben. Endete bislang der Rabatt bei 30 Prozent, gibt es nun Versicherer, die auch 25 oder 20 Prozent anbieten. Das klingt erfreulich, muss es aber nicht sein. "Mitunter können 20 Prozent bei der einen Versicherung einen höheren Beitrag bedeuten als 40 Prozent bei einer anderen", sagt Jochen Oesterle vom Automobilclub ADAC, der auch selbst Versicherungen anbietet.
Für Versicherungskunden kann das nur heißen, dass der tatsächliche Beitrag die einzige seriöse Vergleichsgröße ist. Und selbstverständlich müssen die jeweiligen Konditionen des Einzelvertrags in Betracht gezogen werden, denn auch da gibt es erhebliche Unterschiede. Etwa die Höhe der Deckungssumme, die Regularien der Rabattrückstufung bei einem Schadensfall oder die Dauer, während der bei einer Vollkasko-Versicherung nach einem Diebstahl oder Totalschaden der komplette Neupreis des Wagens erstattet wird.
"Generell sollten Autofahrer immer mal wieder die Leistungen ihrer Versicherung überprüfen", rät ADAC-Experte Oesterle. "Womöglich hat sich die Jahresfahrleistung geändert, vielleicht gibt es inzwischen eine Garage und falls man vom Land in die Stadt gezogen ist, braucht man eventuell auch nicht mehr den umfassenden Wildschadenschutz." Hier lasse sich individuell viel Geld sparen, und die Versicherungsleistung dadurch sogar noch konkreter auf den jeweiligen Einzelfall zuschneiden.
Genaues Hinsehen und Prüfen ist also wichtig, gerade wenn nun ohnehin ein neuer und in den meisten Fällen wohl teurerer Versicherungsvertrag ins Haus flattert. Vergleichsportale im Internet können dabei helfen, doch eine gewisse Skepsis ist angebracht, denn die meisten dieser sogenannten Tarif-Checks im Netz geben lediglich einen Ausschnitt der Branche wieder; und in einige der Portale haben sich sogar Versicherungsunternehmen eingekauft. Einen kompletten Überblick sämtlicher Tarife allerdings bietet die Datenbank der Unternehmensberatung Nafi.
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Quelle: Spiegel Online
siggi schrieb:
am 3. November 2011 um 06:26:38
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Wenn die Versicherungen
die Schäden bei Unfällen genauer überprüfen würden,zB durch Polizeibericht
und Fotos vom Unfallort würde ein
Betrug fast ausgeschlossen.
Die Preise steigen ja auch bei Leuten die Jahrelang keinen Unfall hatten,wiebitte
ist das zu erklären? Energiekonzerne,Banken und Versicherungen wissen das wir von denen Abhängig sind und das nutzen die aus.
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Edy schrieb:
am 2. November 2011 um 12:34:10
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To @Edwin
Genau Edwin die Gewinner sind immer die Anwälte, auch wenn nur eine geringe oder sogar gar keine Ergebnisse erzielt wurden.
Überigens an so einem Fall stoßen sich immer 2 Anwälte gesund.
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Der Versteher schrieb:
am 2. November 2011 um 12:31:16
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Lady Cars
Lady Cars - was soll dfas für ein Geschäftsmodell gewesen sein? Sollte der Name Programm gewesen sein war der Untergang dieser
Autoversicherung unumgänglich, ein Art Titanickozept.
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