07.03.2011, 19:05 Uhr | dapd
AOK und Bamer GEK kamen 2010 zusammen auf ein Defizit von 800 Millionen Euro (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Die großen gesetzlichen Krankenkassen kämpfen mit Riesen-Defiziten: Allein die AOK verbuchte 2010 ein Minus von 515 Millionen Euro. Auch die Barmer Ersatzlasse kam 2010 auf ein Minus von knapp 300 Millionen Euro. Andere Kassen verzeichneten dagegen Gewinne. Insgesamt fuhren alle rund 150 gesetzlichen Kassen zusammen ein Defizit von 445 Millionen Euro ein. Die Kassen sorgen sich nun um die gestiegenen Kosten im Gesundheitssystem. Die Ausgaben für die Kliniken kletterten 2010 auf ein neues Rekordhoch.
Trotz des höheren Defizits dürfte es zumindest in nächster Zeit nicht zu höheren Lasten für die Beitragszahler kommen: "Neue Zusatzbeiträge auf breiter Front sehen wir in diesem Jahr nicht, aber sie lassen sich keinesfalls gänzlich ausschließen", sagte der Sprecher des Kassenverbands, Florian Lanz.
Bei der AOK verteilt sich das Defizit auf die einzelnen zwölf Ortskrankenkassen höchst unterschiedlich. So erzielte die AOK Plus (Sachsen/Thüringen) beispielsweise rund 53 Millionen Euro Überschuss. Andere AOK-Kassen wie die Ortskrankenkasse Bayern mit 3,1 Millionen Mitgliedern liegen dagegen im Minus. Diese Regionalkasse wird dementsprechend als einer der ersten Kandidaten für Zusatzbeträge gehandelt, auch wenn das bisher von der AOK zurückgewiesen wird.
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Der Branchenführer, die Barmer GEK, kam 2010 auf ein Minus von 298 Millionen Euro. Die Kasse will aber ohne Zusatzbeiträge auskommen. "Wir gehen von einem stabilen Haushalt 2011 aus", sagte ein Sprecher. Bei der DAK ergab sich 2010 ein Minus von 79 Millionen Euro. Ohne eine nachträgliche Korrektur des Kassenfinanzausgleichs für 2009 hätte es aber einen Überschuss von 62 Millionen gegeben. Seit Einführung von 8-Euro-Zusatzbeiträgen vor über einem Jahr verlor die DAK rund 458.000 Versicherte.
Die Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnete dagegen einen kräftigen Zuwachs. Die Kasse schloss laut einem Sprecher mit einem Rekordergebnis von 558 Millionen Euro ab.
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Auffällig ist, dass vor allem Kassen ohne Zusatzbeträge zu den großen Gewinnern im vergangenen Jahr gehörten. Die DAK fordert daher erneut, in den Finanzausgleich je nach Krankheitslast der Versicherten mehr als die derzeitigen 80 Leiden einzubeziehen. Die TK, die ohne Zusatzbeiträge auskam, widersprach heftig. "Es kann nicht sein, dass Kassen mit effizienten Strukturen auch noch dafür bestraft werden, indem das Umverteilungsvolumen zwischen den Kassen erhöht wird", sagte ein Sprecher.
Unabhängig von möglichen Zusatzbeiträgen belasten alle Krankenkassen vor allem die ständigen Kostensteigerungen im Gesundheitssystem. 2010 stiegen bei den großen Kostenblöcken die Ausgaben für die Kliniken mit 59 Milliarden Euro am kräftigsten, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilt.
Für Arzneimittel gaben die Kassen 2010 rund 32 Milliarden Euro aus (plus 1,3 Prozent), für die Ärzte 33 Milliarden (plus 2,6 Prozent). Bei den Kliniken gab es ein Plus von 4,7 Prozent, bei Krankengeld von acht Prozent. Die Ausgaben der Kassen insgesamt stiegen um 3,1 Prozent je Versicherten. Insgesamt standen Ausgaben von 175,7 Milliarden Euro Einnahmen von 175,3 Milliarden gegenüber. 2009 hatten die Kassen noch einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Die Verschlechterung zeige, wie wichtig das Beitragssatzplus zum Jahresbeginn um 0,6 Punkte auf 15,5 Prozent und die Ausgabenbremse gewesen seien, betonte das Ressort von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Der Gesundheitsfonds, aus dem die Kassen ihr Geld bekommen, erzielte einen Überschuss von 4,2 Milliarden Euro, der als Reserve angelegt wird.
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Quelle: dpa-AFX
LIZ schrieb:
am 8. März 2011 um 08:01:24
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(0)
Klamme Kassen
Die Probleme sind alle hausgemacht
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Noblehouse schrieb:
am 8. März 2011 um 07:59:48
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Defizit
Die Krankenkassen sollen ihre Zahlen für alle Mitglieder offen legen! Einnahmen /Ausgaben Gehälter, Spekulationen, Immobilien usw.
Es kann doch nicht sein dass wir immer weniger Leistung erhalten und die Kassen trotz Beitragserhöhung immer mehr Defizit erwirtschaften! Wo geht unser Geld hin!
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Cabdriver schrieb:
am 8. März 2011 um 07:59:28
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Klientel der AOK
So weit mir bekannt ist, sind die meisten Geringverdiener - Hartz IV Empfänger- etc. in der AOK -Pflichtversichert- Bei
diesem Beitragsverhältnis gegenüber dem vollen Anspruch auf Leistung, kann meiner Meinung nach, kein ausgeglichener Haushalt übrig bleiben.
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