Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser im Breisgau (Foto: imago)Die staatliche KfW Bankengruppe wird 2009 eine Rekordsumme zur Förderung energieeffizienter Häuser ausgeben. Bis Ende November seien mehr als acht Milliarden Euro für Neubauten und Sanierungen vergeben worden, teilte die Bank am Freitag mit. Mit dem Geld seien 550.000 Wohnungen gefördert worden. Die Bundesregierung hatte die Mittel für das Programm unter anderem im Rahmen des ersten Konjunkturpaketes aufgestockt.
Die Höhe der Förderung richtet sich danach, wie viel Energie ein Haus im Vergleich zu einem sonst errichteten Neubau verbraucht. Seit 2001 wurden inzwischen Kredite und Zuschüsse im Volumen von rund 30 Milliarden Euro vergeben. Bauherren profitieren von günstigen Zinsen und sparen laut KfW durch niedrigere Heizkosten zusätzlich. Die 2009 geförderten Projekte würden zudem jährlich den CO2-Ausstoß um 1,3 Millionen Tonnen verringern.
Neue Energie-Einspar-Verordnung
Interessant ist der Fördertopf für viele Besitzer von Immobilien seit Oktober dieses Jahres. Seit dem 1. Oktober 2010 gilt die neue Energie-Einspar-Verordnung (EnEV2009), die von Neubauten und Sanierungen künftig weitere 30 Prozent weniger Energiebedarf als bisher verlangt. Betroffen davon sind Hausbesitzer und angehende Bauherren von Mehrfamilienhäusern, die Sanierungsmaßnahmen vornehmen lassen oder einen Neubau planen. Einfamilienhausbesitzer sind nur bei dem Verkauf an einen neuen Eigentümer zum energieeffizienten Nachrüsten verpflichtet.
Dämmen ist jetzt Pflicht
Nach der neuen Regelung muss nicht nur der Energiebedarf reduziert werden, auch die Wärmedämmung soll um 15 Prozent erhöht werden. Zusätzlich zur verbesserten Dämmung kann die Reduzierung des Energiebedarfs unter anderem durch eine neue Heizungs-, Solar- oder Lüftungsanlage erreicht werden. Bei Altbauten müssen bis 2011 das Dach oder die oberste begehbare Geschossdecke gedämmt werden. Eine Dämmung ist künftig auch für freiliegende Heiz- und Warmwasserleitungen im Keller vorgeschrieben. Außerdem müssen in Häusern mit mindestens sechs Wohnungen Nachtspeicherheizungen ausgetauscht werden, wenn diese älter als 30 Jahre sind.
Kosten amortisieren sich schnell
Die vorgeschriebenen Sanierungsarbeiten zur Dämmung oberster Geschossdecken sollen sich nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg innerhalb eines Jahres amortisiert haben. Wer selber dämmt, müsse mit etwa 30 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für ein Einfamilienhaus seien dann insgesamt Kosten von bis zu 2000 Euro zu veranschlagen. Insgesamt könnten eine bessere Dämmung und eine neue Heizung die jährlichen Heizkosten um bis zu zwei Drittel reduzieren. Die KfW-Bank vergibt hier Kredite, Zuschüsse und Darlehen. Darüber hinaus gibt es regionale Förderprogramme.