27.09.2011, 11:29 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Digital-Fotografie bringt Kodak ins Wanken (Foto: imago) Böses Omen für ein Traditionsunternehmen: Der Fotopionier Kodak hat mit der Aufnahme eines Kredits ohnehin nervöse Investoren in die Flucht geschlagen. Die Aktie fiel um fast 27 Prozent auf 1,74 Dollar. Kodak hatte Ende vergangener Woche angekündigt, 160 Millionen Dollar aus einer Kreditlinie zu ziehen.
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Kodak braucht frisches Geld
Der Zeitpunkt der Mitteilung eine Woche vor Quartalsabschluss ließ bei Anlegern sofort die Alarmglocken schrillen: Es machte sich die Befürchtung breit, das Unternehmen habe schlicht nicht mehr genug Geld. Kodak wies dies zurück.
Die Reserven schrumpfen dahin
Zuletzt hatte Kodak Ende Juni noch 957 Millionen Dollar auf der hohen Kante gehabt. "Wir haben ganz bestimmt nicht 957 Millionen seit dem 30. Juni verbraucht", sagte ein Kodak-Sprecher dem "Wall Street Journal", ohne konkretere Zahlen zur Finanzlage zu nennen. Er begründete den Griff zum Kredit damit, dass zwei Drittel des Geschäfts im ersten Halbjahr im Ausland anfiel und Kodak beschlossen habe, das Geld nicht in die USA zu bringen - viele amerikanische Unternehmen halten das so aus steuerlichen Gründen.
Digital-Fotos versenken Kodak
Kodak war mit dem Übergang von der traditionellen zur digitalen Fotografie in Schwierigkeiten geraten. Konzernchef Antonio Perez versucht derzeit, das Unternehmen als Drucker-Spezialisten neu zu positionieren. Es ist ein mühsamer Wandel mit ständigen roten Zahlen. Um die Finanzen aufzubessern, griff Kodak in den vergangenen Jahren auch zu Patentklagen und bietet derzeit rund 1100 Patente zum Verkauf an.