Zahl der Verbraucher- und Unternehmensinsolvenzen steigt an (Quelle: imago)Auch im Oktober 2009 lag die Zahl der Firmenpleiten deutlich über der des Vorjahres. Den deutschen Amtsgerichten wurden in dem Monat 2848 Unternehmensinsolvenzen gemeldet, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren 15,9 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Von Januar bis Oktober wurden 27.565 Insolvenzen von Unternehmen gemeldet, 11,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
#
16 Prozent mehr Pleiten
Im Dezember hatten die Statistiker erklärt, sie rechneten auch über das gesamte Krisenjahr 2009 mit einem Plus der Pleiten von über 16 Prozent.
Auch immer mehr Verbraucher-Pleiten
Zugenommen haben im Oktober der Statistikbehörde zufolge auch die Insolvenzen von Verbrauchern: 8929 Menschen erklärten sich für zahlungsunfähig, das waren 4,2 Prozent mehr als im Oktober 2008. Seit Jahresbeginn meldeten 83.564 Verbraucher Privatinsolvenz an, ein Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Auch das Jahr 2010 verspricht nichts Gutes. Die Wirtschaftskrise könnte die Firmenpleiten auf ein Rekordniveau treiben. Aus Zahlungsnot werden bis zu 40.000 Unternehmen Insolvenz anmelden - das wären so viele wie nie zuvor, prognostizierte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. "Die Wirtschaftskrise fordert ihren Tribut", sagte Vorstandsmitglied Helmut Rödl. Bei vielen Firmen sei das Eigenkapital bedenklich geschrumpft, sie kämen schwieriger an Kredite und litten unter Zahlungsausfällen von Lieferanten.
Doch die Folgen der Wirtschaftskrise und die damit verbundenen Pleiten treffen auch die Arbeitnehmer. So wurden seit der Jahrtausendwende rund fünf Millionen Arbeitnehmer von der Insolvenz ihres Arbeitgebers getroffen. Das sei etwa jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, berichtete die Wirtschaftsauskunftdatei Creditreform. Durch Schließung oder Sanierung der Unternehmen sei ein großer Teil der Arbeitsplätze weggefallen. Seit dem Jahr 2000 habe es rund 340.000 Firmenzusammenbrüche gegeben. Die Schäden für die Gläubiger beliefen sich auf insgesamt 250 Milliarden Euro. Zudem meldeten 600.000 Verbraucher Privatinsolvenz an.
Insolvenzen im Jahr 2009
Größte Pleite des vergangenen Jahrzehnts war die Insolvenz des Essener Handels- und Touristikunternehmens Arcandor AG mit rund 52.000 Mitarbeitern. In Jahr 2009 gab es wegen der Wirtschaftskrise besonders viele Firmenzusammenbrüche. Neben dem Karstadt-Mutterkonzern Arcandor listet Creditreform acht weitere Insolvenzen mit jeweils mehr als 2000 Beschäftigten auf, darunter die Einzelhandelskette Woolworth (9300 Mitarbeiter), den Chiphersteller Qimonda (4600 Mitarbeiter) und den Autozulieferer Karmann (3400 Mitarbeiter).