15.11.2011, 10:45 Uhr | dpa-AFX, dapd
Trotz ausufernder Schuldenkrise in Europa ist die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, gab es im dritten Quartal im Vergleich zum zweiten Jahresviertel in Deutschland ein robustes Wachstum von real 0,5 Prozent. Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung gerechnet. Auch das zweite Quartal fiel besser aus als zunächst erwartet. Das deutet nach Einschätzung von Ökonomen darauf hin, dass im Gesamtjahr noch ein Plus von drei Prozent erreicht werden könnte.
Allzu optimistisch sollten die Zahlen nach allgemeiner Einschätzung von Volkswirten jedoch nicht stimmen: Spätestens im Jahr 2012 dürfte die Krise ihren Tribut fordern und die Konjunktur empfindlich dämpfen. "Die europäische Schuldenkrise mit ihren Auswirkungen auf das Geschäftsklima und wichtige europäische Handelspartner wird wahrscheinlich in Deutschland im Winter eine milde Rezession auslösen", schreiben zum Beispiel die Volkswirte der Berenberg Bank.
"Zu Konjunkturoptimismus besteht indes kein Anlass, denn die Industrie hat vor allem vom Auftragspolster der vorangegangenen Monate gezehrt", sagte Ferdinand Fichtner, Konjunkturchef am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Im vierten Quartal werde das Wachstum wegen der Krise im Euroraum mager ausfallen. Darauf deuteten die in den letzten Monaten massiv eingebrochenen Umfragewerte unter Verbrauchern und Unternehmern hin. "Die Menschen sind verunsichert", sagte Fichtner. Das sei Gift für die Konjunktur.
In Deutschland kamen Wachstumsimpulse nach Angaben des Wiesbadener Bundesamtes zuletzt vor allem aus dem Inland. Die Konsumausgaben stiegen, Unternehmen investierten wieder mehr in Maschinen und Anlagen. Dagegen trug der Außenhandel im dritten Quartal kaum zum Wachstum bei, weil Exporte und Importe in etwa gleich zulegten. Bauinvestitionen gingen nach dem starkem Jahresbeginn wieder etwas zurück.
Im dritten Quartal legte die Wirtschaftsleistung auch im Jahresvergleich kräftig zu, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in der ersten Jahreshälfte: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel um 2,5 Prozent höher aus als ein Jahr zuvor - nach drei Prozent im Vorquartal.
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Nach Einschätzung des DIW ist das kräftige Plus vor allem dem Quartalsauftakt im Juli zu verdanken, da aufgrund der späten Lage der Sommerferien in einigen Bundesländern ein großer Teil der Produktion vorgezogen wurde. Schon im August und September sei die Industrieproduktion dagegen deutlich zurückgegangen.
Für zweite Vierteljahr wiesen die Statistiker statt mageren 0,1 Prozent Wachstum nun preis-, saison- und kalenderbereinigt ein Plus von 0,3 Prozent aus. Damit knüpft die heimische Konjunktur allmählich an den fulminanten Jahresstart an: Für das erste Quartal hatten die Statistiker ein Wachstum von 1,3 Prozent ermittelt.
Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2011 wurde nach ersten vorläufigen Berechnungen von rund 41,2 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht. Das waren 495.000 oder 1,2 Prozent mehr als im Jahr 2010. Detaillierte Ergebnisse für das dritte Quartal will das Bundesamt am 24. November veröffentlichen.
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Quelle: dapd , dpa-AFX
Nostra damos schrieb:
am 16. November 2011 um 09:41:15
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Wirtschaft
Na, wo fährt sie denn hin, die Deutsche Wirtschaft?
Zunächst muss festgestellt werden, dass der gegenwärtige Binnenkonsum auf
Angst basiert, weil vom Volk erkannt wird, der € ist kein Garant mehr und die Währungsreform kommt mit Sicherheit auf Grund der riesigen Überscnhuldung.
Der Export wird in den nächsten Monaten rückläufig, denn die Staaten sind hoch verschuldet (bis auf wenige wie China, Brasilien, Schweden, Norwegen, Schweiz, teilw. Emirate...)! Der Dampfer ist auf Grund gelaufen!
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mp schrieb:
am 16. November 2011 um 01:03:51
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Konjunktur
Solche Prognosen sind allenfalls "Brot und Spiele" für die Börse, um Kursschwankungen zu minimieren. Aber was sollen
diese mal düsteren, mal positiven Prognosen überhaupt?
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ulant schrieb:
am 15. November 2011 um 22:44:07
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Glaubhaft oder nicht glaubhaft - das ist hier die Frage
In der deutschen Wirtschaft gibt es zwei gegenläufige Strömungen: Die einen warten
schon ab, was da Schlimmes kommen kann; die anderen nutzen schnell noch die (trügerischen) guten Zeichen, bevor der grosse Knall folgt!
Ein Euro steht gegen Dollar und Yen natürlich nicht schlecht da, weil diese Staaten noch tiefer in den Schulden stecken als der Euroland-Durchschnitt (etwa wie GR und I). Gegen den CHF stände der € noch schlechter,wenn CH nicht per Verordnung gegengesteuert hätte! Ebenso China.
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