17.12.2010, 15:48 Uhr | dpa, dapd
Deutschlands Firmen investieren wieder mehr. Das zeigt sich auch in der Zunahme des ifo-Index. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum Jahresausklang weiter aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 109,3 Punkten im Vormonat auf 109,9 Punkte, wie das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München mitteilte. Das ist der höchste Stand seit der Wiedervereinigung. Viele Experten hatten wie schon in den Vormonaten mit einer leichten Eintrübung gerechnet, die aber erneut ausblieb.
Im gesamten Jahresverlauf sei das Konjunkturbarometer "rasant gestiegen", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "Nach dem Anstieg des Exports waren für den Aufschwung vor allem die Investitionen verantwortlich. Perspektivisch zeichnet sich nun auch eine Verbesserung beim Konsum ab."
Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger sagte: "Deutschland ist in einem stabilen Aufschwung, der breit aufgestellt ist und sich selbst trägt. Übermütig sollte man aber nicht werden." Die Wirtschaft werde 2011 nicht mehr so schnell weiter wachsen, und die Euro-Schuldenkrise sei weiterhin nicht gelöst.
Die Gesellschaft für Konsumforschung sieht ein gutes Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel kommen. zum Video
Während die Industrie ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr zurückschraubt, zeigt sich der Handel plötzlich in Sektlaune. "Das Weihnachtsgeschäft ist gut angelaufen, und die Grundtendenzen sind sehr gut: Die Arbeitslosigkeit sinkt, und die Hoffnung wächst, dass bald wieder mehr in der Lohntüte ist", erklärte Abberger. Auch langlebige Gebrauchsgüter wie Möbel seien wieder gefragt, und "die Autohersteller klagen, dass sie zu wenig Vorrat auf dem Hof haben".
Der ifo-Geschäftsklimaindex war von seinem Tief bei 82,3 Punkten im März 2009 fast ständig gestiegen und erreichte im November mit 109,3 Punkten den bislang höchsten Wert im vereinigten Deutschland. Jetzt ließ der Handel ihn nochmals um 0,6 Punkte steigen. Die Investitionen im Inland hätten den Export als Motor des Aufschwungs bereits überflügelt, "perspektivisch zeichnet sich nun auch eine Verbesserung beim Konsum ab", sagte Sinn.
"Die Einzelhändler schätzen ihre aktuelle Geschäftslage als sehr gut ein. Darüber hinaus bewerten sie ihre Perspektiven für die nächsten sechs Monate nochmals optimistischer als im November", erklärte der ifo-Chef. Auch der Großhandel stufe seine Geschäftslage sehr positiv ein und rechne mit noch besseren Geschäften in nächster Zukunft.
Die Industriebetriebe planten, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Unternehmen bewerteten ihre jetzige Geschäftslage als unverändert gut, schraubten aber ihre sehr hohen Erwartungen deutlich zurück. "Die Industrie hat dieses Jahr schon einen enormen Aufstieg hingelegt. Dass das nicht immer in dieser Geschwindigkeit weitergehen kann, ist klar", sagte Abberger. Aber die Aussichten seien immer noch sehr gut.
Die Staatsschuldenkrise habe noch nicht auf die Wirtschaft durchgeschlagen. Die bisherigen EU-Krisenländer seien keine großen Exportkunden der deutschen Wirtschaft, der Wechselkurs sei stabil, der Zins niedrig, erklärte Abberger. China wachse weiter, wichtige EU-Länder wie Großbritannien hätten sich wieder erholt. Wie es mit dem Euro und den Schuldenstaaten weitergehe, sei aber auch nach dem Brüsseler Gipfeltreffen offen. Der Teufel stecke im Detail.
Die Baubetriebe bewerteten ihre Lage im Dezember als weniger günstig, seien aber für das nächste halbe Jahr wieder zuversichtlicher. Wenn der öffentliche Bau mit den Konjunkturprogrammen auslaufe, sollte der Wohnungs- und Wirtschaftsbau anziehen. "Es gibt Anzeichen, dass der Stabwechsel gelingt", sagte Abberger.
Das ifo-Institut hatte 7000 Industrie-, Handels- und Bauunternehmen befragt. Für 2011 erwarten die führenden Institute ein Wirtschaftswachstum von 2,3 bis 2,5 Prozent, einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit und keine Inflationsgefahr.
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Quelle: dapd , dpa
Jack schrieb:
am 21. Dezember 2010 um 09:13:38
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Ifo-Index
Und?
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Sigi schrieb:
am 17. Dezember 2010 um 17:08:32
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Konjunktur
Woher kommt nur dieser Optimismus? Seit seiner Einführung 1999 hat der € 20 % an Wert verloren. Er ist also nur noch 80 C wert
(n. einer Analyse der Allianz).Wenn ein EU-Land ein Problem hat, haben alle eins, auch die Sparer, denn ihnen droht bei einem weichen € die Entwertung. Vielleicht haben das einige aus dem Volk begriffen und kaufen jetzt noch schnell was ein, bevor es nur noch Papiergeld gibt.
Die Verschuldung der Währungsunion ist nur so stabil wie ihr schwächstes Glied (lt. Commerzbank
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Uli schrieb:
am 17. Dezember 2010 um 16:32:59
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Fehlende Fachkräfte
Die Baubranche wird sich demnächst nur noch mit Ausländischen Leihfirmen als Nachunternemer unterhalten können weil
keiner mehr aus Deutschland Ihre Aufträge will, bei den Hungerpreisen die Sie bezahlen. Wir werden keine Neubaustellen mehr durchführen stattdessen entlassen und nur noch das im Privaten abdecken was sich auch lohnt. Also lernt schon mal fleißig Fremdsprachen. Aber Hauptsache es ist billig und man kann die Handwerksfirmen abzocken. Aber damit wird bald Schluß sein
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