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Ökonomen-Einschätzungen auf einen Blick
26.08.2008, 11:19 Uhr
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August überraschend deutlich abgekühlt. Drei Rückgänge in Folge wertet das ifo-Institut üblicherweise als Trendwende. Viele Experten hatten lediglich einen leichten Rückgang des Konjunkturbarometers prognostiziert. Sowohl die Einschätzungen zur gegenwärtigen Wirtschaftslage als auch zu den Aussichten für die kommenden sechs Monate verschlechterten sich spürbar. "Die deutsche Wirtschaft gerät damit zunehmend in konjunkturell schwieriges Fahrwasser", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Unicredit
Nach dem erneut kräftigen Rückgang des ifo-Geschäftsklimas ist das Risiko einer technischen Rezession in Deutschland laut der
UniCreditsehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft über zwei Quartale schrumpfen werde, beziffern die UniCredit-Experten in einer Studie auf 70 Prozent. Zugleich revidierten die Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für die kommenden beiden Quartale nach unten. So sei nun von einem 0,1 Prozent weniger Wachstum im dritten Quartal und einer Stagnation im Schlussquartal auszugehen (bislang je plus 0,2 Prozent). Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,5 Prozent geschrumpft.
Pessimismus in deutscher Wirtschaft wächst - DresdnerKleinwort
Der Pessimismus bei den deutschen Unternehmen hat sich laut DresdnerKleinwort erhöht und damit die Gefahr geringerer Investitionen und einer vorsichtigeren Einstellungspolitik. "Das Thema Rezession kann nun nicht mehr so einfach vom Tisch gewischt werden", sagte Ökonom Rainer Guntermann am Dienstag vor dem Hintergrund des Rückgangs des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal. Auch die Perspektiven seien trotz des jüngsten Ölpreisrückgangs und der Abschwächung des Euro alles andere als günstig. Für die noch recht optimistische Wachstumsprognose für 2008 mit 1,6 Prozent bestünden Abwärtsrisiken. Denn für den Rest des Jahres signalisiere der Indikator nicht unbedingt eine Besserung.
ifo-Geschäftsklima schürt Rezessionsangst - HSBC Trinkaus
Der erneut deutliche Rückgang des ifo-Geschäftsklimas dürfte nach Einschätzung von
HSBC Trinkaus weitere Rezessionsängste in Deutschland schüren. "Einen derart starken Rückgang des ifo-Index wie in den letzten beiden Monaten hat es seit der deutschen Wiedervereinigung nicht gegeben", sagte HSBC-Expertin Antje Hansen. Beachtlich sei, dass selbst die merklich gesunkenen Ölpreise und der schwächere Euro nicht zu einer Stimmungsaufhellung beigetragen hätten. "Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind schlecht." Möglicherweise könnten weitere ungünstige Konjunkturindikatoren aus dem Euroraum die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer Abkehr von ihrer bisherigen Geldpolitik veranlassen und zu früheren Zinssenkungen bewegen.
Deutsche Unternehmen schalten auf Pessimismus - DekaBank
Die deutschen Unternehmen haben angesichts des erneut kräftigen Rückgangs des ifo-Geschäftsklimas ihre Erwartungshaltung laut der DekaBank deutlich auf die pessimistische Seite verschoben. "Die Unternehmen schalten auf Pessimismus", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Vor allem die verstärkten Ängste vor einer Rezession dürfte zu dem neuerlichen Rückgang geführt haben. "Allerdings stellt dies auch die Rückkehr zu einer realistischeren Sichtweise dar, nachdem sich das Geschäftsklima lange Zeit trotz der Finanzkrise auf einem recht hohen Niveau gehalten hat." Sollten die Unternehmen ihre Investitionen deutlich zurückfahren, dürfte dies auch am Arbeitsmarkt nicht spurlos vorüber gehen.
EZB-Zinserhöhung mit jüngsten Daten wohl vom Tisch - Helaba
Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte vor dem Hintergrund des neuerlichen unerwartet starken Rückgangs des ifo-Geschäftsklimas nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) keine Zinserhöhung mehr vornehmen. Diese Erwartung werde durch den neuerlichen Rückgang gestützt, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Kurzanalyse. Dafür sprächen auch die bereits erfolgten Daten, wie die GfK-Konsumumfrage und die Detail-Daten des deutschen BIP-Rückgangs des zweiten Quartals. Beide Werte ließen auf eine schwache Konsumnachfrage schließen. Selbst der jüngste Rückgang der Rohstoffkosten und die Abschwächung des Euro seien nicht in der Lage gewesen, die Geschäftserwartungen zu verbessern
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