27.09.2010, 15:37 Uhr | cs mit dpa-AFX
Der Auftragsboom hat zu Lieferengpässen in Deutschland geführt (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die überraschend starke Konjunktur in Deutschland hat offenbar zu Lieferengpässen in der deutschen Industrie geführt. So kämpft jedes dritte Unternehmen mit diesem Mangel. Das zeigt der "Handelsblatt-Business-Monitor", für den das Marktforschungsinstitut Psephos rund 800 Top-Manager im Auftrag des "Handelsblatts" und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragte.
Vor allem die Automobil- und Chemiebranche leidet unter den Lieferengpässen. Hier klagten 75 Prozent der befragten Firmen über Probleme. In der Elektro- und High-Tech-Branche und im Maschinenbau seien es 60 Prozent. Dabei ist die Mini-Krise selbst verschuldet. Denn schuld an den Engpässen seien nicht die Lieferanten. Viele Abnehmer hätten schlicht zu spät bestellt, sagte Horst Wildemann, BWL-Professor der TU München. In der Krise hätten sie die Lager fast leer gemacht. "Mit dem plötzlichen Auftragsboom wollen sie zeitgleich auch ihre Bestände auffüllen." Die Folge: Hersteller orderten derzeit die doppelte Menge wie sonst, sagte Oliver Weirauch, Geschäftsführer von Droege & Comp.
Dabei registrieren Experten einen Wandel in der Einkaufspraxis von Unternehmen. Während jahrelang der Preis das zentrale Motiv von Einkäufern gewesen ist, steht nun die Liefersicherheit im Vordergrund. Zudem hätten krisenbedingt 20 Prozent der Firmen ihre Lieferanten ausgetauscht, in der Elektro- und High-Tech-Branche liege dieser Anteil laut "Handelsblatt" sogar bei 60 Prozent. Und auch hier gibt es einen Wandel: Demnach wollen rund 20 Prozent der befragten Unternehmen wichtige Dinge künftig selbst produzieren. In den Branchen Maschinenbau, Chemie, Energie, Pharma will sogar jede dritte Firma ausgelagerte Aufgaben wieder ins Haus holen.
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Doch wie gefährlich ist der Lieferengpass für den deutschen Aufschwung? Offenbar nicht allzu heftig, wie der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, meint. Er sagt für dieses und nächstes Jahr ein anhaltend robustes Wachstum voraus. "Ökonomisch wird die Regierung vom Glück verfolgt", sagte Zimmermann der Online-Ausgabe des "Handelsblatts". "Das tolle Wachstum 2010 setzt sich 2011 auf gebremstem Niveau fort und geht mit schrumpfenden Arbeitslosenzahlen einher."
Quelle: dpa-AFX
Stefan schrieb:
am 27. September 2010 um 16:58:51
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@Theodor
Es gibt auch Fälle, da können die Alten knulzen bis sie tot umfallen und junge Leute bleiben auf der Straße stehen. Das sind die,
welche in Unternehmen die schon lange existeren in ihren älteren Arbeitsverträgen bei betriebsbedingter Kündigung Abfindungen zugesichert werden deren Höhe sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit richtet. Wenn die trotzdem nicht vor der Rente schlappmachen, kann man sie immer noch mobben bis sie mit Nervenzusammenbruch -kenne solche Fälle- selbst aufgeben.
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Stefan schrieb:
am 27. September 2010 um 16:45:08
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Hausgemachtes Problem
Ja, erst Outsourcing aller möglichen Bereiche die jetzt angeblich wieder "ingesourct" werden sollen. Hat man wohl
gemerkt, dass China in Asien liegt und kein deutsches Nachbarland ist in das man kurz mal ein paar LKW's schicken kann. Ob die Leute, die das Zeug jetzt wieder selbst herstellen auch angemessen bezahlt werden steht in den Sternen.
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Thomas 66 schrieb:
am 27. September 2010 um 16:02:32
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Lieferengpässe bremsen Wachstumswunder
Lieferengpässe gibt es zu allen konjunturellen Zeiten. Wird es auch immer wieder geben. Auch mit
einem gut bestückten "Personalmarkt". Kein v e r n ü n f t i g e r Unternehmer wird seine Fertigung derartig erweitern ,dass er im Abschwung mit Überkapazitäten kämpfen muß. Aber wir haben ja in diesem Forum so viele Wirtschaftsweise (auch Wirtschaftsverwaiste !).Da braucht einem ja nicht bange werden.
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