Deutsche Manager zunehmend pessimistisch. (Foto: imago)Die Unternehmen in Deutschland blicken zunehmend pessimistisch in die Zukunft. Im Juli ging der Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung weit stärker als erwartet zurück. Das Konjunkturbarometer sank von 101,2 auf 97,5 Punkte. “Dieses Ergebnis legen nahe, dass der konjunkturelle Aufschwung zu Ende geht“, teilte der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, in München mit. Auch die Einkaufsmanager in Europa erwarten zunehmend schlechte Geschäfte.
“Die Unternehmen sind mit ihrer gegenwärtigen Geschäftslage spürbar weniger zufrieden“, sagte Sinn. Im Juli bewerteten die Firmen sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate nochmals deutlich schlechter. Der Index für die Erwartungen sank von 94,6 auf 90 Punkte und erreichte damit den tiefsten Wert seit fast sechs Jahren. Der Lage-Index ging von 108,3 Punkte auf 105,7 zurück.
Index schlechter als Prognosen
Die Zahlen fielen für Experten enttäuschend aus: Volkswirte hatten beim Indikator für die aktuelle Lage einen Rückgang auf 106,0 Zähler prognostiziert. Beim Geschäftserwartungs-Index hatten die Prognosen bei 92,5 Punkten gelegen.
Schon im Juni schlecht ausgefallen
Der ifo-Index gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Er wird jeden Monat aus einer Befragung von 7000 Unternehmen ermittelt. Bereits im Juni war der Index gesunken. Das ifo-Geschäftsklima basiert auf monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels.
Einkaufsmanager pessimistisch
Auch aus Europa gab es schlechte Nachrichten, die auf ein Ende des Aufschwungs hindeuten: In der Eurozone hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Juli laut Kreisen stärker als erwartet eingetrübt. Der Gesamtwirtschaftsindex sei von 49,3 Punkten im Vormonat auf 47,8 Punkte gefallen. Volkswirte hatten einen leichteren Rückgang auf 48,9 Punkte gerechnet.
Hinweis auf Abschwung
In Deutschland sank der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe von 52,6 Punkten im Vormonat auf 50,9 Punkte. Experten hatten einen Rückgang auf 51,9 Punkte prognostiziert. Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, steht wahrscheinlich ein Abschwung bevor.
Börse knickt ein
An der Börse sorgten die Nachrichten für schlechte Stimmung: Der DAX weitete seine Verluste aus und verlor zeitweise 0,58 Prozent auf 6498,19 Punkte. Die deutschen Anleihen bauten dagegen nach den enttäuschenden Konjunkturdaten ihre Kursgewinne aus. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte zwischenzeitlich auf ein Tageshoch von 110,57 Punkten. Am Morgen hatte der Kontrakt noch bei 110,35 Punkten gelegen.