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Kostet Benzin bald vier Euro?

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Kostet Benzin bald vier Euro?

04.01.2008, 10:51 Uhr | dpa / AFP / bab

Horrorszenario - Benzinpreis bei vier Euro (Foto: ddp) Horrorszenario - Benzinpreis bei vier Euro (Foto: ddp) Im Jahr 1998 schockten die Grünen die Republik mit ihrer Forderung nach einer schrittweisen Erhöhung des Benzinpreises auf fünf DM innerhalb von zehn Jahren. Zehn Jahre später sind sie auf dem besten Weg dieses Ziel zu erreichen, wenn auch nicht durch eigenes Zutun. Anstelle der Mineralölsteuer steigt der Preis für Öl unaufhaltsam und schon ein leichter Einbruch des Euros gegenüber dem Dollar reicht aus, um den Benzinpreis jenseits die Marke von 1,50 Euro zu katapultieren. Einige Experten rechnen sogar mit bis zu vier Euro oder umgerechnet 7,82DM pro Liter Super-Benzin, was die Wunschträume der Grünen erfüllen und eine durchschnittliche Tankfüllung auf 200 Euro verteuern würde.

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Durst nach Öl bleibt ungestillt
Aufgestellt hat diese Prognose Claudia Kemfert, Energie-Expertin beim Deutschen Institut für Wirtschaft (DIW), gegenüber der BILD. Grundlage ihrer Berechnungen sind ein Ölpreis jenseits der Marke von 200 Dollar sowie eine Rückkehr des Dollars als starke Leitwährung. Und mit beiden Einschätzungen könnte sie richtig liegen, denn der Preis für Öl steigt unaufhaltsam. Im Januar 2004 kostete ein Barrel (159 Liter) gerade einmal 31 Dollar anstelle der beinahe 100, die heute fällig sind. Der Preis hat sich damit bereits verdreifacht und eine Verbilligung ist angesichts des wachsenden Dursts von Boomländern wie China nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Der Verbrauch wird angesichts der stark steigenden Zahl von Pkws sogar zunehmen. Dazu sind die Märkte sensibel und reagieren bereits bei den geringsten Zeichen von Unruhe mit deutlichen Preisaufschlägen. Das absolute Horrorszenario bleibt dabei ein militärischer Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der den Ölpreis leicht auf einen Schlag in den Bereich von 150 Dollar treiben könnte.



Der Preis steht und fällt mit dem Dollar
Der zweite und vielleicht sogar entscheidende Faktor in der Rechnung von Kemfert ist jedoch das Verhältnis zwischen Euro und Dollar, das Verbraucher in Deutschland zurzeit vor einer echten Explosion der Preise an den Tankstellen bewahrt. Denn Öl und Benzin werden in Dollar gehandelt und der Dollar ist zurzeit billig. Touristen merken das heutzutage beim Shopping in New York, Händler beim Einkauf an den Kraftstoffbörsen. Parallel zum Öl kletterte auch der Wert der europäischen Gemeinschaftswährung von 1,26 Euro pro Dollar im Januar 2004 auf 1,47 Dollar im Januar 2007. Doch genau diese Entwicklung könnte in den kommenden Jahren ein Ende finden. Führende Experten sehen eine Trendwende aufziehen: Die Deutsche Bank schätzt in ihrem Ausblick für 2008, dass für einen Euro zum Jahresende nur noch 1,37 Dollar zu haben sein werden - Tendenz klar fallend. 2009 sehen die Experten den Kurs bei 1,30 Dollar, im Jahr darauf dann schon bei 1,25 Dollar. Trifft diese Prognose ein, verteuert sich für die Mineralölkonzerne der Einkauf und damit auf lange Sicht auch der Preis an der Zapfsäule.

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Wie der Staat mitkassiert
Doch wie setzt sich ein solch hoher Preis zusammen? Aktuell kostet der Liter zwischen 53 und 55 Cent – zumindest wenn man die Steuerlast herausrechnet. Um einen Preis von vier Euro zu erreichen müsste dieser Grundpreis auf 270 Cent steigen und sich damit verfünffachen. Gesetzt den Fall die Regierung ließe die aktuellen Steuersätze bestehen wie sie sind, kämen auf diese 270 Cent noch einmal 65,45 Cent Mineralölsteuer, die den Preis pro Liter auf 335,45 Cent erhöhen. Da die Mehrwertsteuer in Deutschland erst nach dem Aufschlag der Mineralölsteuer erhoben wird, würden weitere 64 Cent aus dieser Abgabe den Betrag auf 399 Cent oder anders ausgedrückt 3,99 Euro erhöhen. Interessanterweise würde der Staatsanteil bei einem solchen Szenario von aktuell weit über 60 Prozent auf unter 50 sinken. Ob dann überhaupt noch jemand tankt ist allerdings fraglich, denn ein Benziner gehört in einem solchen Szenario eher in die Kategorie der Luxusgüter.

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Quelle: t-online.de

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