08.05.2008, 12:27 Uhr | dpa / AFP / T-Online
Rekordpreise an den Tankstellen (Foto: T-Online) Autofahrer in Deutschland müssen beim Tanken so viel bezahlen wie noch nie. Nach einer neuen Preisrunde am Mittwochabend kostete ein Liter Benzin am Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt fast 1,48 Euro, teilten Sprecher der Mineralölindustrie in Hamburg und Bochum mit. Vereinzelt wurde sogar die 1,50er-Marke für einen Liter Super erreicht. Der durchschnittliche Dieselpreis kletterte auf 1,39 Euro. Damit wurden die alten Höchstmarken aus dem November 2007 und von Anfang April leicht übertroffen. Der ADAC empfiehlt eine spritsparende Fahrweise und riet, das Auto für kurze Strecken auch einmal stehen zu lassen.
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Diesel-Preis könnte Benzin überholen
Nach Angaben der Sprecher spiegeln sich in den hohen Benzin- und Dieselpreisen die Rekordnotierungen an den internationalen Öl-Börsen wider. Der Abstand der Preise zwischen Diesel- und Ottokraftstoff an den Tankstellen hat sich in den vergangenen Wochen wieder vergrößert, wird aber laut dem Mineralölkonzern BP/Aral wieder schrumpfen. Gegenwärtig beträgt die Differenz zwischen Selbstzünder-Kraftstoff und Normal/Super-Benzin an vielen Tankstellen nur noch sieben Cent. Es sei durchaus denkbar, dass für Diesel bald mehr als für Benzin bezahlt werden muss, erklärte der Konzern auf seiner Bilanz-Pressekonferenz.
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Extrem hohe Nachfrage
Den extrem hohen Diesel-Preis erklärt die Mineralölindustrie mit einer weltweit stark gestiegenen Nachfrage nach sogenannten Mitteldestillaten, unter die Diesel, Heizöl und Flugbenzin fallen. Die Nachfrage nach Diesel hat Benzin bereits seit langem überholt, allerdings ist die Raffineriestruktur laut eines Berichts des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID nicht auf den Ansturm ausgelegt. Das macht sich in Deutschland neben der Zapfsäule vor allem beim Füllen der Tanks mit Heizöl bemerkbar. Der Preis für Heizöl hält sich nach seinem drastischen Anstieg in der vergangenen Woche weiterhin über der Marke von 80 Euro für 100 Liter. Der schwache Dollar machte unterdessen etwas Boden gut. Der Euro rutschte nach seinem Höchststand über 1,60 Dollar am Donnerstag wieder unter die 1,57er-Marke (vgl. EUR/USD-Chart). Eine schwache US-Währung beflügelt normalerweise die Öl-Nachfrage aus Ländern außerhalb des Dollar-Raums.
Übersicht-
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Kraftstoffabsatz gesunken
Marktführer BP/Aral beklagt derweil sinkende Absatzzahlen. Der Kraftstoffabsatz im gesamten deutschen Tankstellenmarkt sei im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 35,4 Millionen Tonnen zurückgegangenen, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP, Uwe Franke. Der Absatz an den Aral-Tankstellen sei um 2,1 Prozent auf knapp 8 Millionen Tonnen zurückgegangen. Die Deutsche BP betreibt mit Aral die größte deutsche Tankstellenkette mit rund 2400 Stationen. Dabei sei der Dieselabsatz weiter gestiegen, während der Verkauf von Ottokraftstoffen (Benzin, Super) weiter deutlich zurückgegangen sei.
Rohöl-Preise gefallen - Tankstellen werden wohl nachziehen
Der US-Ölpreis ist am Donnerstag etwas gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der maßgeblichen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni sank am Nachmittag zeitweise unter die 116-Dollar-Marke. Auch die Sprit-Preise an den Tankstellen könnten sich dadurch in den kommenden Tagen wieder verbilligen. Am Dienstag war der mittlerweile ausgelaufene Mai-Kontrakt zeitweise noch auf einen Rekordstand von 119,90 Dollar gestiegen. Die in der vergangenen Woche in den USA stärker als erwartet gestiegenen Rohöllagerbestände hätten den Ölpreis etwas belastet, erläuterten Händler in Singapur. Die Rekordjagd beim Öl sei jedoch nur unterbrochen. Ein Anstieg über die Marke von 120 Dollar sei in den nächsten Tagen weiterhin möglich.
OPEC-Öl teurer als 111 Dollar
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist abermals auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Nach Angaben des OPEC-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl aus den Fördergebieten des Kartells am Mittwoch 111,14 Dollar. Das waren 1,22 Dollar mehr als am Dienstag. Die OPEC berechnet ihren sogenannten Korbpreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Organisation.
Übrigens! Wenn Sie mehr über den Aufbau und die Geschichte der OPEC erfahren möchten, dann klicken Sie einfach doppelt auf OPEC und dann auf Wikipedia. Probieren Sie es aus.
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Quelle: t-online.de
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