01.07.2011, 13:00 Uhr | sia
Unterforderung im Job kann krank machen (Foto: imago)
Für manchen mag das paradiesisch klingen: nur wenige Stunden am Tag einfache Arbeiten verrichten und die restliche Zeit im Büro vor sich hin dösen. Das kann sich jedoch als Albtraum entpuppen - für die Mitarbeiter nämlich, die unfreiwillig unter zu geringer Arbeitsbelastung und Unterforderung leiden. In dem Fall schadet die vermeintliche Faulheit nicht nur dem Arbeitgeber, sondern auch der Gesundheit der Betroffenen: Experten sprechen vom Boreout-Syndrom. Wir zeigen, welche Ursachen die Bürokrankheit hat und was dagegen getan werden kann.
Unterforderung, Desinteresse und quälende Langeweile im Job - das bezeichnen Experten als Boreout-Syndrom. Wer trotz höherer Qualifikation und Leistungsbereitschaft in einer gering angesehenen Tätigkeit feststeckt, in der Firma kaum Arbeit oder ausschließlich Routineaufgaben zugewiesen bekommt oder gar vom Vorgesetzten ignoriert wird, ist demnach stark Boreout-gefährdet.
Mit den Kollegen ein Schwätzchen halten, Kaffee trinken und im Internet surfen anstatt zu arbeiten - das widerstrebe vor allem Mitarbeitern, die an sich motiviert und engagiert sind und hohe Ansprüche an ihre Arbeit stellen, erklärt Annette Eckes, Expertin für Führungskompetenz, Mitarbeiterführung und Teamentwicklung, auf experto.de, dem Business-Beraterportal des Verlags für die Deutsche Wirtschaft VNR.
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Da es aber kaum möglich ist, bis zum Büroschluss am Schreibtisch vor sich hin zu träumen, entwickeln Betroffene oft Strategien, um Stress vorzutäuschen, ohne tatsächlich etwas zu tun - und damit ihren Arbeitsplatz zu sichern. Konzentriertes Starren auf den PC-Bildschirm und eifriges Schreiben auf der Tastatur heißt also nicht immer, dass der Kollege wirklich ausgelastet ist.
Für die Wirtschaft werden solche unproduktiven Mitarbeiter teuer. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Gallup hat jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland bereits innerlich gekündigt, 66 Prozent schieben Dienst nach Vorschrift. Die dadurch entstehenden Produktivitätseinbußen kosten die Firmen demnach mehr als 120 Milliarden Euro - durch mehr Fehlzeiten und Produktionsausfälle.
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Verstärkte Kontrollen und Strafen für vermeintlich faule Mitarbeiter lösen das Problem nicht, so Annette Eckes. Stattdessen sei es hilfreich, im Gespräch gemeinsam mit dem Boreout-Betroffenen nach Lösungen zu suchen, wie die Arbeit wieder mehr Spaß machen kann. Dabei kann geklärt werden, was dem Mitarbeiter an der Arbeit gefällt, was demotiviert und wie er sich seine zukünftige berufliche Entwicklung vorstellt.
Damit es gar nicht so weit kommt, sollten Chefs die Stärken und Kompetenzen ihrer Mitarbeiter herausfinden und sie entsprechend einsetzen, erläutert Eckes. Denn wer sich nur als unwesentliches Rädchen im Unternehmen empfinde, sei ein potenzielles Boreout-Opfer, warnt die Personalspezialistin. Könnten Arbeitnehmer hingegen erkennen, welchen Sinn ihre Arbeit für den Unternehmenserfolg habe, stärke das die Motivation erheblich.
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Betroffene Arbeitnehmer können demnach aber auch selbst etwas dazu tun, um sich aus der Boreout-Falle zu befreien. Sie sollten sich aktiv mit ihrer beruflichen Zukunft befassen, rät Fachfrau Eckes. Sinnvoll sei es beispielsweise, nach Möglichkeiten zu suchen, die Stelle innerhalb des Unternehmens zu wechseln oder andere Aufgaben zu übernehmen. Auch Weiterbildungen in Bereichen, die erst einmal gar nichts mit der Arbeit zu tun haben, forderten die Lernfähigkeit.
Ein weiterer Tipp der Fachfrau ist der Wechsel in eine Teilzeit-Arbeit - um mehr Befriedigung im privaten Leben zu finden und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Wenn die Aussicht auf Besserung gering ist, bleibe manchmal jedoch nur der Weg, das Unternehmen zu verlassen.
Quelle: t-online.de
Ex-Selbständiger schrieb:
am 3. Juli 2011 um 10:48:18
(3)
(0)
Unterforderung, Desinteresse und quälende Langeweile im Job
Man kann es kaum glauben, da doch in der BRD angeblich alles so perfekt und so
effektiv läuft. Hohe Arbeitsproduktivität, alle sind gestresst und Burn-Out ist eher die Regel. Und nun das. Als Selbständiger, jahrelang für große Konzerne und mit großen Verwaltungen zu tun, ist DER Eindruck nicht neu. Manchmal erinnert das schon an Zeiten DDR pur. Nur die Bezahlung ist wesentlich besser...
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Bauarbeiter schrieb:
am 3. Juli 2011 um 10:32:18
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Krank vor Langweile-Schlafwandler?
Im Amt zur Mittagspause: Frage an den schlafenden Mitarbeiter,
Kollege kommst du mit zum Mittagessen, oder arbeitest du durch??
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Lili schrieb:
am 3. Juli 2011 um 09:52:21
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(1)
krank
Manch ein Leser hier denkt wahrscheinlich, solche Arbeitnehmer spinnen doch. Ich kenne es von mir selbst und habe versucht Mehrarbeit
zu bekommen. Es ist gar nich so einfach. Keiner will was abgeben, da bei uns alle nicht so ausgelastet sind. Hören sie aber von Stellenabbau, dann ist das Geschrei groß. Man ist als kleiner Arbeitnehmer auf das Gutdünken des Chefs angewiesen. Ich gehe oft frustriert nach Hause und bin an den Tagen froh, wenn es für mich Arbeit gibt, das gibt Selbstbewusstsein.
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