Krankenkassen: Barmer Ersatzkasse und GEK fusionieren
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Barmer und GEK werden größte deutsche Krankenkasse
30.09.2009, 10:18 Uhr | bab
Die Barmer und die Gmünder Ersatzkasse fusionieren (Foto: dpa)Die Gmündner Ersatzkasse (GEK) und die Barmer Ersatzkasse werden sich zusammenschließen und so zur größten deutschen Krankenkasse werden. Der GEK-Verwaltungsrat stimmte mehrheitlich für die Fusion. Die neue Kasse mit dann 8,6 Millionen Versicherten soll Anfang kommenden Jahres an den Start gehen. "Die Wirtschaftlichkeit der Versorgung zu stärken, spielt neben der Stabilität und der Verbreiterung des Angebots für die Versicherten die entscheidende Rolle", sagte der GEK-Vorstandsvorsitzende Rolf-Ulrich Schlenker der Deutschen Presse-Agentur.
Wir streben eine breitere Basis in jeder Hinsicht an", sagte Schlenker. So solle für die Versicherten eine Verbreiterung des Leistungs- und Serviceangebots spürbar werden. Gemeinsam erreichen beide Kassen einen Marktanteil von 13 Prozent. Die Service-Angebote der GEK sollten übernommen werden. Das Netz aus rund 900 Repräsentanzen der Barmer und 200 der GEK solle sich ergänzen. Bei den Leistungsanbietern wie Arzneimittelherstellern oder Ärzten könne man bessere Konditionen aushandeln. "Wir können ja dann mit einer ganz anderen Marktstärke auftreten", sagte Schlenker.
GEK kommt um Zusatzbeiträge herum
Schlenker räumte zudem ein, dass bei der GEK ohne einen Zusammenschluss Zusatzbeiträge für die Versicherten absehbar gewesen wären. "Die Frage der Zusatzbeiträge wäre im nächsten Jahr eine ernsthafte bei der GEK gewesen." Der Spitzenverband der Kassen hatte vor einem baldigen Dammbruch gewarnt, nach dem alle Kassen Zusatzbeiträge bis maximal ein Prozent des Einkommens erheben müssten. Durch den mit dem Gesundheitsfonds Anfang des Jahres gestarteten Einheitsbeitrag - derzeit 14,9 Prozent des Einkommens - können einzelne Kassen ihr Budget nicht mehr durch den Beitrag regulieren.
Wochenlange Verhandlungen
Wochenlang hatten die Vorstände von GEK, Barmer und Techniker Krankenkasse (TK) im Vorfeld verhandelt. Eine Zustimmung des Barmer-Verwaltungsrats in Kiel gilt als absehbar. Barmer-Vorstandschef Johannes Vöcking begrüßte den Beschluss und nannte den angepeilten Zusammenschluss einen Meilenstein. "Zwei starke Partner könnten ihre Kompetenzen in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Gesundheitswesen bündeln und im Sinne ihrer Versicherten einsetzen."
Bundesversicherungsamt muss zustimmen
Für die Mitarbeiter - rund 17.000 bei der Barmer und 2500 bei der GEK - sollen nach Angaben beider Kassen Beschäftigungsgarantien wirksam werden. Bis zur endgültigen Umsetzung der Fusion betreut die TK mit 7,3 Millionen Menschen die meisten Versicherten. Dennoch betrachtet Schlenker den Schritt nicht als Kampfansage an andere Ersatzkassen. So soll es weiter Allianzen geben. Dem angestrebten Zusammenschluss muss auch noch das Bundesversicherungsamt in Bonn zustimmen.