07.10.2010, 17:41 Uhr | AFP
Gleiche Arzneipreise für gesetzliche und private Krankenversicherungen (Foto: imago) (Quelle: imago)
Private Krankenkassen sollen künftig von den günstigen Arzneimittelpreisen profitieren, die zwischen den gesetzlichen Kassen und der Pharmaindustrie ausgehandelt werden. Die Regelungen für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sollen auf Wunsch der CDU in bestimmten Teilen auch auf die private Krankenversicherung (PKV) angewendet werden, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte. Damit kommt die Koalition einer Forderung der PKV entgegen, die seit längerem darauf drängt, mit den Pharmaunternehmen über Preise verhandeln zu können.
Das Ministerium bestätigte damit im Wesentlichen einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach Preise für neue Medikamente, die künftig der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mit den Herstellern aushandelt, auch für private Versicherer gelten. Bisher zahlen die Privatversicherer weit höhere Preise für Arzneimittel als gesetzliche Kassen, da sie von den zahlreichen staatlichen Preisregeln für Medikamente ausgeschlossen sind.
Die Gesundheitspolitiker von Union und FDP hatten am Sonntag in Berlin über Details des von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) vorgelegten Entwurfs zur Gesundheitsreform beraten. Geprüft wird nach Angaben aus Koalitionskreisen auch, inwieweit die private Krankenversicherung von gesetzlichen Maßnahmen wie dem erhöhten Zwangsrabatt und dem befristeten Preisstopp profitieren könnten.
Die gesetzlichen Krankenversicherer reagierten empört auf die Pläne der Koalition. "Weil der privaten Krankenversicherung die Kosten davon laufen, soll nun offensichtlich zu ihrem Schutz ein staatliches Förderprogramm auferlegt werden", sagte der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, der "Süddeutschen Zeitung". Obwohl sich die PKV als Nischenanbieter für Gutverdiener und Beamte den Herausforderungen eines Solidarsystems nicht stellen müsse, habe sie anscheinend so große Probleme, dass sie auf die Hilfe des Gesetzgebers angewiesen sei.
Das Bundesgesundheitsministerium will im Zuge der Gesundheitsreform die Aufgaben von gesetzlicher und privater Krankenversicherung "klarer" definieren. Sie sollen zugleich stärker kooperieren können als bisher. So sollen Wahltarife für gesetzlich Versicherte, die zum Beispiel Chefarztbehandlungen, Auslandskrankenschutz oder die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer vorsehen, künftig nur noch über private Anbieter laufen. Gesetzliche und private Kassen könnten dazu gemeinsame Gesellschaften zum Vertrieb von privaten Zusatzversicherungen gründen, wie Rolf Koschorrek (CDU), Mitglied in der Koalitionsarbeitsgruppe zur Gesundheitsreform, in Berlin mitteilte. Auch sollen gesetzliche und private Kassen gemeinsame Geschäftsstellen betreiben können.
Bereits entschieden ist, dass die Frist, nach der ein Wechsel von einer gesetzlichen Kassen zu einem privaten Versicherer möglich ist, von derzeit drei auf ein Jahr verkürzt wird. Das Bundeskabinett will den Entwurf zur Gesundheitsreform am 22. September verabschieden.
Quelle: AFP
FMO21 schrieb:
am 30. Dezember 2010 um 12:18:56
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Vergleichen Sie Ihre Krankenversicherung!
Ich finde das aktuelle Modell am besten. Jeder freiwillig Versicherte kann in die Private wechseln
und jeder der mehr Leistung wünscht kann ja eine Zusatzversicherung abschließen. Mein Tipp für den der Vergleichen möchte www.fmo21.eu
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wolfi schrieb:
am 21. September 2010 um 17:11:45
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pkv/gkv--gleiches geld für gleiche leistung???
an viele vorredner/-schreiber: bin ich säälber pkv-versicherte in hier--woll sage: lernte
erst mal richtige deitsch, bävor aufrege sich iber die system hier! wenn alle solle sain gleich--bitteschön, dann aber auch werde zahle gkv-verischerte für allemensche. könte ihr nur blöde daher rede (private seie unsozial, gesetzliche zahle für private)--lächerlich! wenn nicht mehr gibt private--beitrage für die gesetzliche stiege tut um mindestans 20%--also:erst lern deitsch,dann komentar!
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blinker schrieb:
am 9. September 2010 um 10:23:55
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Realitätsfremd
Diese Vorhaben scheint so Realitätsfremd, wie die gesamte Politik der aktuellen Regierung. Sie regiert fernab jeder
Realität, eben Bürgerfremd. Sie gibt denen, die schon im Überfluss leben das, was sie den Schwachen nehmen, nämlich sozialen Schutz. Das zeigt uns mal wieder den Charkter der schwarz-gelben Zunft. Große Sprüche ohne jeglichen Hintergrund, Hauptsache die eigene Klientel wird bedient. Frau Merkel, sie sollten die Menschen für dumm verkaufen, die nächste Wahl kommt bestimmt.
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