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Krugman: "Axel Weber ist ein Risiko"

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Krugman: "Axel Weber ist ein Risiko"

21.06.2010, 12:09 Uhr | cs mit dpa-AFX

Bundesbankpräsident Axel Weber wäre nach Ansicht von Paul Krugman eine Gefahr für den Euro (Foto: dpa)

Der Nobelpreisträger Paul Krugman hat Axel Weber scharf angegriffen. Der Chef der Deutschen Bundesbank sei ein "Risiko für die Eurozone", sollte er wie geplant die Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) übernehmen. Im Interview mit dem "Handelsblatt" erklärte der US-Ökonom, an der Spitze der EZB dürfe kein geldpolitischer Falke stehen. Darüber hinaus plädierte er für mehr Schulden, um so einen Rückfall in die Rezession zu verhindern.

Krugman wünscht sich einen künftigen EZB-Präsidenten, "der Deflationsgefahren und dem Risiko einer langen Stagnation mehr Bedeutung beimisst." Weber mache sich dagegen Sorgen um eine Inflation, obwohl es gar keine Inflation gebe. "Die Gefahr, dass es zu einem Dominoeffekt von Griechenland über Spanien und Portugal bis nach Italien kommt, ist viel größer, wenn die EZB einen so konservativen Präsidenten hat."

Lockere Geldpolitik schützt vor Rückkehr der Rezession

In diesem Zusammenhang plädierte der Ökonom für eine deutlich höhere Zielinflation im Euroraum, als diese im Maastrichter Vertrag festgeschrieben wurde. "Es war ein Fehler, im Maastrichter Vertrag ausschließlich das Ziel der Preisstabilität festzuschreiben und diese hinterher mit einer sehr niedrigen Inflationsrate zwischen ein und zwei Prozent zu definieren." Als mögliches Inflationsziel nannte Krugman 3 bis 4 Prozent. Außerdem müssten die Volkswirtschaften in Europa in Gleichschritt kommen. Hierzu sei eine gemeinsame Fiskalpolitik der Europäer wohl aber eine Vorraussetzung.

Deshalb brauche die Welt nicht weniger, sondern mehr schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme. Die deutsche Stabilitätskultur sei augenblicklich fehl am Platz. "Die Deutschen und Franzosen hassen es, auch nur kurzfristig Defizite hinzunehmen, sie hassen eine lockere Geldpolitik, klammern sich an jeden Vorwand, um dagegen zu sein. Wir Amerikaner sehen das ganz anders." Erst wenn die Depressionsfalle überwunden sei, sollten Regierungen die Defizite angehen. Deflation stelle zur Zeit die weitaus größere Gefahr dar als Inflation.

Kritik am schwachen Euro

Der Princeton-Professor will auch Sanktionen gegen Deutschland nicht ausschließen, wenn die Bundesregierung weiterhin versuchen sollte, sich über einen schwachen Euro Exportvorteile zu verschaffen. "Wenn der Euro auf eine Parität zum Dollar fällt, werden sich die Europäer noch wundern, welche Forderungen aus dem US-Kongress kommen. Und ich würde das unterstützen." Die USA würden es nicht dulden, dass einige Länder ihre Sparpolitik exportierten und damit in den USA die Arbeitslosigkeit erhöhten. Es könne nicht sein, dass die USA mit schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen die Konjunktur ankurbeln und alle davon profitieren, aber nur die USA die Zeche dafür zahlt.


Quelle: t-online.de , dpa-AFX

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Kommentare (44)

zum Forum

Thema: "Krugman: "Axel Weber ist ein Risiko""

HD schrieb: am 22. Juni 2010 um 11:05:55
(0) (0) Weber Risiko
Ich glaube Herr Krugmann ist das größere Risiko. Soll er doch mit seinem Staat die Defizite der PIIGS ausgleichen. Von
Betriebswirtschaftslehre hat der Herr keine Ahnung. Gelddrucken ist keine Lösung von Problemen und staatlich geförderte Konjunkturprogramme sind bisher immer versandet.
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rd schrieb: am 21. Juni 2010 um 19:48:32
(0) (0) Mister Peinlichkeit
Und so was bekommt einen Nobelpreis - für Milchmädchenrechnungen anscheinend! Habe selbst BWL und VWL studiert und muss
sagen, dass es echt traurig ist, dass solche "Experten" laut verbreiten dürfen, dass man Schulden bis in alle Ewigkeit am besten mit neuen Schulden bekämpfen sollte - "the American-Way-of-life" eben! Und jetzt wirft er uns auch noch vor, dass unser Export durch den schwachen Euro einen Vorteil hat, als ob unsere Sparideen daran schuld wären - echt die Höhe dieser Typ !!!
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Go schrieb: am 21. Juni 2010 um 18:08:33
(0) (0) Krugmann
Wenn die Chinesen ihre US-Anleihen und Dollarreserven auf den Markt werfen, taugt der Dollar nur noch zum heizen. Amis sind nette
Kerle aber eben auch großmäulig und da die meisten sind aus ihrem Land noch nie herausgekommen sind, benehmen sie sich auch so.
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