18.12.2009, 13:00 Uhr | dpa-AFX/ t-online.de/business
Zuschussgeschäft: Viele Firmen halten sich derzeit mit Kurzarbeit über Wasser. (Foto: Imago)
Bundesweit haben Firmen möglicherweise in hunderten Fällen Kurzarbeit missbraucht, um Kosten zu sparen. Der Bundesagentur für Arbeit (BA) lagen bis Mitte Dezember 762 Verdachtsfälle vorgelegen, wie eine BA-Sprecherin am Freitag auf Anfrage mitteilte. Abschließende Ergebnisse dürften erst in einigen Wochen vorliegen.
Damit widersprach die Sprecherin einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", dem zufolge sich bislang kein Missbrauchsverdacht bestätigt hat. Es gebe allerdings noch keine detaillierten Erkenntnisse. "Wir wissen im Moment weder, wie viel Fälle überprüft sind, noch in wie vielen Fällen sich der Verdacht bestätigt hat", sagte die Sprecherin. Sicher sei derzeit nur, dass sich in 70 Fällen der Verdacht als gegenstandslos erwiesen habe.
Die Kurzarbeit wird derzeit von mehreren zehntausend Firmen genutzt, um mit Zuschüssen der BA Entlassungen zu vermeiden. Bei den zumeist anonymen Anzeigen geht es um Fälle, in denen angeblich Arbeitszeitabrechnungen gefälscht, Absatzzahlen getürkt oder beim Materialeinkauf getrickst wurde. BA-Chef Frank-Jürgen Weise hatte wiederholt vor einer Dramatisierung gewarnt. In der Regel funktionierten die Kontrollmechanismen gut.
dpa-AFX/ t-online.de/business
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