07.06.2011, 08:43 Uhr | dpa
Die Langfingerei in Deutschland ist ein Milliardengeschäft. Der Schaden der durch Ladendiebstahl entsteht kostete den Einzelhandel im vergangenen Jahr rund 3,7 Milliarden Euro - fast ein Prozent des Gesamtumsatzes. Für gut ein Fünftel des Verlusts waren die unehrlichen Mitarbeiter verantwortlich. Doch die Gegenmaßnahmen der Händler scheinen erste Wirkungen zu zeigen: Denn im Vergleich zu 2009 sind die sogenannten Inventurdifferenzen um etwa fünf Prozent zurückgegangen - so deutlich wie noch nie. Das ergab eine Studie des Handelsforschungsinstituts EHI in Köln.
Videokameras, Warensicherungssysteme und Detektive: Solche Sicherheitsmaßnahmen lässt der Handel sich jährlich rund 1,2 Milliarden Euro kosten. Als Folge von Warendaten-Analysen platziert man Produkte, die häufig geklaut werden, nun an besser beobachteten Stellen im Laden. In manchen Innenstädten patrouillieren Wachleute, die von der Händlergemeinschaft bezahlt werden.
Als wichtigstes Mittel im Kampf gegen Diebe gilt aber die Schulung der Mitarbeiter. "An der Supermarkt-Kasse auf typische Verstecke achten, im Bekleidungsgeschäft die Kunden fragen, ob man ihnen helfen kann - solche Dinge sind oft schon sehr effektiv", sagt Frank Horst, Leiter der Sparte Inventurdifferenzen beim EHI. Auf die notwendige Auffrischung der Schulungen werde bei einigen Unternehmen allerdings aus Zeit- und Kostengründen verzichtet. "Da könnten manche noch mehr tun."
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Der EHI-Studie zufolge gehen 51,6 Prozent der gesamten Inventurdifferenzen auf Ladendiebstahl zurück. 22,4 Prozent entfallen auf kriminelle Mitarbeiter, 9,3 Prozent werden Lieferanten oder Reinigungspersonal angelastet. 16,7 Prozent kommen durch Buchungsfehler zustande. Für seine Studie hat das EHI 88 Handelsunternehmen mit insgesamt 15 000 Filialen befragt.
Ladendiebe haben demnach für 1,9 Milliarden Euro zugegriffen. Allein im Lebensmittelhandel passiert jeder 200. Einkaufswagen unbezahlt die Kasse. Der durchschnittliche Warenwert pro Diebstahl liegt laut EHI bei 65 Euro. Beliebte Beute sind kleine, aber vergleichsweise teure Artikel wie Rasierklingen, Kosmetik, Zigaretten oder Batterien. "Vor allem in Drogerien werden da manchmal mit einem Griff fünf oder zehn Packungen abgeräumt, das ist dann gleich ein hoher Schaden", sagt Horst. In Bekleidungshäusern führen Jeans und Dessous die Diebstahl-Hitliste an, im Elektronikhandel sind es Konsolenspiele und CDs.
Nach Angaben des Handelsverbands HDE gibt es drei verschiedene Typen von Ladendieben: Gelegenheitsdiebe, Drogenabhängige, die mit Kriminalität ihre Sucht bezahlen, und organisierte Banden. "Letztere machen uns die größten Sorgen", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Solche Banden haben sich auf hochwertige Waren wie Schmuck, Parfüm oder Lederjacken spezialisiert, die sie dann auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen." Diese Profi-Täter dächten sich immer neue Tricks aus - und der Handel versuche, mit immer spezielleren Diebstahlsicherungen dagegenzuhalten. "Das ist wie ein Wettrüsten", erklärt Genth.
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Laut Polizeilicher Kriminalstatistik ist die Zahl der Ladendiebstähle seit mehreren Jahren rückläufig. Von 2009 auf 2010 sank sie um 1,9 Prozent auf 387.662 Fälle. Doch nach Überzeugung des Handels gibt es eine extrem hohe Dunkelziffer von 98 Prozent. Rund 30 Millionen Ladendiebstähle blieben jährlich unentdeckt.
Neben den Ladendieben leisten auch eigene Mitarbeiter einen unrühmlichen Beitrag zum Thema Inventurdifferenzen: Rund 800 Millionen Euro gehen laut EHI-Studie auf ihr Konto. So würden zum Beispiel Beträge an Leergutkassen abgezweigt oder fingierte Umtausch-Belege ausgestellt, erzählt Horst.
Um solchen Machenschaften auf die Spur zu kommen, müsse in begründeten Verdachtsfällen auch weiterhin die verdeckte Videoüberwachung erlaubt bleiben, fordert HDE-Chef Genth. Doch damit könnte demnächst Schluss sein: Die Bundesregierung will den Beschäftigtendatenschutz ausbauen und die heimliche Videoüberwachung von Mitarbeitern generell verbieten. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird derzeit im Bundestag beraten.
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Quelle: dpa
sozialarbeiter-kindernotdienst schrieb:
am 9. Dezember 2011 um 17:13:15
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ladendiebstahl
erlebe jeden tag das mit Riesenaufwand strafunmündige Kinder per Polizei wegen Bagatellen verfolgt werden. die Detektive
bekommen eine fangPrämie und gehen des halb noch einen schritt zu rück statt den Diebstahl zu verhindern und zur not mal auf die Finger zu hauen ,wäre in der Situation angebracht
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Gamma schrieb:
am 7. Juni 2011 um 21:30:42
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Nochmal
Es gibt keine Rechtfertigung für Diebstahl.Als Detektiv wüßte ich genau wie es geht aber ich werde für Verhinderung und
Aufdeckung bezahlt.Alles andere würde mich vor den Spiegel kotzen lassen.Ich bin in meinem Leben oft genug belogen und betrogen worden,das gibt mir nicht das Recht,das mit Anderen jetzt auch zu machen.Ich werde übrigens anständig bezahlt und habe einem Vertrag zugestimmt-dazu gehören immer zwei.
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Gamma schrieb:
am 7. Juni 2011 um 21:20:21
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Gesetzentwurf
Ich bin Hausdetektiv und erlebe diesen täglichen Wahnsinn.Grundsätzlich bringe ich jeden Fall zur Anzeige,denn ich bin weder
Staatsanwalt noch Richter.Ich kann nicht entscheiden-laufen lassen oder nicht.Ich liefere Fakten und Bilder.Bestrafung? Auch nicht meins-sprich-mir nicht egal aber nicht mein Ding.Wenn das Gesetz durchkommt,ist Videoüberwachung kaum möglich.Na dann gute Nacht und höhere Preise für die Ehrlichen.
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