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Ladendiebe schlagen in Krise wieder stärker zu
10.11.2009, 14:56 Uhr | AFP
Ladendiebstahl: Mitarbeiter klauen weniger oft als Kunden (Foto: imago)Der durch Ladendiebstahl angerichtete Schaden wächst. Von Juli 2009 bis Juni 2009 verschwanden in deutschen Supermärkten, Kaufhäusern und Fachgeschäften Waren im Wert von rund 5,2 Milliarden Euro, wie aus dem vorgestellten Globalen Diebstahlbarometer hervorgeht. Gemessen am Umsatz machte der Warenschwund damit 1,2 Prozent aus, ein Plus von 3,5 Prozent innerhalb eines Jahres. Damit sind die Schäden auf den höchsten Wert seit 2002 gestiegen, damals war kurz zuvor die New Economy Blase geplatzt.
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Hauptsächlich Kunden lassen Diebesgut mitgehen
Ladendiebstahl macht der Studie zufolge den größten Teil am Warenschwund aus: Über die Hälfte der Schäden seien auf Kunden zurückgegangen, hieß es im Diebstahlbarometer. In gut einem Viertel der Fälle waren demnach unehrliche Mitarbeiter die Täter. Den Rest verschuldeten Lieferanten und interne Fehler.
Langfinger werden öfter als früher erwischt
Gestiegen ist auch die Zahl der gefassten Diebe. In Europa stieg sie zwischen Juli 2008 und Juni 2009 um 262.000 auf über 3,1 Millionen. 6,7 Prozent der Langfinger waren der Studie zufolge Kunden, 3,3 Prozent Mitarbeiter. Der verursachte Schaden ist dabei sehr unterschiedlich: Kunden entwendeten pro Delikt im Schnitt 94 Euro, bei Mitarbeitern betrug der Schaden im Schnitt mit 1858 Euro fast das zwanzigfache.
Elektronik, Rasierklingen und Kosmetik begehrt
Gestohlen werden dem Diebstahlbarometer zufolge vor allem kleine und leicht zu verbergende Ware sowie teure Markenartikel. Diese seien besonders begehrt und einfach weiterzuverkaufen, heißt es in der Studie. Renner bei Ladendieben sind demnach elektronische Spiele, DVDs, MP3-Musikspieler, Kleidung, Kosmetik und Parfums, Alkohol, Frischfleisch und Feinkost. Ebenfalls sehr diebstahlgefährdet seien Rasierklingen, Mobiltelefone und Uhren.
Handel spart an Sicherheitsmaßnahmen
"Ein Drittel des Anstiegs beim Ladendiebstahl führen die befragten Einzelhändler auf die wirtschaftliche Situation zurück", erklärte der Autor der Studie, Joshua Bamfield vom Institut für Einzelhandelsforschung im britischen Nottigham. Trotzdem spare der Handel selbst aufgrund der Krise an Ausgaben für die Sicherheit. So seien die Ausgaben für den Schutz der Waren - gemessen am Umsatz - von Juli 2008 bis Juni 2009 um gut zehn Prozent geschrumpft.
Weltweite Umfrage
Das Institut für Einzelhandelsforschung und das Sicherheitsunternehmen Checkpoint befragten für das Globale Diebstahlbarometer nach eigenen Angaben 1069 Einzelhändler weltweit mit insgesamt über 120.000 Standorten. In Europa befragten sie 567 Unternehmen.
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Quelle: t-online.de
, AFP