12.05.2011, 15:38 Uhr | dpa, t-online.de - mmr
Tiefgefrorene Pommes deutlich teurer (Foto: imago)
Wer einen Fernseher kaufen möchte oder ein Notebook, hat zur Zeit gute Karten: Diese Preise purzeln seit Jahren praktisch unaufhörlich - dem technischen Fortschritt sei Dank. Autofahrer hingegen ärgern sich schwarz: Seit dem vergangenen Jahr steigen die Spritpreise wieder kräftig. Im Supermarkt trifft die Inflation die Verbraucher noch härter: Die Preise von Butter, Kartoffeln oder Bohnenkaffee stiegen in den vergangenen zwölf Monaten teilweise um rund ein Drittel. Noch tiefer in die Tasche greifen mussten Pommes-frites-Liebhaber: Laut einer von der "Bild"-Zeitung in Auftrag gegebenen Studie verteuerten sich Tiefkühl-Pommes um 43 Prozent.
Unter dem Strich liegen die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten im April 2011 um 2,4 Prozent über denen vom April 2010 - die höchste Teuerungsrate seit Herbst 2008, wie das Statistische Bundesamt vorrechnete. Nahrung und alkoholfreie Getränke wurden laut offizieller Zahlen im Vergleich zum April 2010 um 2,0 Prozent teurer - also weniger stark als der Schnitt. Doch bei den einzelnen Lebensmitteln gab es teils drastische Unterschiede. Die Preise für Speisefette und Speiseöle zogen um 17,3 Prozent an. Laut "Bild"-Liste stieg der Preis für ein Stück Butter von 85 Cent auf 1,15 Euro - ein Plus von 35 Prozent.
Auch Kaffeetrinker müssen tiefer in die Tasche greifen, der Genuss der schwarzen Bohne wird immer kostspieliger: Im April kostete Kaffee satte 18 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. "Bild" veröffentlichte sogar ein Plus von 33 Prozent für den Pulver-Kaffee "Unser Bester". Hintergrund sind laut Statistik-Behörde die steigenden Importpreise: So mussten Kaffeeröster in Deutschland allein im Februar für die Bohnen aus Übersee 76,2 Prozent mehr zahlen als noch vor einem Jahr.
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Auf dem Speiseplan wurden nicht nur Butter und Kaffee teurer: Auch Weizen, Zucker oder Kakao kosten deutlich mehr als vor einem Jahr. Brände in Russland, Regen in Kanada oder Frost in China sorgten für schlechte Ernten. Daneben spielen aber gerade im Rohstoffgeschäft Spekulanten eine immer größere Rolle. Sie suchen Geldanlage-Möglichkeiten und agieren auf diesen Märkten entsprechend.
Der Trend zum Preisauftrieb hat nicht erst im April begonnen: Nach zwei Jahren mit geringem Preisauftrieb ging es mit dem Jahreswechsel gerade bei Produkten des täglichen Lebens bergauf. Lebensmittelhersteller hatten schon vor Monaten angekündigt, gestiegene Rohstoffpreise weiterzugeben. Damit hat zunächst der Handel den Schwarzen Peter. Die Geschäfte stehen in harter Konkurrenz und müssen sich fragen, ob und in welchem Umfang sie höhere Preise wiederum an die Verbraucher weitergeben.
Was für den Anstieg der Verbraucherpreise verantwortlich ist (Grafik: dpa)
Die Preissteigerungen wirken sich auf die Haushalte in Deutschland sehr unterschiedlich aus. Denn es kommt darauf an, welche Güter die Verbraucher konsumieren. Insbesondere bei den Spritpreisen schlägt die Entwicklung am Rohöl-Markt voll durch: Ende April war Benzin in Deutschland so teuer wie noch nie. Im bundesweiten Durchschnitt mussten zeitweise 1,62 Euro für einen Liter E10-Benzin gezahlt werden.
Hoffnung auf einen Preisrückgang gibt es eher nicht, auch wenn der ADAC den Mineralöl-Konzernen zugute hält, den zuletzt rückläufigen Ölpreis mit wenigen Tagen Verzögerung an die Autofahrer weitergegeben zu haben. Allerdings sieht die Tankstellenkette Aral wenig Spielraum für Preissenkungen. Denn in Asien werde Öl weiter stark nachgefragt, hinzu komme der Ausfall in Libyen - und die Sorge auf ein Überschwappen der Probleme in bedeutendere Ölförderländer. Folge: Der Rohölpreis dürfte voraussichtlich noch einige Zeit auf hohem Niveau bleiben. Das treibt nicht nur die Spritpreise, auch Heizöl ist davon betroffen.
Die Statistiker erfassen aber nicht nur die Waren, die von den Rohstoffmärkten beeinflusst sind. In ihrem fiktiven Warenkorb, der für die Berechnung der Teuerungsrate herangezogen wird, liegen rund 700 Güter. Auch Miete, Kleidung oder Versicherungen werden dabei erfasst. Für jede Ware beobachten die Fachleute die Preisentwicklung und bilden einen gewichteten Mittelwert. Damit erklärt sich auch, warum Verbraucher sich beim Einkaufen oder an der Tankstelle zwar mitunter die Augen reiben - die amtliche Berechnung aber "nur" auf einen Preisauftrieb in kleineren Dimensionen kommt.
Eines steht jedoch fest: Ärmere geben einen größeren Teil ihres Geldes für den Konsum aus. Ein steiler Anstieg von Energie- und Nahrungspreisen trifft Niedrigverdiener deshalb besonders stark.Immerhin gibt es auch Lichtblicke. Laut "Bild"-Vergleich wurde u.a. Thunfisch in Dosen und Zahncreme um bis zu 20 Prozent billiger. Unterm Strich bleiben im Warenkorb jedoch Preissteigerungen. Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Jürgen Abraham, sagte zu "Bild": "Kunden müssen für 2011 mit drei bis vier Prozent Preissteigerung bei Lebensmitteln rechnen. Trotzdem bleiben unsere Nahrungsmittel im europäischen Vergleich günstig."
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dpa, t-online.de - mmr
Sigi schrieb:
am 12. Mai 2011 um 21:25:56
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Steigende Lebensmittelpreise
Wie flach denken denn die Kommentatoren hier eigentlich. Diese Teuerung bei Lebensmitteln, Energie, sonstigen
Konsumgütern sind der Anfang vom Ende!
Fast alle Länder in Europa sind verschul,det wie ein Major. Auch wenn hier in der BRD ständig von Wachstum und steigenden Steuereinnahmen usw. geredet wird - ca. 3 Bio € Schulden, ständig steigend, können nie mehr rückgezahlt werden. Ob mans nun glauben will oder nicht - es ist eine Tatsache! Es kommt zum crash!
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Kraftfahrer schrieb:
am 12. Mai 2011 um 21:20:08
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Ethanol ist wichtiger
Dafür soll das E 10 aber wieder billiger werden. Bio hat eben seinen Preis, wenn es als BIO verkauft wird. Für was
brauchen wir Lebensmittel, wenn BIO-E 10 doch viel gewinnbringender angebaut werden kann.
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Franz v. A. schrieb:
am 12. Mai 2011 um 20:38:28
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Lebensmittelteuerung
Ich finde, die Teuerungen haben auch Vorteile. So kommt vielleicht das Geld für Portugal, Irland, zum zweiten mal
Griechenland und die 7 Millionen Euro für die Rebellen in Libyen durch mehr Steuereinnahmen wieder rein.
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