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Lidl-Skandal: Videoüberwachung bei EC-Kartenzahlung

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Experten warnen vor EC-Kartenzahlung bei Lidl

04.04.2008, 16:33 Uhr | AFP / T-Online

Filiale von Lidl (Foto: ddp) Filiale von Lidl (Foto: ddp) Der Bespitzelungsskandal beim Discounter Lidl zieht immer weitere Kreise. Durch die heimliche Überwachung der Kassen sind möglicherweise auch die Geheimnummern vieler EC-Karten aufgezeichnet worden. Verbraucherschützer warnen deshalb vor der Nutzung der EC-Karte beim Discounter. Lidl will bis auf weiteres auf die Videoüberwachung in seinen Filialen verzichten. Branchenvertreter verteidigen unterdessen die Überwachung in den Supermärkten: Sie helfe bei der Ermittlung von Kriminellen nach einem Überfall.

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Lidl will Videodaten gelöscht haben
Der Discounter hatte Ende März in einem Schreiben an die Kunden mitgeteilt, dass "die Aufzeichnung ihrer PIN-Eingabe nicht vollständig auszuschließen" ist. "Wenn Sie dies vermeiden wollen, müssen Sie den Eingabevorgang mit Ihrer freien Hand abdecken." Die Aufzeichnungen würden aber täglich gelöscht, "soweit auf den Videos keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen sind". Heute betonte Lidl erneut, die Kameraanlagen seien nur zur Verhinderung und der Aufklärung von Diebstählen eingesetzt worden. "Zu keinem Zeitpunkt wurden Kameras eingesetzt, um persönliche Daten von Kunden wie zum Beispiel PIN-Nummern zu erkennen."

Kunden sollen sich Vernichtung der Daten bestätigen lassen
Doch Verbraucherschützer und Kunden bleiben skeptisch: "Wenn der Kassenraum videoüberwacht wird, raten wir von der Zahlung mit EC-Karte ab, weil wir nicht wissen, wer Einblick in die Aufzeichnungen hat", sagte Eckhard Benner von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. Benner empfiehlt Kunden, die bei Lidl mit EC-Karte bezahlt haben, den Discounter aufzufordern, die Daten zu vernichten und sich dies schriftlich bestätigen zu lassen.

Lidl verzichtet auf Videoüberwachung
Der Lebensmitteldiscounter Lidl will nach den Bespitzelungsvorwürfen bis auf weiteres seine Filialen nicht mehr mit Videokameras überwachen. Das Unternehmen habe bereits begonnen, die Kameraanlagen in den Verkaufsräumen abzubauen, teilte Lidl in Neckarsulm mit. Die Beobachtung der Verkaufsräume solle gemeinsam mit dem früheren Bundesdatenschutzbeauftragten Joachim Jacob "grundlegend neu aufgestellt" werden. Ziel sei es, Diebstähle zu vermeiden und aufzuklären sowie eine Erfassung auch sensibler Informationen und Daten von Kunden und Mitarbeitern "gänzlich auszuschließen".

Videoüberwachung schreckt Kriminelle ab
Unterdessen verteidigen Vertreter des Einzelhandels die Videoüberwachung in Supermärkten. Laut dem Vize-Geschäftsführer beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), Heribert Jöris, sei die Videoüberwachung notwendig, um nach einem Kassenraub die Täter identifizieren zu können. "Jahr für Jahr haben wir in Deutschland rund 1000 Überfälle, bei denen das Kassenpersonal körperliche oder seelische Schäden erleidet", sagte Jöris. Die Zahl der Überfälle insgesamt liege noch deutlich höher. Eine hohe Auflösung der Kamerabilder ermögliche es, die Täter eindeutig identifizieren zu können.

Wollen Sie mehr über die Geschichte und Struktur des Konzerns erfahren? Mit einem Doppelklick auf das Wort "Lidl" öffnet sich ein kleines Fenster. Mit einem Klick auf "Wikipedia" finden Sie weitere Informationen zum Unternehmen aus der Online-Enzyklopädie.

Mehr zum Thema:
Schaar - Mitarbeiterbespitzelung keine Einzelfälle
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Quelle: t-online.de

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